Corona-Folgen für den Sport

Virologe Drosten: Spiele vor Fans erst wieder im März 2021

Der Virologe Christian Drosten glaubt nicht, dass in absehbarer Zeit wieder Fußball-Fans ins Stadion dürfen.

Der Virologe Christian Drosten glaubt nicht, dass in absehbarer Zeit wieder Fußball-Fans ins Stadion dürfen.

Foto: dpa

Entscheidung über die Saison der Hamburg Towers fällt am Mittwoch. Premier League will am 1. Juni den Spielbetrieb aufnehmen.

Mit der Fußball-EM ist bereits die erste Großveranstaltung in diesem Jahr dem Coronavirus zum Opfer gefallen. Das Internationale Olympische Komitee (IOC) hält hingegen immer noch an den Olympischen Spielen in Tokio, die am 24. Juli beginnen sollen, fest. Und genau das prangern immer mehr Verbände und Athleten an. Die Stimmen, dass das größte Sportereignis der Welt abgesagt oder zumindest verschoben wird, werden immer lauter. Fast täglich wird an die Vernunft von IOC-Präsident Thomas Bach appelliert. Doch auch abseits des Themas Olympia hält die Corona-Krise den Sport in Atem.

Die wichtigsten Entwicklungen am Sonntag:

Fußballprofi Fellaini steckt sich in China an

Olympische Spiele: Athletenvereinigung fordert Verschiebung

Schalke 04 legt alle Planungen auf Eis

Ex-HSV-Profi Babbel kritisiert Spielbetrieb in A-League

Eine Liga im Homeoffice

Nationalspieler Kroos wird zum Fitnesstrainer

Mancini glaubt an Forsetzung der Serie A

Ex-St.-Pauli-Profi Halstenberg will auf Geld verzichten

Uefa arbeitet an Corona-Kalender

Premier League will am 1. Juni wieder spielen

Entscheidung über Towers-Saison fällt am Mittwoch

Virologe Drosten glaubt nicht an volle Stadien in naher Zukunft

Erster deutscher Topathlet boykottiert Olympia

Hartung verzichtet auf Olympische Spiele

Säbelfechter und Athleten-Aktivist Max Hartung hat für sich einen Start bei den Olympischen Spielen in Tokio in diesem Sommer ausgeschlossen. Mit diesem Schritt wolle er in der Diskussion um eine Verlegung der Sommerspiele angesichts der Coronavirus-Pandemie ein Zeichen setzen, betonte der 30-Jährige im ZDF-„Sportstudio“. Von einer Konsultation mit 200 Athleten durch den Deutschen Olympischen Sportbund berichtete Hartung am Sonnabend, dass die Athleten nun abstimmen könnten, ob sie für eine Verschiebung oder Beibehaltung des Olympia-Termins vom 24. Juli bis 9. August seien.

Ihm „breche es das Herz“, sagte der Vorsitzende des Vereins Athleten Deutschland über die Tragweite seiner Entscheidung. „Ich hätte heulen können.“ Das Internationale Olympischen Komitee forderte er auf, die „Hängepartie zu beenden“ und die Spiele zu verschieben. Hartung befindet sich derzeit in freiwilliger Quarantäne. „Was ich mir wünschen würde, dass das IOC mit offenen Karten spielt und uns Athleten mit einbezieht“, sagte Hartung.

Wie Hartung sprachen sich in der Sendung auch Spitzenradfahrer Maximilian Schachmann, Boxerin Nadine Apetz und der Präsident des Deutschen Leichtathletik-Verbandes, Jürgen Kessing, für eine Olympia-Verlegung aus. IOC-Präsident Thomas Bach lehnt eine Absage der Sommerspiele derzeit noch ab. Allerdings wächst der internationale Druck, die Sommerspiele nicht wie geplant in diesem Sommer auszurichten.

