Corona-Folgen für den Sport

Neuer Termin für Handball-Final4 in Hamburg steht fest

Der THW Kiel (hier nach dem Pokalsieg in Hamburg) ist für die Final4 bereits qualifiziert

Der THW Kiel (hier nach dem Pokalsieg in Hamburg) ist für die Final4 bereits qualifiziert

Foto: Witters

Zweiter Corona-Fall in der Formel 1. Erster Handball-Bundesligaprofi an Covid-19 erkrankt. Ex-HSV-Profi muss weiterspielen.

Hamburg. Die Coronavirus-Pandemie hat den Sport weltweit praktisch zum Stillstand gebracht. Die europäischen Ligen haben quer durch alle Sportarten ihren Spielbetrieb vorläufig eingestellt, einige bereits vorzeitig die Saison beendet. Auch der Amateur- und Breitensport ist betroffen: Hamburg hat am Sonntag die Nutzung von Sportanlagen untersagt und ein Trainingsverbot erteilt. Nahezu alle bevorstehenden Großveranstaltungen wurden abgesagt.

Die Deutsche Fußball-Liga (DFL) hat am Mittag beschlossen, den Spielbetrieb weiter auszusetzen. Für die Fußball-EM scheint eine Verschiebung unausweichlich.

Was wird jetzt aus den Olympischen Spielen, die im kommenden Sommer in Tokio stattfinden sollen? Wann ist überhaupt wieder an Sport zu denken?

Die wichtigsten Entwicklungen am Montag:

Handball: Final4 haben neuen Termin

Wie die Handball-Bundesliga mitteilt, gibt es für das wegen der Corona-Pandemie verschobene Finalwochenende um den DHB-Pokal einen neuen Termin: Statt am 4. und 5. April werden die Partien nun am 27. und 28. Juni in der Hamburger Barclaycard Arena ausgetragen. Qualifiziert für die Final4 sind der THW Kiel, der TBV Lemgo Lippe, die MT Melsungen und die TSV Hannover-Burgdorf.

St.-Pauli-Spieler wird erfinderisch: Quarantäne ist, wenn man trotzdem lacht

Besondere Situationen erfordern besondere Maßnahmen. Da die Profis des FC St. Pauli derzeit wegen der Coronavirus-Pandemie nicht trainieren dürfen, hat sich Abwehrspieler James Lawrence eine nicht ganz ernstgemeinte Alternative überlegt. Auf seinem Instagram-Kanal zeigt sich der Waliser, wie er mit einem Staubsaug-Roboter und einem Wischmopp einen Curling-Spieler imitiert. Mit den Worten "Alle Sportarten sind gecanceled? Nicht alle Sportarten!", kommentiert Lawrence das kurze Filmchen

Für sein "Curling-Talent" wurde er von seinen Mitspielern gefeiert. So quittierten Mittelfeldspieler Marvin Knoll und Abwehrchef Leo Östigard die sportliche Aktivität mit lachenden Smileys. "Das kannst Du doch nicht ernst meinen", schrieb unter anderem Teamkollege Matt Penney unter dem Post.

Formel 1 bestätigt zweiten Coronavirus-Fall

Der Formel-1-Reifenhersteller Pirelli hat einen positiven Coronavirus-Fall vermeldet. Betroffen ist ein Mitarbeiter, der auch beim letztlich abgesagten Großen Preis von Australien in Melbourne im Einsatz war.

Der Saisonauftakt war kurzfristig verschoben worden, nachdem ein Mitarbeiter des Rennstalls McLaren positiv auf Sars-CoV-2 getestet worden war. Wann die Motorsport-Königsklasse in die Saison starten wird, ist offen. Auch die Rennen in Bahrain, Vietnam und China wurden bereits verschoben.

