Beachvolleyball-Star

"Leere im Kopf": Wie Laura Ludwig die Coronakrise managt

HSV-Beachvolleyballerin Laura Ludwig (r., mit Parrtnerin Margareta Kozuch) kann wegen des Coronavirus derzeit kaum trainieren.

HSV-Beachvolleyballerin Laura Ludwig (r., mit Parrtnerin Margareta Kozuch) kann wegen des Coronavirus derzeit kaum trainieren.

Foto: Christian Charisius / dpa

Mit HSV-Partnerin Margareta Kozuch darf die Olympiasiegerin nicht mehr trainieren. Für die junge Mutter eine Herausforderung.

Hamburg.  Langeweile plagt Laura Ludwig nicht, und auch einen Lagerkoller wird es in ihrer kleinen Familie so schnell kaum geben. „Wir gehen mal spazieren, sind mit dem Fahrrad unterwegs und haben unser Kanu hier am Kanal stehen“, sagt Ludwig. Sie macht das Beste aus der schwierigen Zeit der Coronapandemie. Für die Olympiasiegerin im Beachvolleyball fühlt es sich „ein bisschen wie Urlaub zu Hause“ an.

Eigentlich wollte Ludwig in diesen Tagen mit ihrer Partnerin Margareta Kozuch weiter an der Form für Tokio feilen, vier Jahre nach dem Goldcoup von Rio war alles darauf ausgerichtet. „Bis vor zwei Tagen haben wir noch mit Ausnahmegenehmigung trainieren können – am Ball und im Gym“, sagt Ludwig im SID-Gespräch: „Das ist jetzt auch vorbei.“

Die 34-Jährige kann mit der Pause leben. Im Sand wühlen kann sie erst mal nicht – und will sie auch nicht. „Nach der Nachricht, dass Olympia verlegt wurde, ist eine derartige Leere in meinem Kopf, dass ich es gut finde, gerade keinen Leistungssport machen zu müssen“, sagt Ludwig.

Corona-Zwangspause: Ludwig genießt Zeit mit ihrem Sohn

Und so rücken andere Dinge noch mehr als sonst in den Fokus. Ehemann Imornefe Bowes etwa, aber vor allen Dingen der Kleinste. „Es dreht sich sehr viel um meinen Sohn. Es ist schön 24/7 mit Teo zusammen zu sein, das genießen wir sehr“, sagt die Hamburgerin. Der Filius wird im Sommer zwei und bringt „den Sonnenschein in unsere Wohnung“.

Ein Luxus ist, dass der Blick zur Uhr im Alltag praktisch nicht mehr stattfindet. „Wir haben keinen Zeitdruck. Können in Ruhe kochen, essen, mit dem Kleinen spielen“, sagt Ludwig, Instagram-Name „Workingmum“, „und der Fernseher läuft mehr als normal.“

In Sachen Training herrscht ziemlicher Stillstand, Ludwig will sich „auf einem niedrigeren Niveau betätigen. Derzeit liegt unser Leistungssportlerleben erstmal brach.“ Dass die Spiele auf 2021 verschoben wurden, sei „eine vernünftige, sehr verantwortungsbewusste Entscheidung. Trotzdem ist es für einen Sportler erstmal ein Schlag ins Gesicht. Man hat sein ganzes Leben darauf ausgerichtet, vieles drumherum auch vernachlässigt.“

Es gelte, sich neu zu sortieren. „Jetzt ist auf einmal das große Ziel weg“, sagt Ludwig, die vor vier Jahren an der Copacabana mit Kira Walkenhorst triumphiert hatte: „Es ist ganz schön anstrengend, drüber nachzudenken, dass jetzt noch mal einige Monate draufkommen. Man wird auch nicht jünger, und der Körper muss fitgehalten werden.“

Ludwig denkt an zweites Kind

Die Verlegung sieht Ludwig aber nicht als Nachteil. „Wir haben so noch mehr Zeit, um wirklich in die Details zu gehen“, sagt sie, „aber auf der anderen Seite ist es natürlich so, dass man sich schon denkt: 'Puh, noch mal anderthalb Jahre mehr Arbeit.' Man muss Lebensschritte, die man geplant hatte, erst noch mal überschlagen.“

Ob Tokio der Karriereschlusspunkt wird, will sich Ludwig „möglichst offen halten. Wir sind mitten in der Familienplanung. Irgendwann wollen wir Teo noch ein Geschwisterchen schenken.“ Anderseits liebt die Abwehrspezialistin „Beachvolleyball zu sehr, als dass ich sage, ich höre sofort auf und werde nie wieder zurückkommen“.

Coronavirus: Das sollten ältere Hamburger beachten:

  • Meiden Sie soziale Kontakte so weit wie möglich
  • Halten Sie Kontakt mit Ihren Freunden und Ihrer Familie über Telefon, Brief, soziale Netzwerke oder Skype
  • Besuchen Sie keine Freizeitveranstaltungen
  • Meiden Sie den öffentlichen Personennahverkehr
  • Meiden Sie unbedingt den Kontakt zu Enkelkindern
  • Halten Sie persönlichen Abstand von mindestens zwei Metern
  • Geben Sie niemandem die Hand, und umarmen Sie niemanden
  • Gehen Sie nicht in eine Arztpraxis, sondern rufen Sie bei Bedarf dort an, und besprechen Sie das weitere Vorgehen
  • Wenn möglich, gehen Sie nicht in Apotheken, sondern lassen Sie sich benötigte Medikamente nach Hause liefern
  • Nutzen Sie Lieferdienste von Supermärkten
  • Nehmen Sie gern Hilfe oder das Angebot von Botengängen aus der Nachbarschaft und Familie an
  • Gehen Sie gern eine Runde spazieren. Wenn Sie dabei Bekannte treffen: Denken Sie daran, Abstand von zwei Metern zu halten
  • Waschen Sie sich regelmäßig und gründlich die Hände