Virologe Drosten glaubt nicht an volle Stadien in naher Zukunft

Renommierte Virologen rechnen angesichts der Coronavirus-Krise nicht mehr mit einem regulären Sportbetrieb mit Zuschauern in diesem Jahr. Er glaube „überhaupt nicht daran, dass wir in irgendeiner absehbaren Zeit wieder Fußballstadien voll machen. Das ist überflüssig“, sagte der Berliner Virologe Christian Drosten von der Charité dem Nachrichtenmagazin „Stern“. „Das wird es bis nächstes Jahr um diese Zeit nicht geben. Auf Dinge, die schön sind, aber nicht systemrelevant, wird man lange verzichten.“

Zuvor hatte auch Virologe Alexander Kekulé den Sportfans wenig Hoffnung auf einen Sommer mit Olympischen Spielen oder Fußballspielen vor vollen Rängen gemacht. „Ich halte das für ausgeschlossen, dass wir in Tokio dieses Jahr die Olympischen Spiele austragen können“, sagte der Experte der ARD-„Sportschau“. Die „ganz große Welle“ an Infizierten stehe Japan noch bevor, und Olympische Spiele mit mehr als 10.000 Athleten und vielen Tausend Fans seien unverantwortlich. „Es gibt für Viren quasi kein tolleres Fest als so eine Veranstaltung“, betonte Professor Kekulé.

Der Direktor des Instituts für Medizinische Mikrobiologie am Universitätsklinikum Halle/Saale geht zudem davon aus, dass es in diesem Jahr in Deutschland keine Fußballspiele mehr mit Zuschauern geben wird. „Großveranstaltungen, bei denen man 60 000 Menschen in einem Stadion zusammenbringt, die sehe ich tatsächlich in diesem Jahr auch nicht“, sagte Kekulé. Ähnlich hatte sich schon sein Kollege Jonas Schmidt-Chanasit geäußert, der damit rechnet, dass in diesem Jahr überhaupt nicht mehr Fußball gespielt werde.

Gar so drastisch sieht es Kekulé nicht. „Wenn ich jetzt Berater des Fußballs wäre, dann würde ich sagen, im September irgendwann könnte es sich bessern, aber vorher höchstwahrscheinlich nicht.“ Die Deutsche Fußball Liga hat zunächst bis zum 2. April die Spiele ausgesetzt.

Corona lässt Matthäus nicht aus Dubai ausreisen

Lothar Matthäus sitzt aufgrund der Corona-Pandemie in Dubai fest. Der 59-Jährige komme mit seiner Familie „vorerst nicht mehr weg hier. Nach Budapest kann ich nicht mehr einreisen - obwohl dort seit 16 Jahren mein Hauptwohnsitz ist“, sagte Matthäus der "Abendzeitung" (Montagausgabe). Die Regierung habe die Grenzen dicht gemacht „für alle, die keinen ungarischen Pass besitzen“.

Eine Rückkehr nach Deutschland gestaltet sich kompliziert, da Matthäus' Frau aus Russland stammt. „Für sie ist es schwierig, aktuell nach Deutschland einzureisen, da sie keinen EU-Ausweis hat“, sagte Matthäus.

Außerdem forderte er Solidarität von den Profis und Verantwortlichen. „Wenn nicht jetzt in dieser weltweiten Krise – wann denn dann? Wenn sie das nicht hinkriegen zum Wohle der Vereine und um Arbeitsplätze der Angestellten zu retten, dann kannst du den Fußball, ach, das ganze System Fußball vergessen“, sagte Matthäus.

Entscheidung über Towers-Saison fällt am Mittwoch

Die Saison in der Basketball-Bundesliga ruht wegen des Coronavirus momentan. Eine Entscheidung, ob und wann der Spielbetrieb wieder aufgenommen wird, fällt nach Abendblatt-Information am Mittwoch. Dann werden sich in Frankfurt erneut die Vertreter der 17 Clubs sowie die Ligaleitung treffen. Derzeit deutet alles daraufhin, dass die Spielzeit 2019/20 - analog zur Deutschen Eishockey Liga - vorzeitig abgebrochen wird. Die Hamburg Towers sind derzeit Tabellenletzter in der BBL. Wie eine mögliche Abstiegsregelung aussehen könnte, ist unklar. Denkbar ist, dass es keinen Absteiger gibt und die Liga zur neuen Saison aufgestockt wird.

