Fußball-Ticker

Champions League: Carlo Ancelotti trotz Erfolgs gefeuert

Champions League: Carlo Ancelotti beim SSC Neapel entlassen. Obwohl der frühere Trainer des FC Bayern die K.o.-Runde erreichte musste er gehen.

Champions League: Carlo Ancelotti beim SSC Neapel entlassen. Obwohl der frühere Trainer des FC Bayern die K.o.-Runde erreichte musste er gehen.

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Aktuelle Meldungen, heiße Gerüchte, scharfe Zitate, Verletzungen und Transfergeflüster. Der Fußball-Ticker hält Sie auf dem Laufenden.

Der Fußball-Ticker am Dienstag, den 10. Dezember 2019:

Ancelotti trotz Erfolg in Neapel entlassen

So kurios trennt sich sonst nur Bayern München von seinen Trainern: Der frühere Bayern-Coach Carlo Ancelotti ist nach dem Einzug in das Achtelfinale der Champions League beim SSC Neapel beurlaubt worden. Neapel hatte durch ein 4:0 gegen KRC Genk die K.o.-Runde erreicht und erstmals nach neun sieglosen Spielen wieder gewonnen. Unmittelbar nach dem Spiel hatte der 60-Jährige Rücktrittsgedanken zurückgewiesen. „Ich bin noch nie in meinem Leben zurückgetreten - und ich werde es nicht tun“, hatte Ancelotti dem Sender Sky Sport Italia gesagt. Als Nachfolger könnte Ex-Nationalspieler Gennaro Gattuso verpflichtet werden.

Klopp wendet mit Liverpool Vorrundenaus ab

Teammanager Jürgen Klopp hat mit Titelverteidiger FC Liverpool sein „Endspiel“ gewonnen und als Gruppensieger das Achtelfinale der Champions League erreicht. Die Reds siegten beim österreichischen Serienmeister RB Salzburg 2:0 (0:0) und verteidigten damit erfolgreich die Spitzenposition in der Gruppe E. Der SSC Neapel um den ehemaligen Bayern-Coach Carlo Ancelotti sicherte sich durch das 4:0 (3:0) gegen den belgischen Meister KRC Genk mit dem früheren HSV-Trainer Hannes Wolf den zweiten Platz.

Der frühere Leipziger und Salzburger Naby Keita per Kopf (57.) und Superstar Mohamed Salah (58.) aus spitzem Winkel stellten in Salzburg, das sich als Dritter für die Zwischenrunde der Europa League qualifizierte, innerhalb von 100 Sekunden die Weichen für den souveränen Tabellenführer der englischen Premier League.

Damit bleibt der FC Chelsea der einzige Titelverteidiger, der jemals in der Gruppenphase der Champions League scheiterte. Das passierte dem Londoner Club im Herbst 2012 nach dem Finalsieg wenige Monate zuvor in München gegen den FC Bayern.

Miliks Blitz-Hattrick für Neapel gegen Genk

Im Stadio San Paolo von Neapel ebnete der frühere Leverkusener Arkadiusz Milik (3./26./38., Foulelfmeter) mit einem Hattrick den Weg zum ersten Sieg der Azzurri nach einer schwarzen Serie von neun Pflichtspielen. Es war der schnellste Hattrick ab Anpfiff gerechnet seit Zlatan Ibrahimovics Dreierpack gegen den RSC Anderlecht im Oktober 2013. Der Belgier Dries Mertens (75., Handelfmeter) schraubte das Ergebnis weiter in die Höhe.

Genks Maarten Vandevoordt, seit Dienstag mit 17 Jahren und 287 Tagen der jüngste Torhüter, der jemals in der Königsklasse jemals eingesetzt wurde, erwischte einen unglücklichen Abend. Vor dem ersten Gegentor schob er Milik den Ball vor die Füße, dann verschuldete er den Strafstoß vor dem 0:3.

Hertha: Klinsmann klar für reines Fußballstadion

Bei Hertha BSC haben laut Trainer Jürgen Klinsmann alle den Ernst der sportlichen Lage verinnerlicht. „Die Mannschaft hat kapiert, dass wir im Abstiegskampf sind und es eine prekäre Situation ist“, sagte der frühere Bundestrainer am Dienstag in einem Facebook-Live-Chat des Clubs mit Fans.