Rad-Tour de Romandie fällt Coronavirus zum Opfer

Das Profi-Radrennen Tour de Romandie in der Schweiz fällt in diesem Jahr wegen der Coronavirus-Pandemie ersatzlos aus. Dies teilten die Organisatoren am Montag via Twitter mit

Als Etappenorte vom 28. April bis zum 3. Mai waren unter anderem Aigle, Martigny, La Neuveville und Sion eingeplant. Sie sollen nun für die Rundfahrt im Jahr 2021 (ab 27. April) drankommen. Zuvor waren bereits mehrere Frühjahrsklassiker wie Gent–Wevelgem, Mailand–Sanremo oder Tirreno–Adriatico wegen des Virus abgesagt worden.

Coronavirus: Tennisturnier der Damen in Stuttgart abgesagt

Das Tennisturnier in Stuttgart fällt der Coronakrise zum Opfer. Die Veranstalter sagten das für die Zeit vom 18. bis 26. April geplante WTA-Event am Montag ab. „Gerne hätten wir den Tennisfans auch in diesem Jahr wieder Weltklassetennis in der Porsche-Arena geboten. Die besonderen Umstände lassen das leider nicht zu“, sagte Turnierdirektor Markus Günthardt.

„Auch für uns hat die Gesundheit von Spielerinnen, Ballkindern, Zuschauern und allen Mitarbeitern oberste Priorität“, sagte Günthardt weiter. Der Fokus gelte ab sofort dem Turnier im kommenden Jahr. Die WTA kündigte unterdessen eine Pause der gesamten Frauentour bis mindestens 2. Mai an. Auch Turniere in Istanbul und Prag können nicht stattfinden. Die Männertour (ATP) pausiert bis mindestens 26. April.

Weiterer Valencia-Profi mit Coronavirus infiziert

Der französische Ex-Nationalspieler Eliaquim Mangala vom spanischen Fußball-Erstligisten FC Valencia ist nach eigenen Angaben positiv auf das Coronavirus getestet worden. „Ich fühle mich gut und habe keine Symptome im Zusammenhang mit dem Virus“, twitterte der 29 Jahre alte Abwehrspieler am Montag. Er sei in häuslicher Quarantäne und von seiner Familie getrennt.

Bereits am Sonntag hatte der Club fünf Coronafälle innerhalb der Mannschaft und des Betreuerstabs bestätigt. Einer der Infizierten ist Abwehrspieler Ezequiel Garay (33), der dies bei Instagram bekannt gab. Der argentinische Nationalspieler war am Sonntag der erste Spieler der Primera Division, der positiv getestet wurde.

Valencia hatte in der vergangenen Woche im Achtelfinal-Rückspiel der Champions League gegen Atalanta Bergamo (3:4) verloren. Die Italiener um Robin Gosens verkündeten am Sonntag, nach den positiven Fällen bei Valencia ihre Mannschaft in Quarantäne schicken zu wollen.

Coronavirus: Ungarn setzt Spielbetrieb aus

Der ungarische Fußballverband hat alle seine Wettbewerbe bis auf Weiteres ausgesetzt. Die Vereine wurden gebeten, auf Trainingseinheiten zu verzichten und es Spielern und Mitarbeitern zu ermöglichen, zu Hause zu bleiben. Das sagte am Montag Verbandssprecher Jeno Sipos in einem Video auf der Facebook-Seite des Verbandes: „Wir hoffen, dass wir dazu beitragen, die Ausbreitung der Epidemie zu stoppen.“

Es hätte noch in den Stadien gespielt werden können, aber nur, wenn die Organisatoren die Verantwortung übernähmen. Der fußballbegeisterte Premierminister Viktor Orban hatte am Montag im Parlament dann aber gesagt, es wäre noch besser, wenn überhaupt keine Spiele stattfinden würden.

Auch Handball-Bundesliga lehnt trotz Coronavirus Saisonabbruch ab

Die Handball-Bundesliga (HBL) wird ihre wegen der Coronakrise momentan unterbrochene Erstliga-Saison vorerst nicht abbrechen. Diese Entscheidung fällten die 18 Bundesligisten bei einer außerordentlichen Mitgliederversammlung am Montag. Die aktuelle Spielzeit bleibt damit zunächst bis zum einschließlich 22. April ausgesetzt.