Premier League will am 1. Juni den Spielbetrieb aufnehmen

Die englische Premier League will die laufende Saison einem Medienbericht zufolge ab dem 1. Juni innerhalb von sechs Wochen zu Ende spielen. So bliebe bis zum geplanten Start der neuen Saison am 8. August genug Zeit für eine Pause und die Vorbereitung, berichtete der „Daily Telegraph“ am Sonntag. Den meisten Clubs fehlen noch neun Spiele, einigen Vereinen zehn. Tabellenführer FC Liverpool steht mit Trainer Jürgen Klopp dicht vor dem Gewinn des Titels.

Am Donnerstag hatte der englische Fußballverband FA bekanntgegeben, dass die Spielpause wegen der Coronavirus-Pandemie zunächst bis zum 30. April verlängert wird. Die Beteiligten sprachen sich jedoch für ein reguläres Ende der Saison aus, Geisterspiele gelten dabei als wahrscheinliche Option. „Wenn die Leute einen weiteren Monat zu Hause sitzen und im TV Premier-League-Fußball sehen können, kann das nur gut sein“, sagte Southamptons Geschäftsführer Martin Semmens der "BBC".

Den 30. Juni als Vertragsende vieler Spieler sieht Semmens nicht als Problem. „Einen Spieler zu überzeugen, zwei weitere Wochen Fußball zu spielen und dafür gut bezahlt zu werden - ich glaube nicht, dass das eine große Herausforderung wird“, sagte der Club-Chef.

Experten befürchten, dass die Lage in Großbritannien noch schlimmer als im besonders betroffenen Italien werden könnte. „Wir wissen, was auf uns zukommt - und wir wissen, dass das gewaltig sein wird“, zitierte der Fernsehsender "Sky News" einen Mediziner eines Londoner Krankenhauses, der anonym bleiben wollte. Tausende Menschen sind in Großbritannien bereits infiziert, Dutzende gestorben.

Internationaler Wettbewerb: Uefa arbeitet an Corona-Kalender

Die Europäische Fußball-Union UEFA prüft einem Medienbericht zufolge sieben verschiedene Modelle für ein reguläres Ende der laufenden Saison im Europapokal. Das Endspiel der Champions League soll trotz der Folgen der Coronavirus-Pandemie in jedem Fall am 27. Juni in Istanbul und damit rund einen Monat später als geplant stattfinden, wie die „Bild am Sonntag“ unter Berufung auf einen „Corona-Kalender“ der Uefa berichtet. Sowohl die Champions League als auch die Europa League stecken derzeit im Achtelfinale fest und sind von der Uefa bis auf Weiteres ausgesetzt worden.

RB Leipzig steht als einziger Bundesligist bereits sicher im Viertelfinale der Champions League, der FC Bayern muss noch im Achtelfinal-Rückspiel gegen den FC Chelsea antreten. Für Bayer Leverkusen, Eintracht Frankfurt und den VfL Wolfsburg stehen in der Europa League noch die Achtelfinal-Rückspiele an. Frühester Wiederaufnahme-Termin für den Europapokal wäre dem Bericht zufolge der 14. April. Anschließend könnten Partien im normalen Modus auch an den Wochenende und parallel zu den nationalen Ligen stattfinden.

Können die Wettbewerbe erst später wieder starten, müsste der Zeitplan weiter gestrafft werden. Mögliche Optionen wären dann ein Final-Four-Turnier in den Finalstädten oder der Verzicht auf Hin- und Rückspiele in den noch ausstehenden K.o.-Runden. Das Heimrecht würde für die betroffenen Partien dann ausgelost werden.