Angesichts von nur zwölf Punkten und Rang 15 in der Tabelle ist es für Klinsmann „im Moment die Priorität, bis Weihnachten so viele Punkte wie möglich zu holen.“ Im kommenden Heimspiel gegen den SC Freiburg am Sonnabend (15.30 Uhr/Sky) „brauchen wir dringend einen Dreier. Die Mannschaft wird sich zerreißen.“

Zu möglichen Verstärkungen in der kommenden Transferperiode äußerte sich Klinsmann verhalten. „Es muss zu Hertha und Berlin passen und etwas sein, was nicht nur kurzfristig hilft“, sagte der 52-Jährige. Natürlich setze man sich aber mit Manager Michael Preetz und der Vereinsführung zusammen.

In der anhaltenden Stadiondebatte sprach sich Klinsmann deutlich für den Bau einer reinen Fußball-Arena aus, die der Club für 2025 anstrebt. „Wir brauchen ein reines Fußball-Stadion – so schnell wie möglich“, sagte Klinsmann und rechnete vor: "Das bringt dir im Jahr locker acht bis zehn Punkte.“ Als Positivbeispiel nannte er Herthas Stadtrivalen Union Berlin und dessen Stadion An der Alten Försterei.

Dem Verbleib von Bundestorwarttrainer Andreas Köpke bei Hertha BSC über den 1. Januar 2020 hinaus räumte er erneut wenig Chancen ein. "Wir sind happy, dass er bis Weihnachten mitmacht. Ich glaube nicht, dass wir den Andi danach noch bei uns haben. Der Jogi braucht ihn dringend für die EM“, sagte Klinsmann.

Lyon-Krawalle: Probleme für Leipziger Fans

Der Generalstreik und die gewalttätigen Proteste halten in Lyon auch die Fans von RB Leipzig in Atem. Am Dienstagmittag warnte der Club seine Anhänger davor, sich auf dem Place Bellecour zur gemeinsamen Fahrt ins Stadion zu treffen. Kurz darauf gab es auf und um den Platz massive Zusammenstöße zwischen Demonstranten und Polizei. Wasserwerfer und Tränengas wurden eingesetzt, Hubschrauber kreisten über der Stadt. In seinem letzten Gruppenspiel der Champions League tritt Leipzig am Dienstag (21.00 Uhr/Sky) bei Olympique Lyon an.

Der Generalstreik und die Proteste gegen die geplante Rentenreform sorgen seit Tagen für Probleme in Frankreich. Einige Leipziger Fans konnten nicht anreisen, weil der Schnellzug TGV von Frankfurt in die zweitgrößte französische Stadt ausgefallen war. Auch die Abreise könnte sich schwierig gestalten, denn bis Mittwochmorgen streikt die Flugsicherung.

Leverkusen vs. Juve: Bosz als Geheimniskrämer

Bayer Leverkusen macht aus seiner Aufstellung für das letzte Gruppenspiel der Werkself in der Champions League gegen Juventus Turin am Mittwoch (21.00 Uhr/DAZN) ein Geheimnis. „Wir haben gegenüber Schalke zwei Änderungen im Kader. Wer spielt, werden sie am Mittwochabend sehen“, sagte der Niederländer vor dem Abschlusstraining von Bayer am Dienstagnachmittag.

Der in der Liga gesperrte Nationalspieler Jonathan Tah rückt aller Wahrscheinlichkeit für Aleksandar Dragovic in die Abwehr-Viererkette. Im Angriff wird wohl Kevin Volland für Lucas Alario spielen, der mit seinem Doppelpack gegen Schalke der Mann des Spiels war. Verzichten muss Bosz gegen den italienischen Rekordmeister auf den gesperrten Nadiem Amiri sowie die verletzten Joel Pohjanpalo und Mitchell Weiser.

Bayer kann nach drei Niederlagen in den ersten drei Gruppenspielen noch das Achtelfinale der Königsklasse erreichen. Dafür müsste die Werkself aber Juve mit Superstar Cristiano Ronaldo schlagen und zugleich Schützenhilfe von Lokomotive Moskau bei Atletico Madrid erhalten.