Die HBL hält damit am Präsidiumsbeschluss fest, die Saison nach Möglichkeit zu Ende zu spielen. „Die Gesundheit und Sicherheit der Bevölkerung hat dabei selbstverständlich höchste Priorität“, heißt es in einer HBL-Mitteilung. Die Spieltage 28, 29 und 30 sind in der obersten Spielklasse ebenso auf unbestimmte Zeit verschoben wie das Final Four des DHB-Pokals in Hamburg (4./5. April).

Coronavirus: DFL setzt auf weitere Geisterspiele

Unabhängig vom Zeitpunkt der Wiederaufnahme des Spielbetriebs in den Bundesligen sind Spiele mit Fans in dieser Saison höchst unwahrscheinlich. „Geisterspiele werden die einzige Überlebenschance sein“, sagte Christian Seifert, Geschäftsführer der Deutschen Fußball Liga, am Montag nach der DFL-Mitgliederversammlung in Frankfurt/Main. „Es steht mehr auf dem Spiel als nur ein paar Fußballspiele.“

Die 36 Profi-Clubs entschieden angesichts der Coronavirus-Krise, die Bundesliga und 2. Liga bis mindestens zum 2. April auszusetzen. Seifert geht aber nicht davon aus, dass unmittelbar im Anschluss wieder gespielt werden kann. In der Woche ab dem 30. März soll es weitere Beratungen geben.

„Alle Clubs haben den Anspruch, in irgendeiner Art und Weise - solange rechtlich möglich und gesundheitlich vertretbar - die Saison regulär zu Ende kommen zu lassen“, sagte Seifert. Geisterspiele seien dafür ein Mittel zum Zweck: „Wenn jemand sagt, Geisterspiele kommen nicht infrage, der muss sich keine Gedanken mehr machen, ob wir mit 18 oder 20 Profi-Clubs spielen“, sagte der 50 Jahre alte DFL-Geschäftsführer. „Denn dann wird es keine 20 Profi-Clubs mehr geben.“

Wegen Coronavirus: US-Basketballer verlässt Göttingen

US-Basketballer Dylan Osetkowski hat den Bundesligaclub BG Göttingen wegen der Coronakrise auf eigenen Wunsch verlassen. Der Vertrag mit dem 23 Jahre alten Center wurde im gegenseitigen Einvernehmen aufgelöst, teilte der Verein am Montag mit.

„Wir haben allen Spielern angeboten, nach Hause reisen zu dürfen. Dylan ist bisher der Einzige, der dieses Angebot wahrgenommen hat. Wir haben absolutes Verständnis für seine Entscheidung“, sagte Trainer Johan Roijakkers. Osetkowski ist nach Angaben der Göttinger bereits in die USA zurückgereist, um nach der Ausbreitung des Coronavirus bei seiner Familie sein zu können.

Corona-Krise: FC Wuhan kehrt nach China zurück

Der Fußball-Erstligist FC Wuhan Zall kehrt nach wochenlanger Ungewissheit wegen des Ausbruchs der Corona-Pandemie in seiner Heimatstadt nach China zurück. „Wir werden uns in China sicherer fühlen als in Spanien“, sagte Trainer José González der "Süddeutschen Zeitung". Seine Mannschaft hatte zuletzt in Spanien trainiert.

Da die Zahl der Corona-Fälle in China jedoch rückläufig sein soll, möchte die Chinese Super League im Mai in die neue Saison starten – womöglich zunächst mit Geisterspielen. Ursprünglich war der Saisonstart für 22. Februar geplant, musste wegen des Coronavirus aber „bis auf Weiteres“ verschoben werden.

Die chinesische Millionenmetropole Wuhan gilt als Ursprung der Corona-Krise. Das örtliche Fußballteam hatte die Stadt bereits am 3. Januar verlassen, seit Ende Januar war es in Spanien

Turnierabsagen wegen Corona: Ludwig/Kozuch in Hamburg

Beachvolleyball-Olympiasiegerin Laura Ludwig und ihre Partnerin Margareta Kozuch vom HSV sind nach der Absage von zwei Turnieren in Rio de Janeiro und Cancún vorzeitig aus Südamerika nach Hamburg zurückgekehrt. Wegen der Coronakrise kann das Duo hier zwar nur eingeschränkt trainieren, will aber mehrere Sponsorentermine wahrnehmen.