Ex-HSV-Profi Babbel kritisiert Spielbetrieb in A-League

Markus Babbel nennt die Situation in der australischen Fußball-Profiliga A-League, die den Spielbetrieb trotz Coronakrise aufrechterhält, „bizarr“. „Der Fußball will die Saison unbedingt zu Ende spielen“, sagte der ehemalige Trainer der Western Sydney Wanderers bei "Sky Sport News HD". Dafür habe das neuseeländische Team Wellington Phoenix eigens nach Australien übersiedeln müssen, berichtete Babbel kopfschüttelnd.

Die reguläre Saison der A-League mit elf Clubs soll am 26. April enden, danach steht bis Mitte Mai die Finalrunde an. Derzeit wird ohne Fans in den Stadien gespielt. „Ich bin gespannt, ob der Fußball auch die Bremse reinhaut“, sagte Babbel angesichts der Tatsache, dass die Spielzeit im enorm beliebten Aussie Rules Football wegen der Coronakrise unterbrochen wurde.

Der 47-Jährige war im Januar bei den Wanderers entlassen worden. „Es war geplant, Anfang Mai zurückzufliegen, aber die Airline, mit der ich fliegen wollte, fliegt Deutschland nicht mehr an“, sagte er: „Es wird spannend, ob ich zurückkomme, aber es gibt Schlimmeres, als in Sydney bleiben zu müssen.“

Dort sei die Lage noch nicht so ernst wie in Europa, viele Australier gingen mit der Krise sehr locker um, berichtete Babbel. Die vonseiten der Regierung ausgesprochenen Beschränkungen würden oft nicht befolgt. „Da müssten sie sich was überlegen, härtere Strafen aussprechen“, sagte Babbel.

Eine Fußball-Liga im Homeoffice

Der Liga-und Trainingsbetrieb ruht im deutschen Profifußball. Untätig liegen die Profis aber nicht auf der faulen Haut. Das Abendblatt gibt eine Übersicht, wer gerade was in der Bundesliga macht, und wie die Clubs mittelfristig planen.