Gladbach feiert Finger-Held Sommer mit Video

Borussia Mönchengladbach feiert mit einem witzigen Video das Fingerspitzengefühl von Torhüter Yann Sommer im Bundesliga-Topspiel gegen Bayern München (2:1). Der Schweizer Nationalspieler hatte am Samstag in der 27. Minute nach einem Schuss von Bayerns Joshua Kimmich mit dem linken Mittelfinger gerade noch verhindert, dass der Ball zum 0:1 die Torlinie überquert.

In dem Youtube-Clip stellt der Verein nun Alltagssituationen nach: vergebliche Griffe zum klingelnden Wecker, zur Klopapierrolle, zum Gladbach-Trikot am obersten Haken und zur TV-Fernbedienung. Getreu dem Video-Titel „Immer zur Stelle“ löst Sommer virtuell - im Bild waren nur der linke Arm und ein Torwart-Handschuh zu sehen - die Alltags-Schwierigkeiten. Mit dem linken Mittelfinger wird der Wecker gestoppt, die Klopapier-Fahne zugereicht, das Trikot elegant vom Haken genommen und die TV-Fernbedienung rangeholt.

Abgerundet wird der Clip mit der bemerkenswerten Sommer-Rettungstat gegen den Rekordmeister.

Gladbach feiert Finger-Held Yann Sommer

Zlatan Ibrahimovic zurück zum AC Mailand?

Zlatan Ibrahimovic will nach seinem Abschied von den USA laut italienischen Medienberichten zurück zu seinem früheren Club AC Mailand. „Ibra hat Milan gewählt“, titelte die Zeitung „Gazzetta dello Sport“ am Dienstag. Es müssten nur noch die Konditionen geklärt werden. Der 38-Jährige sei mit dem ersten Angebot aus Mailand nicht zufrieden, wonach er zunächst einen Halbjahresvertrag mit der Möglichkeit einer Verlängerung erhalten solle. Für das halbe Jahr bekäme er zwei Millionen Euro, für die Folgesaison – im Falle einer Verlängerung – vier Millionen.

„Selbst mit 38 Jahren hält sich der schwedische Stürmer für einen ganz speziellen Spieler. Und fordert ein Topgehalt. Denn Zlatan ist Zlatan, Punkt“, schrieb die Zeitung. Ibrahimovic bezeichne Mailand als seine „zweite Heimat“. Während seiner ersten Zeit beim AC Mailand (2010 bis 2012) habe er in 85 Einsätzen 56 Tore geschossen. Dort gewann er auch einen seiner vier italienischen Titel. Auch wenn Milan nicht mehr der Club von einst sei, wäre es für Ibrahimovic „eine seinem Ruhm würdige Aufgabe“, ihn wieder nach oben zu bringen, schrieb die „Gazzetta“.

Ibrahimovic hatte Mitte November nach zwei Spielzeiten den US-Club Los Angeles Galaxy verlassen. Am Montag hatte der Präsident des FC Bologna, Joey Saputo, mitgeteilt, dass er nicht bei ihnen anheuern werde. Sollte der AC Mailand gegenüber Ibrahimovics Forderungen hart bleiben, könnten andere Akteure vielleicht wieder ins Spiel kommen, schrieb die „Gazzetta“. „Aber die Würfel scheinen gefallen, und wer weiß, ob der Weihnachtsmann nicht deutlich vor dem 25. zu Coach (Stefano) Pioli kommt“, fügte sie hinzu.

Frankreich verlängert mit Deschamps

Frankreich will mit Trainer Didier Deschamps seinen Titel bei der Weltmeisterschaft 2022 in Katar erfolgreich verteidigen. Wie der nationale Verband FFF am Dienstag mitteilte, wurde der Vertrag mit dem 51 Jahre alten Coach vorzeitig um zwei Jahre bis Dezember 2022 verlängert.

Deschamps, der 1998 im eigenen Land die Equipe Tricolore als Kapitän zum WM-Titel geführt hat, löste 2012 Laurent Blanc als Nationaltrainer ab. Bei der WM 2018 in Russland führte er Frankreich durch ein 4:2 im Endspiel gegen Kroatien zum zweiten Titel.