In der vorläufigen Olympia-Qualifikationsliste des Weltverbandes FIVB liegen Ludwig/Kozuch mit 5440 Punkten auf dem 15. Rang und hätten das Ticket für die Olympischen Spiele in Tokio damit nach derzeitigem Stand sicher. Ob und wann die Serie der Weltturniere fortgesetzt wird, ist derzeit offen.

EM 2020: Russland bietet sich als Ausrichter an

In der Diskussion über eine Durchführung der EM 2020 hat Russland der Europäischen Fußball-Union (UEFA) seine Hilfe als potenzieller Gastgeber angeboten – und damit eine neue Perspektive ermöglicht. „Natürlich sind wird bereit. Wir müssen aber zuerst diskutieren, wie das Format aussehen könnte, wie viele Spiele stattfinden würden und so weiter“, sagte Alexei Sorokin, Chef des Organisationskomitees für die WM 2018, russischen Medien.

Sorokin bekräftigte, dass die Austragung der Endrunde in Russland „von der UEFA evaluiert werden muss“. Dass die UEFA, die am Dienstag bei einem Krisengipfel über das weitere Vorgehen berät, am bisherigen Termin (12. Juni bis 12. Juli) festhält, ist angesichts der Corona-Pandemie allerdings unrealistisch. Viel wahrscheinlicher als die lokale scheint die zeitliche Verschiebung in den Dezember dieses Jahres oder in den Sommer 2021.

Handballer der Rhein-Neckar Löwen mit Coronavirus infiziert

Die Handball-Bundesliga hat ihren ersten offiziell bestätigten Coronafall. Der dänische Weltmeister Mads Mensah von den Rhein-Neckar Löwen hat sich mit dem Virus infiziert und ist an COVID-19 erkrankt. Dies teilte der deutsche Meister von 2016 und 2017 am Montag mit. Mensah sei „umgehend gemeinsam mit seiner Familie vorsorglich in eine 14-tägige häusliche Quarantäne“ überstellt worden, hieß es in der Vereinsmitteilung.

„Wir befinden uns in ständigem Kontakt mit unserem Mannschaftsarzt, dem Gesundheitsamt und den Behörden und werden alles tun, was in unserer Macht steht, um eine Verbreitung des Virus zu verlangsamen“, sagte Löwen-Geschäftsführerin Jennifer Kettemann: „Wir sind uns unserer Verpflichtung und Verantwortung in dieser kritischen Situation bewusst. Die Gesundheit unserer Spieler und Mitarbeiter hat für uns oberste Priorität.“ Der Club hat den Trainingsbetrieb bis auf Weiteres ausgesetzt.

Mensah habe in der vergangenen Woche über grippeähnliche Symptome geklagt und wurde daraufhin positiv getestet. Mittlerweile fühle sich der 28-jährige Rückraumspieler nach eigener Aussage „wieder fit und voll belastbar“.

Coronavirus-Pandemie: Zweifel an Olympia wachsen

Angesichts der Corona-Pandemie wachsen auch im Gastgeberland Japan Zweifel an den Olympischen und Paralympischen Spielen 2020 in Tokio. Einer Umfrage der japanischen Nachrichtenagentur Kyodo zufolge glauben 69,9 Prozent der Befragten nicht, dass die Großevents wie geplant stattfinden werden. Die japanische Regierung, die Organisatoren und auch das Internationale Olympische Komitee (IOC) hatten zuletzt mehrfach betont, die Vorbereitungen regulär fortsetzen zu wollen.

Die Olympischen Spiele sind vom 24. Juli bis 9. August terminiert, die Paralympics sind für den 25. August bis 6. September angesetzt. Zuletzt hatte IOC-Präsident Thomas Bach in den ARD-Tagesthemen versichert, man arbeite mit vollem Engagement „auf den Erfolg der Olympischen Spiele mit der Eröffnungsfeier am 24. Juli hin“. Nach Informationen der Nachrichtenagentur AFP soll es am Dienstag eine Telefonkonferenz mit den internationalen Fachverbänden geben.