  • Bayern München:Die Bayern-Stars trainieren derzeit im „Home Office“. Der Verein versuche „auch hier Vorbild zu sein, weil ich das Gefühl habe, dass es immer noch Menschen gibt, die vielleicht nicht umfänglich verstanden haben, wie ernst die Lage ist“, betonte Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge.
  • Borussia Dortmund Der für Montag geplante Einstieg ins Mannschaftstraining wird verschoben. Weitere Informationen gibt der BVB am Montag nach Rücksprache zwischen dem Trainer- und Ärzteteam bekannt.
  • RB Leipzig: Das geplante Mannschaftstraining der Sachsen am Freitag fiel wegen zu hoher Ansteckungsgefahr aus. Um die Spieler fitzuhalten, wird RB daher kreativ. „Wir bieten individuelles Training mit Ball an“, sagte Sportdirektor Markus Krösche bei Sky: „Das bedeutet keine Gruppen oder Mannschaftstraining, es ist einfach individuelles Training mit Ball, wo der Torschuss oder Passspiel mit dabei ist - ohne dass es da Körperkontakt gibt.“
  • Borussia Mönchengladbach: Die Gladbacher setzen derzeit ihr Training fort - natürlich unter Ausschluss der Öffentlichkeit. „Es macht keinen Sinn, die Spieler jetzt für einen längeren Zeitraum in den Urlaub zu schicken“, sagte Sportdirektor Max Eberl.
  • Bayer Leverkusen: Alle Bayer-Profis befinden sich bis auf Weiteres im „Home Office“ und wurden mit individuellen Trainingsplänen ausgestattet.
  • FC Schalke 04:Ursprünglich wollten die Königsblauen am Montag wieder mit dem Mannschaftstraining beginnen, doch der Klub verlängerte das „Home Office“. Am Freitag sollen sich die Spieler wieder treffen.
  • VfL Wolfsburg:Nach einem einwöchigen „Home Office“ sollte am Montag wieder mit dem Mannschaftstraining begonnen werden. Doch es wird bis auf Weiteres in den eigenen vier Wänden trainiert.
  • SC Freiburg:Die Profis arbeiten individuell zu Hause. Neben Trainingsplänen wurden die Spieler vom Verein mit Spinning-Rädern ausgestattet.
  • TSG 1899 Hoffenheim:Die TSG lässt auch in der kommenden Woche das Mannschaftstraining vorerst ruhen. Profis und U23-Spieler halten sich weiterhin mit Trainingsplänen individuell zu Hause fit.
  • 1. FC Köln: Die FC-Profis versammeln sich erst wieder am kommenden Freitag (27. März) wieder auf dem Trainingsplatz.
  • Union Berlin:Ursprünglich wollte der Aufsteiger am vergangenen Freitag wieder als Mannschaft trainieren, doch einen Tag vorher entschieden sich die Köpenicker dagegen. Stattdessen ist das Mannschaftstraining bis 31. März ausgesetzt und die Profi arbeiten in den eigenen vier Wänden mit individuellen Trainingsplänen.
  • Eintracht Frankfurt:Nachdem ein zweiter Spieler positiv auf das Coronavirus getestet worden ist, befindet sich die Mannschaft weiter in Quarantäne.
  • Hertha BSC: Die Berliner befinden sich nach einem positiven Coronafall in der Mannschaft geschlossen in 14-tägiger Quarantäne. Eigentlich sollte das Team am vergangenen Dienstag wieder ins Training einsteigen. Nun arbeitet jeder für sich zu Hause - das Datum für die Rückkehr ins gemeinsame Training ist offen.
  • FC Augsburg: Die Schwaben wollen das zuletzt ruhende Mannschaftstraining laut Geschäftsführer Stefan Reuter am Montag „in Gruppen auf dem Platz“ wieder aufnehmen. „Jeder Profisportler will sich, so gut es geht, fit halten. Wenn er zwei Tage Ruhe geben muss, wird er unruhig, und es kribbelt“, sagte der Ex-Profi.
  • FSV Mainz 05: Die Profis sollen sich weiterhin in „Heimarbeit“ fit halten, der geregelte Trainingsbetrieb bleibt auf unbestimmte Zeit ausgesetzt.
  • Fortuna Düsseldorf:Die Spieler trainieren bis auf Widerruf individuell, bereits seit geraumer Zeit gibt es diese Ansage.
  • Werder Bremen:Bis vorerst 30. März arbeiten die Hanseaten zu Hause an ihrer Fitness - nach Vorgaben von Trainer Florian Kohfeldt: „Die Spieler haben volle Trainingstage. Was wegfällt, ist das taktische Arbeiten auf dem Platz.“
  • SC Paderborn: Der normale Trainingsbetrieb ist ausgesetzt. Die Spieler, die sich in Quarantäne befinden, werden bis zum Ende der kommenden Woche zu Hause bleiben. Laut Martin Przondziono, Geschäftsführer Sport, wird es bezüglich der Wiederaufnahme des Trainings „keinen Schnellschuss, sondern besonnene Entscheidungen mit Augenmaß geben“.

Ex-St.-Pauli-Profi Halstenberg will auf Geld verzichten

Marcel Halstenberg von RB Leipzig unterstützt in der Corona-Krise eine Hilfsaktion von Kollegen - und wäre auch zu weiteren Schritten bereit. „Klar, würde ich auf mein Gehalt verzichten, um Mitarbeiter des Vereins zu unterstützen, wenn es zu so einer heftigen Krise kommt“, sagte der Verteidiger am Wochenende e bei „bild.de“. Da er momentan wenig Kontakt zu seinen Mitspielern habe, sei darüber jedoch noch nicht konkret gesprochen worden.

Der RB-Profi sagte, er werde die Hilfsaktion von Leon Goretzka und Joshua Kimmich #WeKickCorona mit einer Spende unterstützen. Nach Kimmichs Anfrage habe er umgehend zugesagt, um den Menschen zu helfen, „die es härter trifft als uns“, sagte er. „Besonders in schwierigen Zeiten müssen wir uns unterstützen und zusammenhalten!“, schrieb Halstenberg bei Instagram am Samstag. Auch sein Mitspieler Lukas Klostermann unterstützt die Aktion.