Klopp genervt und Dolmetscher und Reporter

Jürgen Klopp hat sich vor dem „Endspiel“ von Champions-League-Titelverteidiger FC Liverpool bei RB Salzburg überaus giftig präsentiert. „Ist natürlich scheiße für den Dolmetscher, wenn ein Deutsch sprechender Trainer daneben sitzt“, polterte der Teammanager des Premier-League-Tabellenführers vor dem letzten Gruppenspiel bei Österreichs Serienmeister am Dienstag (18.55 Uhr/DAZN).

Der langjährige Zweitliga-Verteidiger Klopp (52) grätschte während der Pressekonferenz am Montagabend bei den Ausführungen des Übersetzers so harsch dazwischen, weil er eine Aussage seines Kapitäns Jordan Henderson als falsch übersetzt empfand.

"Er hat nicht gesagt: 'Wir wollen es leicht angehen', sondern 'wir sind uns der Schwere der Aufgabe bewusst', das normale Zeug halt", sagte der Trainer der Reds in seiner Muttersprache und führte aus: “Also schon zuhören. Sonst kann ich das auch übersetzen. Das ist ja nicht so schwer."

Dann wechselte Klopp wieder ins Englische und raunte den mitgereisten Journalisten von der Insel entgegen: "Ich bin schon im Wettkampfmodus. Das kann ich Ihnen sagen.“

Auch ein österreichischer Reporter bekam von Klopp sein Fett weg. Als der Journalist Liverpools Trainer mit dem vermeintlichen Gedanken an ein Freundschaftsspiel sowie dem angeblich niedrigen Stellenwert des österreichischen Fußballs konfrontieren wollte, stoppte Klopp den Fragesteller unwirsch und polterte: "Ich glaube, die Frage sagt mehr über Ihren Respekt vor Österreich und Salzburg aus als über meinen. Ich habe kein Problem damit."

Liverpool steht in der Mozartstadt unter Druck. Im Falle einer Pleite könnten die Reds als zweiter Titelverteidiger in der Geschichte der Königsklasse nach dem FC Chelsea 2013 die K.o.-Runde verpassen.

Ein Remis würde definitiv zum Weiterkommen reichen. Auch eine Niederlage mit einem Tor Unterschied könnte sich der souveräne Spitzenreiter der Premier League erlauben, sofern er nach dem spektakulären 4:3 im Hinspiel mindestens viermal trifft.

Separatisten-Demo parallel zum Clasico

Der auf den 18. Dezember verlegte spanische Clasico zwischen dem FC Barcelona und Real Madrid könnte auch am Ausweichtermin alles andere als reibungslos ablaufen. Die katalanische Separatisten-Internetplattform Democratic Tsunami rief für diesen Tag zu einer großen Kundgebung in der Nähe des Stadions Camp Nou auf.

„In einer Ausnahmesituation müssen wir außergewöhnlich handeln. Aus diesem Grund beruft Democratic Tsunami am 18. Dezember um 16 Uhr eine massive Versammlung ein“, hieß es in dem Statement der Aktivistengruppe. Das Spiel im Camp Nou soll um 20 Uhr angepfiffen werden.

Der ursprünglich für den 26. Oktober geplante Clasico war verschoben worden, nachdem es wegen der Verurteilung katalanischer Separatistenführer zu Demonstrationen in der Metropole gekommen war. Democratic Tsunami hatte bereits im Oktober den Flughafen Barcelona und im November eine Autobahn lahmgelegt.

Schalker Stadion steht jetzt am Rudi-Assauer-Platz

Die Schalke-Arena steht ab sofort am Rudi-Assauer-Platz 1. Damit würdigt der Club das Lebenswerk des ehemaligen S04-Managers, der im Februar nach langer Krankheit im Alter von 74 Jahren verstorben war.

Zuvor hatte Schalke einen entsprechenden Antrag gestellt, der Planungsausschuss der Stadt Gelsenkirchen stimmte zu. Es geht um die Fläche zwischen dem Stadion und dem geplanten „Tor auf Schalke“.

Assauer, das langjährige Gesicht des Vereins, hatte den Bau der im Jahr 2001 fertiggestellten Arena maßgeblich vorangetrieben. Bislang stand das Stadion am Arenaring 1.

Nullnummer-Schiri für Leverkusen

Das ist wahrlich kein Torgarant: Vor dem Champions-League-Spiel zwischen Bayer Leverkusen und Juventus Turin am Mittwoch (21 Uhr/DAZN) sorgt Benoit Bastien für eine kuriose Statistik-Pointe. Der französische Schiedsrichter leitet zum vierten Mal ein Europacup-Spiel mit deutscher Beteiligung – die ersten drei endeten allesamt 0:0.