In den vergangenen Tagen waren unzählige Sportevents abgesagt oder verschoben worden. Davon betroffen sind auch eine ganze Reihe von Qualifikationswettbewerben für die Olympischen Spielen.

Zwei Jena-Profis wegen Coronavirus in Quarantäne

Zwei Spieler des Fußball-Drittligisten FC Carl Zeiss Jena sind vorsorglich unter häusliche Quarantäne gestellt worden. Nach einem Bericht der „Thüringer Allgemeinen“ lässt der Club prüfen, ob sich die Profis mit dem Coronavirus infiziert haben. Die Freundin eines Spielers war kürzlich aus einem Risikogebiet zurückgekehrt. Im zweiten Fall hatte ein Spieler Menschen getroffen, die mit Corona-Patienten Kontakt hatten.

„Beide Spieler zeigen bislang keine Symptome. Den anderen Spielern haben wir auch gesagt, dass sie vorsorglich zu Hause bleiben und ihre sozialen Kontakte minimieren sollen“, sagte Teamarzt Stefan Pietsch. Der FCC hatte am Sonntag den Trainingsbetrieb bis vorerst 22. März ausgesetzt. Auf der Tagung der Drittligisten am Montag in Frankfurt will sich der Club für einen Abbruch der Saison einsetzen.

Zwei Teams vor Corona-Quarantäne – A-League spielt weiter

Die Fußball-Liga A-League setzt ihren Spielbetrieb trotz der Corona-Pandemie fort. Wie der australische Verband FFA am Montag entschied, werden die weiteren Begegnungen ohne Zuschauer ausgetragen, obwohl zwei der elf Teams vor einer Quarantäne stehen. In der A-League, in der zehn australische und ein neuseeländisches Team spielen, stehen unter anderem auch Alexander Baumjohann (Sydney FC) und der Ex-HSV-Profi Nicolai Müller (Western Sydney Wanderers) unter Vertrag.

„Die Gesundheit und Sicherheit der Fußball-Gemeinschaft sind von größter Bedeutung“, sagte FFA-Vorstandschef James Johnson: „Wir werden mit der Regierung weiter eng zusammenarbeiten und Rat suchen, wenn sich die Situation ändert.“

In den kommenden Wochen ergeben sich für die Teams aber einige Probleme. Nach einer seit Mitternacht gültigen neuen Regel der australischen Regierung müssen die Spieler von Wellington Phoenix als auch von Melbourne Victory in eine vierzehntägige Quarantäne. Beide Mannschaften schafften es nach ihrer Begegnung in der neuseeländischen Hauptstadt am Sonntag nicht rechtzeitig nach Australien, wo ihre nächsten Spiele stattfinden sollen.

Coronavirus: Volleyballnationalspieler in Quarantäne

Der deutsche Volleyball-Nationalspieler Linus Weber von den Powervolleys Milano hat die Lage in Italien mit der Ausgangssperre als „erschreckende Situation“ bezeichnet. Der 20-Jährige gebürtige Geraer, der im Sommer vergangenen Jahres von den Berlin Volleys in die Lombardei gewechselt war, befindet sich derzeit selbst in Quarantäne. „Ein bisschen kränkel ich schon“, zitierte die „Berliner Zeitung“ Weber nach einem Telefongespräch.

Er sprach auch von leichtem Fieber. Gewissheit, ob das Coronavirus auch ihn erwischt habe, hat Weber nicht. „Es könnte auch eine normale Grippe sein“, sagte Weber. Da Arztpraxen, Kliniken und Labore in Mailand derzeit völlig überlastet seien, seien Tests auf Covid-19 auch nicht möglich. Die Powervolleys Milano haben der Mannschaft zwei Wochen Quarantäne verordnet. Vorausgegangen war eine Partie des Challenge Cups gegen VC Saaremma aus Estland und Kontakt von Teammitgliedern zu Personen, die mit dem Coronavirus infiziert waren.