Der ehemalige Profi des FC St. Pauli sorgt sich in der Krise nach eigener Aussage vor allem um seine Familie: „Ich habe Angst um meine Familienangehörigen, weil mein Vater auch schwer krank ist“, sagte er. „Da möchte ich vermeiden, dass er dieses Virus bekommt.“ Er verbringe viel Zeit mit seiner Tochter und seiner Frau und gehe nur noch für das Wichtigste nach draußen.

Nationalspieler Kroos wird zum Fitnesstrainer

Nationalspieler Toni Kroos will seine Fans in Zeiten der Coronakrise mit einer besonderen Aktion dazu bewegen, in den eigenen vier Wänden zu bleiben. Der 30-Jährige vom spanischen Rekordmeister Real Madrid kündigte auf Instagram an, ab sofort täglich eine Übung zu präsentieren, die jeder in der eigenen Wohnung nachmachen kann und soll. Als Motivation stellte Kroos Preise in Aussicht, die jeden Tag an einen Teilnehmer der #TonisHomeChallenge gehen sollen.

„Es gibt immer noch einige Unverbesserliche, die glauben, es sind Ferien, die rausgehen, sich treffen. Das verlängert diese ganze Situation nur und ist obendrein extrem gefährlich für alle, die zu den Risikogruppen gehören. Deshalb lasst es bitte und bleibt zu Hause“, appellierte Kroos in dem Video.

Nach einem positiven Coronatest in der Basketball-Abteilung der Madrilenen hatten die Königlichen auch ihre gesamte Fußballmannschaft, darunter auch Kroos, Anfang vergangener Woche unter Quarantäne gestellt.

Mancini glaubt an Fortsetzung der Serie A

Italiens Nationaltrainer Roberto Mancini glaubt, dass die derzeit unterbrochene Serie-A-Meisterschaft im Mai fortgesetzt werden könnte. „Nach all dem, was geschehen ist, werden die Spieler noch mehr Enthusiasmus haben“, sagte der Ex-Nationalspieler in einem Interview mit der "Gazzetta dello Sport".

Rekordmeister Juventus Turin sei „weiterhin der Favorit, doch der Kampf ist offen. Lazio und Inter Mailand sind noch im Rennen. Da die Situation so außerordentlich ist, sind Prognosen unmöglich. Wenn die Meisterschaft wieder aufgenommen wird, bedeutet es, dass wir wieder zu einem normalen Leben gefunden haben“, betonte Mancini.

Auf die Verschiebung der Europameisterschaft um ein Jahr auf 2021 reagiert der Fußballlehrer gelassen. „Wir haben alle wegen dieser Verschiebung verloren. Doch wir haben die Möglichkeit, einen wichtigen Spieler wie den verletzten Stürmer Nicolo Zaniolo einzusetzen“, sagte der 55-Jährige.

Den viermaligen Weltmeister Deutschland zählt Mancini zum Favoritenkreis. „Ich rechne im kommenden Jahr mit einer EM auf höchstem Niveau und von größter Qualität. Deutschland, die Niederlanden und Spanien werden bis nächstes Jahr ihren Kader erneuert haben. Wir werden versuchen, dieses großartige Turnier zu gewinnen“, äußerte Mancini.

Schalke 04 legt wegen Corona alle Planungen auf Eis

Der FC Schalke 04 hat seine konkreten Personalplanungen wegen der durch das Coronavirus verursachten Spielpause gestoppt. „Bei uns gibt es einen Einstellungs- und Investitionsstopp“, sagte Sportchef Jochen Schneider in einer Umfrage von "Sport1": „Auch Transfergespräche sind vorerst auf Eis gelegt. Es geht jetzt um andere Dinge. Wir müssen Prioritäten setzen.“

Der Fußball werde im Sommer „einen gänzlich anderen Transfermarkt vorfinden“, sagte der 49-Jährige: „Wir wissen noch gar nicht, wann der beginnen wird, weil wir vielleicht noch den Juli brauchen, um die Saison zu beenden.“