2018 leitete der 36-Jährige im März das Europa-League-Achtelfinale zwischen Salzburg und Borussia Dortmund, als der BVB durch das torlose Remis ausschied. RB Leipzig genügte im August das 0:0 bei Sorja Luhansk im Playoff-Hinspiel der Europa League zumindest, um durch ein 3:2 im Rückspiel die Gruppenphase zu erreichen. Auch dem FC Schalke 04 reichte das 0:0 im Oktober bei Galatasaray Istanbul letztlich zum Weiterkommen in der Champions League.

Leverkusen braucht am Mittwoch zum Einzug ins Achtelfinale einen Sieg und muss zudem hoffen, dass Lok Moskau bei Atlético Madrid punktet.

Nationalspielerin Däbritz schwer verletzt

Nationalspielerin Sara Däbritz (24) droht eine längere Zwangspause. Wie ihr Verein Paris St. Germain am Dienstag mitteilte, hat die Mittelfeldspielerin eine Verletzung am vorderen Kreuzband erlitten. Ob eine Knie-Operation notwendig ist, sollen nach Clubangaben weitere Untersuchungen in dieser Woche zeigen.

Däbritz war wegen der Blessur im Ligaspiel des französischen Vizemeisters am vergangenen Sonnabend gegen HSC Montpellier (1:1) nach 34. Minuten ausgewechselt worden. Die Olympiasiegerin war nach der WM von Bayern München nach Paris gewechselt, in neun Liga-Einsätzen erzielte sie vier Tore.

Modeste-Urteil: Köln kommt um Provision herum

Der 1. FC Köln muss keine Provision für den Transfer des Stürmers Anthony Modeste 2017 nach China bezahlen. Das Landgericht Köln wies eine Klage der Petralito Sport Service GmbH gegen den Bundesliga-Tabellenletzten auf zwei Millionen Euro Provision mit der Begründung zurück, dass ein finanzieller Anspruch für die Vermittlung des Spielers nach China nicht bestehe, teilte die Behörde am Dienstag mit.

Modeste war 2017 für eine Summe zwischen 30 und 35 Millionen Euro nach China gewechselt und Mitte November 2018 wieder zum Traditionsclub zurückgekehrt. Das Urteil ist nach Angaben des Landgerichts noch nicht rechtskräftig, die Beratungsfirma kann innerhalb eines Monats Berufung beim Oberlandesgericht Köln einreichen.

Im Januar hatte das Gericht bei einem ersten Verhandlungstermin noch durchblicken lassen, dass der Berater einen Anspruch auf Provision habe. Anfang Oktober wurde als Zeuge der italienische Weltmeister Fabio Cannavaro befragt, der von 2016 bis 2017 bei Modestes späterem chinesischen Vereins Tianjin Trainer war. Cannavaro hatte ausgesagt, dass Giacomo Petralito „eine große Rolle in dem Deal gespielt habe“. Die 21. Zivilkammer war nach der Beweisaufnahme nicht davon überzeugt, dass Petralito „einen wesentlichen Beitrag zum Transfer des Spielers Modeste geleistet hat“.

Champions League künftig auch live bei Amazon

Der Online-Riese Amazon hat einen Teil der Live-Rechte für die Champions League erworben und steigt damit auch in Deutschland in den Markt der Fußball-Übertragungen ein. Eine entsprechende Meldung des Branchendienstes DWDL bestätigte der Konzern am Dienstag. Ab der Saison 2021/22 bietet Amazon Live-Streams zu den Topspielen der Königsklasse am Dienstagabend an.

„Wir freuen uns auf die Uefa Champions League, einen der prestigeträchtigsten Club-Wettbewerbe der Welt“, sagte Alex Green, Geschäftsführer Prime Video Sport Europa: „Wir sind begeistert, unseren Kunden ab 2021 die Topspiele am Dienstag zeigen zu können.“ Wer die weiteren Rechte an der Champions League in Deutschland erhält, ist noch nicht bekannt.