Absagen wegen Coronavirus: Bolsonaro spricht von Hysterie

Brasiliens Präsident Jair Bolsonaro hat Absagen im Sport wegen der Coronavirus-Pandemie als „Hysterie“ bezeichnet. „Wenn Sie Fußball und andere Dinge verbieten, geraten Sie in Hysterie. Dieses und jenes zu verbieten, wird die Ausbreitung nicht eindämmen“, sagte der Staatschef bei CNN Brasil und betonte: „Wir müssen handeln, das Virus kann zu einem ernsten Problem werden. Aber die Wirtschaft muss funktionieren, denn wir dürfen keine Welle der Arbeitslosigkeit haben.“

Der südamerikanische Verband Conmebol hatte zuletzt die anstehenden Spiele der Copa Libertadores verschoben. Auch die Partien der WM-Qualifikation in Südamerika, die für den 26., 27. und 31. März terminiert waren, sind abgesagt. Bolsonaros Kommunikationssekretär Fábio Wajngarten, der bei einer Reise in die Vereinigten Staaten auch US-Präsident Donald Trump getroffen hatte, war positiv auf das Coronavirus getestet worden. Daraufhin machte Bolsonaro ebenfalls einen Test, von dem er sagte, dass er negativ gewesen sei.

Coronavirus: Fangemeinschaft gegen weitere Geisterspiele

Die Fangemeinschaft „Unsere Kurve“ hat vor einer schnellen Wiederaufnahme des Fußball-Spielbetriebs gewarnt und sieht Geisterspiele nicht einmal als Notlösung. Dies teilte die Interessensgemeinschaft am Montag mit. „Die Saison muss so lange unterbrochen werden, wie es gesamtgesellschaftlich notwendig ist. Es darf nicht sein, dass das öffentliche Leben stillgelegt wird, der Profifußball aber weiterhin mit allen Mitteln versucht, eine Scheinrealität aufrechtzuerhalten“, hieß es in der Mitteilung.

Die Folgen der Krise dürften auch die Clubs wirtschaftlich hart treffen. „Unsere Kurve“ fordert dazu: „Der Profifußball muss sich aus eigener Kraft helfen und auf die Inanspruchnahme staatlicher Hilfen verzichten. Dies kann durch die Einrichtung eines eigenen Fonds realisiert werden.“ Demnach könnten Topverdiener bei Spielern und Funktionären „nach Einkommen gestaffelt für eine bestimmte Zeit auf Anteile ihres Gehalts verzichten“.

Coronavirus: Schwimmverband erwägt kleineren Wettbewerb

Der Deutsche Schwimmverband (DSV) denkt aufgrund der Coronavirus-Krise über eine abgespeckte Qualifikation für die Olympischen Spiele in Tokio nach. „Zum Beispiel könnte man einen kleineren Wettbewerb mit maximal 50 Teilnehmern organisieren, damit sich alle in der Halle aus dem Weg gehen können. Allerdings müssten dies auch die Gesundheitsämter genehmigen“, sagte Bundestrainer Bernd Berkhahn der „Magdeburger Volksstimme“.

Darüber haben die Bundestrainer Berkhahn und Hannes Vitense sowie Leistungssportdirektor Thomas Kurschilgen bereits beraten. Eine Entscheidung soll in den kommenden Tagen gefällt werden.

Coronavirus: DFB plant Hilfsfonds für 3. Liga

Der Deutsche Fußball-Bund hat seine Absicht bekräftigt, Vereinen aus der 3. Liga in der Coronavirus-Krise zu helfen. „Es geht darum, im Notfall sehr gezielt Überbrückungshilfen zu geben, um Liquiditätskrisen zu vermeiden“, zitierte der „Kicker“ am Montag DFB-Schatzmeister Stephan Osnabrügge. In der dritthöchsten Spielklasse haben Clubs ohnehin immer wieder mit finanziellen Schwierigkeiten zu kämpfen.

