Ruder-Gesellschaft Hansa

Tim Ole Naske kämpft um seine neue Position

Tim Ole Naske (23) vom Ruder-Gesellschaft Hansa hofft, bei den Olympischen Spielen in Tokio im Doppelvierer um eine Medaille zu kämpfen.

Tim Ole Naske (23) vom Ruder-Gesellschaft Hansa hofft, bei den Olympischen Spielen in Tokio im Doppelvierer um eine Medaille zu kämpfen.

Foto: Tim Groothuis / Witters

Der Ruderer steigert seine Ergometer-Bestleistung um Sekunden – trotz Jurastudium. Reicht das für den ersten Weltcup?

Hamburg. Er ist wahrlich nicht dafür bekannt, ein Mauerblümchen zu sein. Tim Ole Naske zählt zu der Sorte Athleten, die ihre Meinung ohne diplomatischen Einschlag äußern. Und wenn er am Olympiastützpunkt sein Krafttraining absolviert, dann steht der 23-Jährige von der Ruder-Gesellschaft Hansa dank seiner verbalen und körperlichen Präsenz im Mittelpunkt.

Dass Naske allerdings mit der neuesten Nachricht, seiner Nominierung als Schlagmann des deutschen Doppelvierers, überraschend zurückhaltend umgeht, hat einen Grund. „Zunächst einmal muss ich meine Nominierung noch bei einem Ergotest bestätigen. Und dann gilt sie auch nur für den ersten Weltcup“, sagt Naske.

Der Ergotest steht am letzten Februarwochenende am Leistungszentrum in Ratzeburg an, der erste Weltcup wird vom 10. bis 12. April im italienischen Sabaudia ausgefahren. Sollte sich die Crew dort allerdings in Topform präsentieren, könnte das mehr als ein Fingerzeig hinsichtlich der Besetzung für die Olympiasaison sein, die mit den Sommerspielen in Tokio (24. Juli bis 9. August) ihren Höhepunkt erleben wird.

Naske kämpft um seine neue Position in der Ruder-Gesellschaft Hansa

Tim Ole Naske macht kein Geheimnis daraus, dass er seine neu gewonnene Position mit aller Macht verteidigen möchte. Der Doppelvierer, der zuletzt in London und Rio de Janeiro olympisches Gold gewann, hat im Skullerbereich Priorität.

„Die Bundestrainer haben nach der WM im vergangenen Jahr angekündigt, den Doppelvierer mit den stärksten Leuten besetzen zu wollen, und da wollte ich natürlich dazugehören“, sagt der Jurastudent, der sein Uniprogramm trotz der anstehenden Strapazen nicht ruhen lässt. „Mir tut die Ablenkung für den Kopf sehr gut“, sagt er.

Bei der WM 2019 in Linz hatte Naske mit dem Rostocker Stephan Krüger (31) den Doppelzweier für Olympia qualifiziert. Woran es lag, dass er seine Trainingsleistungen in einem solchen Maß hatte verbessern können, dass der für den Doppelvierer verantwortliche Bundestrainer Marcus Schwarzrock ihn nun für den geeigneten Schlagmann hält, kann er nicht im Detail benennen. „Ich habe nichts verändert. Ich bin ohne große Krankheiten oder Verletzungen durch den Winter gekommen, das mag eine Rolle gespielt haben“, sagt er.

Ruderer steigert Ergometer-Bestleistung um rund zwei Sekunden

Auf dem Wasser zählte Tim Ole Naske immer zu den Besten. Nun konnte er seine Ergometer-Bestleistung um rund zwei Sekunden steigern. „Ich glaube, dass das auch den Ausschlag dafür gegeben hat, dass ich zusätzlich auf mich aufmerksam machen konnte“, sagt er.

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Das Vertrauen der Bundestrainer, ihn als Schlagmann zu nominieren, ehre ihn, „ich habe hart dafür gearbeitet und wäre auch an jeder anderen Position glücklich. Aber natürlich ist Schlag etwas Besonderes.“ Sollte er diese Position bis Tokio bekleiden, dann dürfte es auch wieder die forschen Ansagen geben, für die Tim Ole Naske bekannt ist.