Damit weitet Amazon sein Engagement im Bereich der Sport-Übertragungen weiter aus. Seit 2017 besaß Amazon in Deutschland bereits die Rechte für Audio-Livestreams von Spielen der Fußball-Bundesliga. In Großbritannien hatte der Konzern zuletzt bereits unter anderem einzelne Partien der Premiere League und die US Open gezeigt. Dazu erwarb das Unternehmen weitere Rechte für Übertragungen von Tennisturnieren.

Polizeikosten: Werder will noch nicht zahlen

Werder Bremen plant, im Streit um die Beteiligung an Polizeikosten vorerst keine Rechnungen zu bezahlen. "Wir können nicht akzeptieren, 100 Prozent dieser Kosten zu übernehmen. Diesbezüglich sind wir uns bei Werder einig“, sagte Aufsichtsratschef Marco Bode im "Welt"-Interview. „Ich gehe erst einmal davon aus, dass wir keine Rechnungen bezahlen, wenn sie bei uns eintreffen.“ Ob dies „zu einem Rechtsstreit führt oder – wie von uns favorisiert – Kompromisse gefunden werden können, ist offen“.

Bremen ist bislang das einzige Bundesland, dass der DFL die Kosten für zusätzliche Polizeimaßnahmen bei Hochsicherheitsspielen in Rechnung stellt. Die 36 Vereine der beiden deutschen Profiligen hatten in der vergangenen Woche entschieden, dass diese Kosten allein auf Werder Bremen umgelegt werden sollen. Bislang geht es um 1,17 Millionen Euro.

„Ich habe erst einmal die Hoffnung, dass es nicht zu einem Rechtsstreit kommt und die Sache juristisch geklärt werden muss“, sagte Bode. „Aber selbst wenn, heißt es ja nicht, dass man dann nicht mehr miteinander redet oder Werder ausgegrenzt wird. Das wollen wir nicht, denn wir sind Teil der Liga.“ Der Club sei der Meinung, „dass die Verantwortung, was diese Kosten betrifft, nicht allein bei uns liegen kann. Wenn das Land Bremen oder der Senat die DFL verklagt, geht es nicht, dass wir alles bezahlen. A kann ja nicht B verklagen, und C zahlt.“

Ein Verzicht auf Gästefans zur Kostensenkung der Polizei-Einsätze ist laut Bode kein Thema. „Das ist völlig ausgeschlossen“, sagte er. „Wir wollen Gästefans und damit eine tolle Atmosphäre bei uns haben.“

Rassismus-Eklat bei Hertha gegen Leipzig

Hertha BSC hat „rassistische Anfeindungen“ gegen seinen Nachwuchsspieler Jessic Ngankam bestätigt und „aufs Schärfste“ verurteilt. Im Regionalligaspiel zwischen der Berliner Reserve und Lok Leipzig (1:2) war der 19-jährige Ngankam laut eines MDR-Berichts von Leipziger Fans sowie einem gegnerischen Spieler beleidigt worden.

„An dieser Stelle möchten wir eines deutlich machen: Hertha BSC verurteilt jegliche Art von Rassismus und Diskriminierung! Das machen wir als Verein stets deutlich und dafür setzen wir uns in und mit zahlreichen Aktionen ein“, twitterten die Berliner am Montagabend, drei Tage nach dem Vorfall. „Als Verein stehen wir hinter Jessic“, hieß es weiter. Der Vorfall sei im Spielbericht vermerkt sowie ein Ermittlungsverfahren beim Fußballverband eingeleitet worden.

Auch Ngankam selbst hatte sich zu dem Vorfall bereits geäußert. „Natürlich wird man geschult, nicht so emotional zu reagieren. Es trifft einen aber trotzdem. Beleidigungen sind leider Alltag im Fußball, das kann ich einstecken. Aber rassistische Beleidigungen sind ein No-Go. Das Wort “Affe' hat auf dem Platz nichts zu suchen", hatte der Stürmer dem MDR gesagt.

Lok Leipzig hatte mit einer Stellungnahme auf der Vereinshomepage reagiert. „Rassismus hat bei uns keinen Platz und das wissen alle“, hieß es dort: „Falls es aber immer noch Menschen geben sollte, die sich als blau-gelbe Anhänger bezeichnen und das nicht kapiert haben, muss ihnen klar sein, dass Probstheida (Stadtteil von Leipzig, d.Red) keine Heimat für sie ist.“