Die nun ausbleibenden Einnahmen durch die Aussetzung der Partien belasten die Vereine zudem. Der Verlust für alle Clubs soll zusammen etwa 1,1 Millionen Euro pro Spieltag betragen. Laut Schatzmeister Osnabrügge muss der Verband aber auch die eigene Haushaltsplanung im Auge behalten, da auch er von der Krise „natürlich wirtschaftlich betroffen sein“ werde, berichtete der „Kicker“.

HFC-Präsident an Covid-19 erkrankt

Einige Vereinsverantwortliche haben sich bereits für einen Abbruch der Saison ausgesprochen, darunter auch der vom Abstieg bedrohte Hallesche FC, dessen Präsident Jens Rauschenbach an Covid-19 erkrankt ist. „Dieses "Hin und Her", diese Salamitaktik, all die Theorien und Eventualitäten sind in den vergangenen Tagen zu Recht kritisiert worden. Der DFB sollte nun für klare Aussagen sorgen“, hieß es in einer Erklärung am Sonntag. „Wir sehen zum Abbruch der Saison in der 3. Liga keine Alternative.“

Coronavirus: Boxer kämpfen ohne Fans weiter

Die europäische Olympia-Qualifikation der Boxer in London wird von Montag an ohne Zuschauer fortgesetzt. Das teilte der Ausrichter mit. Als Gründe wurden eine „veränderte Situation mit dem Coronavirus sowie Bedenken um die öffentliche Gesundheit“ angegeben. An den ersten beiden Tagen des Turniers waren in der Olympia-Halle von 2012 noch Zuschauer zugelassen.

In London kämpfen 342 Athleten bis zum 24. März um 77 Quotenplätze für die Sommerspiele in Tokio (24. Juli bis 9. August). Um sich sicher für Olympia zu qualifizieren, muss man das Halbfinale erreichen. Die Verlierer der Viertelfinals ermitteln in einigen Gewichtsklassen in Ausscheidungskämpfen die restlichen Tokio-Starter. Wer in London scheitert, hat im Mai in Paris bei der globalen Qualifikation eine weitere Chance.

Trotz Corona-Pandemie: Bielefeld gegen Saisonabbruch

Die Verantwortlichen des Zweitliga-Tabellenführers Arminia Bielefeld haben sich deutlich gegen ein mögliches Szenario eines Saisonabbruchs positioniert. „Man kann nicht hingehen und sagen, wir tun so, als wenn die Saison nicht gespielt worden wäre“, wurde Geschäftsführer Markus Rejek im „Kicker“ zitiert. „Da können Sie sich vorstellen, da werden wir als Arminia Bielefeld komplett auf die Barrikaden gehen.“ Vor der Mitgliederversammlung der Deutschen Fußball-Liga sagte der 51-Jährige aber auch: „Es geht nicht nur um den Fußball, sondern um die Gesamtentwicklung. Wir müssen unseren Teil dazu beitragen, diese Pandemie einzudämmen.“

Trainer Uwe Neuhaus äußerte die Hoffnung, dass die Arminia ihre Tabellenführung nach einer nun angeordneten Pause sportlich verteidigen und damit den Aufstieg in die erste Liga perfekt machen kann. „Ich gehe fest davon aus, dass die Saison zu Ende gespielt wird. Wann auch immer“, sagte Neuhaus. Die DFL will den Clubs am (heutigen) Montag die Aussetzung des Spielbetriebs bis zum 2. April vorschlagen. Der 26. Spieltag war kurzfristig am vergangenen Freitag wegen der Coronavirus-Pandemie abgesagt worden.

Coronavirus: Das müssen Sie über Fachbegriffe wissen

  • Coronavirus: Eine Klasse von Viren, zu denen der neuartige Erreger gehört
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US-Sport muss wegen Coronavirus noch länger pausieren

Der US-Sport wird wegen der Coronavirus-Krise wohl viel länger ruhen müssen als von den großen Ligen zunächst erhofft. Die US-Gesundheitsbehörde CDC empfahl, in den kommenden acht Wochen im ganzen Land Veranstaltungen mit 50 Personen und mehr zu verschieben oder abzusagen. Das überschreitet die angepeilten Pausen in der NHL (Eishockey) und der MLS (Fußball) deutlich.