Auch beim Nachbarn Borussia Dortmund ist man derzeit bei Gesprächen über die Zukunft vorsichtig. „Es geht momentan vor allem darum, die aktuelle Situation zu meistern als perspektivisch zu arbeiten“, sagte Sportdirektor Michael Zorc: „Wir befinden uns in einer Situation, die es so noch nie gegeben hat im Profi-Fußball.“

Auch sein Kollege von Markus Krösche von RB Leipzig arbeitet derzeit eher perspektivisch. „Ich beschäftige mich mit Alternativen für die nächsten zwei Jahre und schaue mir Ligen an, auf denen ich zuletzt vielleicht nicht so sehr den Fokus hatte“, sagte Krösche: „Zurzeit sind aber keine konkreten Deals möglich.“

Olympische Spiele: Athletenvereinigung fordert Verschiebung

Die internationale Athletenvereinigung „Global Athlete“ hat das Internationale Olympische Komitee angesichts der Coronavirus-Pandemie zur Verschiebung der Sommerspiele in Tokio aufgefordert. „Wenn sich die Welt zusammenschließt, um die Verbreitung des Covid-19-Virus zu begrenzen, muss das IOC das Gleiche tun“, hieß es in einer Mitteilung der Organisation vom Sonntag. Dutzenden von Athleten hätten sich bereits gegen eine Austragung der Tokio-Spiele wie vorgesehen vom 24. Juli bis 9. August ausgesprochen.

Das IOC habe immer wieder gesagt, es stehe im ständigen Austausch mit der Weltgesundheitsorganisation WHO und halte an der Position fest, dass es für eine Entscheidungen noch zu früh sei. „Die Athleten wollen Teil einer Lösung sein, um sicherzustellen, dass die Spiele ein Erfolg werden“, hieß es in der Erklärung weiter. „Unter den gegenwärtigen globalen Beschränkungen, die öffentliche Versammlungen einschränken sowie Trainingseinrichtungen und Grenzen schließen, haben die Athleten nicht die Möglichkeit, sich angemessen auf diese Spiele vorzubereiten. Ihre Gesundheit und Sicherheit müssen an erster Stelle stehen.“

Fußballprofi Fellaini hat sich in China angesteckt

Der frühere belgische Fußball-Nationalspieler Marouane Fellaini ist positiv auf das Coronavirus getestet worden. Das teilte sein Klub Shandong Luneng am Sonntag mit. Der 32 Jahre alte Ex-Spieler von Manchester United ist der erste bekannte Fall in der chinesischen Super League. Fellaini habe kein Fieber und fühle sich gut, teilte der Club mit. Er stehe aber unter Beobachtung. China war über mehrere Wochen das am schlimmsten betroffene Land der Pandemie, seit einigen Tagen vermelden die Behörden aber einen deutlichen Rückgang der Infektionsfälle. Shandongs Ligarivale FC Wuhan war sogar aus Spanien nach China zurückgekehrt. Die Liga kündigte an, den eigentlich für Ende Februar vorgesehenen und verschobenen Ligastart für Anfang Mai anzusetzen.

Unterdessen stecken sich immer mehr Fußballprofis an. Der argentinische Star Paulo Dybala ist positiv auf das Coronavirus Sars-CoV-2 getestet worden. Das bestätigte der 26-Jährige vom italienischen Rekordmeister Juventus Turin in den sozialen Netzwerken. Auch seine Freundin Oriana Sabatini hat sich mit dem Virus infiziert. „Glücklicherweise geht es uns bestens“, schrieb Dybala, der sich zudem für die zahlreichen Nachrichten bei seinen Fans bedankte. Dybala ist damit der dritte Juve-Profi nach Abwehrspieler Daniele Rugani und Weltmeister Blaise Matuidi, der positiv getestet worden ist.

Zu den Infizierten gehören außerdem Paolo Maldini (51), der langjährige Star-Verteidiger des AC Mailand, und dessen 18-jähriger Sohn Daniel. Beiden gehe es gut, sie seien in häuslicher Quarantäne.