Skisport

"Größter Schwachsinn aller Zeiten": Felix Neureuther in Rage

Kann den Internationalen Skiverband FIS nicht verstehen: Der ehemalige Topläufer Felix Neureuther.

Kann den Internationalen Skiverband FIS nicht verstehen: Der ehemalige Topläufer Felix Neureuther.

Foto: Imago/GEPA pictures

Ex-Skistar eifert mit markanten Worten gegen neue Formate des Weltverbands. Andere Sportler bringen sogar einen Boykott ins Spiel.

Der frühere Skirennläufer Felix Neureuther hat scharfe Kritik an den Parallel-Rennen im Weltcup geübt und deren Abschaffung gefordert. „Dieses ganze Parallel-Gedöns! Dass das Teil des Weltcups ist, das ist der größte Schwachsinn aller Zeiten“, sagte der ARD-Experte der österreichischen Kronen-Zeitung: "Das hat nichts mit diesem Skisport zu tun, den wir lieben. Das muss weg vom Weltcup!"

Neureuther: "Wir sind doch keine Snowboarder!"

Der Internationale Skiverband (FIS) setzt im Werben um ein jüngeres Publikum seit geraumer Zeit auf neue Formate wie den Team Event, Parallel-Slaloms oder -Riesenslaloms. In dieser Saison wird sogar erstmals eine eigene Kristallkugel vergeben – bei den Männern nach nur zwei (bereits absolvierten) Rennen, bei den Frauen nach drei.

Neureuther hält überhaupt nichts von dieser Art Skirennsport. "Nur pushen, pushen, pushen und ein, zwei Übergänge. Wir sind doch keine Snowboarder“, sagte er: "Die Kunst, sich auf diesen schmalen Dingern zu bewegen, muss wieder in den Vordergrund rücken. Bitte, liebe Leute von der FIS, das muss gestoppt werden.“

Top-Star Yule bringt Boykott ins Spiel

Schon nach dem Parallel-Riesenslalom am Sonntag in Chamonix, wo Alexander Schmid (Fischen) auf Rang drei gefahren war, hatte es scharfe Kritik der Athleten gegeben. "Ich fühle mich verschaukelt“, schimpfte der Franzose Alexis Pinturault, einer der Top-Stars, "wir Athleten werden als Spielfiguren einer Show angesehen und nicht als Akteure einer Sportart.“

Der Schweizer Daniel Yule, überragender Slalomfahrer des Winters und Athletensprecher, fragte: "Sollen wir einen Boykott lancieren?“

Neureuther will die "Zeiten meiner Eltern"

Die FIS setzt dennoch unbeirrt auf das Parallel-Format. Der Team Event ist seit 2018 olympisch, im Einzel sollen 2021 in Cortina d'Ampezzo erstmals WM-Medaillen vergeben werden.

Für Neureuther wäre "weniger mehr“. Er schlägt eine Rückkehr "zu den Zeiten meiner Eltern“ vor: "Zehn Abfahrten, zehn Riesentorläufe, zehn Slaloms. (...) Gefahren wird an den richtig geilen Traditionsorten: Kitz, Schladming, Garmisch, Bormio, St. Moritz, Wengen, Beaver Creek. Freitag Nachtslalom, Samstag Abfahrt, Sonntag Riesentorlauf.“