Die Basketball-Profiliga NBA hatte in ihrer offiziellen Mitteilung von einer Pause auf unbestimmte Zeit gesprochen. Auch der zunächst nur um zwei Wochen verschobene Saisonstart in der Baseball-Liga MLB wird unter diesen Umständen nicht zu halten sein. Infrage steht nun auch das traditionsreiche Galopprennen Kentucky Derby Anfang Mai.

Basketball: Bundesligaclub fordert wegen Coronavirus Saisonabbruch

Basketball-Bundesligist Syntainics MBC rechnet angesichts der Coronavirus-Krise fest mit einem Abbruch der Saison. „Die einzige Alternative wäre eine Wundersituation, dass es plötzlich einen Impfstoff gibt, der alle Menschen ruck, zuck heilt. Oder die Ausbreitung wird wie durch Wunderdinge gestoppt“, sagte MBC-Manager Martin Geissler. „Aber wir wissen, dass das nicht passieren wird.“ Geissler sprach sich für eine Annullierung der Saison ohne Absteiger aus.

Bei den Weißenfelsern endeten die meisten Spielerverträge am 2. Mai. Es sei unrealistisch, dass man den Spielbetrieb nach diesem Datum länger aufrechterhalten könnte, sagte er. Topscorer Kaza Kajami-Keane bat angesichts der immer strengeren Einreisebedingungen in sein Heimatland Kanada um vorzeitige Auflösung seines Vertrages.

Formel 1: Erster Coronavirus-Fall ohne Symptome

Der erste Coronavirus-Fall der Formel 1 erholt sich. Die Symptome bei dem Mitarbeiter des englischen McLaren-Teams sind verschwunden. Dies erklärte der Chef des Motorsport-Projekts, Zak Brown. Auch die Leute in Quarantäne seien frohen Mutes. In der vergangenen Woche war bei einem McLaren-Mitarbeiter im Fahrerlager von Melbourne das Virus Sars-CoV-2 nachgewiesen worden. Es kann die Lungenkrankheit Covid-19 verursachen. McLaren zog daraufhin seine Teilnahme am Saisonauftakt in Australien zurück, der kurz danach komplett abgesagt wurde.

Später wurden weitere 14 Mitarbeiter des früheren Weltmeisterteams als Coronavirus-Verdachtsfälle eingestuft, die in engem Kontakt mit dem nachgewiesenen ersten Fall gewesen waren. Es handelte sich dabei weder um die Fahrer Carlos Sainz und Lando Norris noch Teamchef Andreas Seidl. Die 14 Angestellten sind in Melbourne isoliert.

Coronavirus: PSG stellt Trainingsbetrieb ein

Das von Thomas Tuchel trainierte Team des französischen Meisters Paris Saint-Germain stellt den Trainingsbetrieb aufgrund der Gefahren der Coronavirus-Pandemie auf unbestimmte Zeit ein. Die Regelung gelte ab Montag, teilte der Club der deutschen Nationalspieler Julian Draxler und Thilo Kehrer am Sonntag mit. Neue Informationen wurden für Mittwoch angekündigt.

Coronavirus: So können Sie sich vor Ansteckung schützen

  • Niesen oder husten Sie am besten in ein Einwegtaschentuch, das sie danach wegwerfen. Ist keins griffbereit, halten Sie die Armbeuge vor Mund und Nase. Danach: Hände waschen
  • Regelmäßig und gründlich die Hände mit Seife waschen
  • Das Gesicht nicht mit den Händen berühren, weil die Erreger des Coronavirus über die Schleimhäute von Mund, Nase oder Augen in den Körper eindringen und eine Infektion auslösen können
  • Ein bis zwei Meter Abstand zu Menschen halten, die Infektionssymptome zeigen
  • Schutzmasken und Desinfektionsmittel sind überflüssig – sie können sogar umgekehrt zu Nachlässigkeit in wichtigeren Bereichen führen