Fußball-Ticker

Trotz 2:0-Führung: Klinsmann verpasst mit Hertha ersten Sieg

Der neue Trainer Jürgen Klinsmann (r.) verpasste mit Hertha BSC in Frankfurt den Befreiungsschlag.

Der neue Trainer Jürgen Klinsmann (r.) verpasste mit Hertha BSC in Frankfurt den Befreiungsschlag.

Foto: KAI PFAFFENBACH / REUTERS

Aktuelle Meldungen, heiße Gerüchte, scharfe Zitate, Verletzungen und Transfergeflüster. Der Fußball-Ticker hält Sie auf dem Laufenden.

Der Fußball-Ticker am Freitag, den 6. Dezember 2019:

Inter-Siegesserie reißt gegen Rom

Die Siegesserie von Tabellenführer Inter Mailand in der italienischen Serie A ist gerissen. Nach zuletzt fünf Erfolgen nacheinander kam die Mannschaft von Trainer Antonio Conte zum Auftakt des 15. Spieltages im Spitzenspiel gegen die AS Rom nicht über ein torloses Unentschieden hinaus.

Die Nerazzurri bauten die Tabellenführung zumindest kurzfristig aus und liegen mit nun 38 Punkten an der Spitze. Erster Verfolger ist Rekordmeister Juventus Turin (36) mit Superstar Cristiano Ronaldo, die noch ungeschlagene Alte Dame kann am Samstag (20.45 Uhr/DAZN) mit einem Erfolg beim Drittplatzierten Lazio Rom (30) wieder an Inter vorbeiziehen.

Trotz 2:0-Führung: Klinsmann verpasst mit Hertha den Sieg

Jürgen Klinsmann steckte beide Hände in die dicke Winterjacke und diskutierte angeregt mit dem Vierten Offiziellen. In seinem zweiten Spiel als Chefcoach von Hertha BSC haben der frühere Bundestrainer und sein neuer Club aus Berlin einen sicher geglaubten Sieg noch aus der Hand gegeben und das erste gemeinsame Erfolgserlebnis erneut verpasst. Die Hauptstädter kamen zum Auftakt des 14. Spieltags in der Fußball-Bundesliga trotz einer 2:0-Führung nicht über ein 2:2 (1:0) bei Eintracht Frankfurt hinaus und bleiben damit zunächst auf Relegationsrang 16.

"Mit etwas mehr Glück nehmen wir drei Punkte mit, so ist es einer, und der ist im Moment enorm wichtig für uns", sagte Hertha-Stürmer Davie Selke bei DAZN. Vor 50.000 Zuschauern hatten Dodi Lukebakio (30.) und Marko Grujic (63.) das zuletzt fünfmal besiegte Team aus Berlin zunächst nach vorne gebracht. Doch Martin Hinteregger (65.) und der eingewechselte Sebastian Rode (86.) glichen für die spielerisch deutlich überlegenen Hessen noch aus und verhinderten die vierte Frankfurter Niederlage in Serie. Für Klinsmann ist der Start mit einem Punkt aus zwei Spielen für die Hertha dagegen misslungen.

"Wir müssen heute enttäuscht sein. Wir haben sehr viele Chancen herausgespielt", sagte Rode. "Es sind zwei verlorene Punkte. Das tut richtig weh." Bei strömendem Regen sahen die fröstelnden Zuschauer einen verhaltenen Beginn – wurden aber mit einer nervenaufreibenden und äußerst unterhaltsamen Schlussphase versöhnt.

Flick adelt Nachfolgekandidat Tuchel

Hansi Flick bleibt nach weiteren Trainerspekulationen um den FC Bayern München entspannt und hat sich mit großer Hochachtung über Kollege Thomas Tuchel geäußert. „Wir warten ab, wie alles läuft. Ende des Jahres werden wir uns nach dem Spiel gegen Wolfsburg zusammensetzen und gucken, wie wir das analysieren. Und dann schauen wir weiter. Alles andere interessiert mich in dem Moment nicht“, sagte der Trainer des deutschen Fußball-Meisters am Tag vor dem Spiel am Sonnabend (15.30 Uhr/Sky) bei Bundesliga-Tabellenführer Borussia Mönchengladbach.

Angesprochen darauf, ob er sich eine Zusammenarbeit mit dem von ihm geschätzten Paris-Trainer Tuchel vorstellen könne, erklärte Flick: „Ich kann mir im Fußball vieles vorstellen und habe schon vieles in meiner Karriere gemacht. Aber das ändert nichts an unseren Vorgaben und unserer Abmachung, die wir getätigt haben“, sagte Flick. „Thomas ist einer der besten deutschen Trainer. Ich finde die Art und Weise, wie er Fußball spielt und interpretiert, sehr gut.“ Laut einem Bericht der „Bild“ ist der frühere Tottenham-Trainer Mauricio Pochettino kein Kandidat beim FC Bayern.

Chelsea darf wieder auf Shoppingtour gehen

Erfolg für den FC Chelsea: Der Internationale Sportgerichtshof CAS hat die Transfersperre für den sechsmaligen englischen Fußball-Meister reduziert. Somit können die Blues in der kommenden Transferperiode im Januar wieder Spieler verpflichten.

Der Weltverband Fifa hatte im vergangenen Februar Chelsea mit einer Transfersperre von einem Jahr und somit zwei Transferperioden belegt, da der Premier-League-Club aus London gegen Transfer-Regeln bei Jugendspielern verstoßen hatte. Laut der britischen Sun waren insgesamt 29 Nachwuchskicker des Klubs betroffen. Chelsea musste zudem 500.000 Euro Strafe zahlen. Ein Einspruch war von der Fifa abgewiesen worden, sodass Chelsea den Gang vor den CAS antrat.

Thuram träumt von der Nationalmannschaft

Marcus Thuram vom Fußball-Bundesligisten Borussia Mönchengladbach hofft auf einen Einsatz für Weltmeister Frankreich. „Die französische Nationalmannschaft ist für jeden französischen Spieler ein Traum und wäre eine Riesenehre für mich“, sagte der 22 Jahre alte Stürmer.

Mit sechs Toren und vier Vorlagen hat Thuram maßgeblich zum Höhenflug des Bundesliga-Spitzenreiters beigetragen. Über die Meisterschaft wird bei den Fohlen vor dem Topspiel gegen Bayern München am Sonnabend (15.30 Uhr/Sky) zwar noch nicht gesprochen, es ist aber „kein Tabuwort“.

Die Bedeutung des Spiels gegen den deutschen Rekordmeister spielt Thuram herunter: „“Für uns ist es genauso ein Meisterschaftsspiel wie das Spiel gegen Freiburg oder gegen Paderborn. Wir wissen, dass wir gegen ein großartiges Team spielen, es gibt aber auch andere großartige Teams in der Liga. Wir wissen, dass es hart werden wird. Wir werden unser Bestes tun, um das Spiel zu gewinnen.„ Bei einem Sieg hätten die Fohlen ihren Vorsprung auf den FC Bayern auf sieben Punkte ausgebaut.

Hitzelsperger lobt Umgang mit Homosexualität im Profifußball

Das Thema Homosexualität findet aus Sicht von Thomas Hitzlsperger im Profifußball rund sechs Jahre nach seinem Coming-out mehr Akzeptanz. „Homosexualität ist zwar immer noch nicht enttabuisiert, aber dennoch stelle ich Verbesserungen fest“, sagte der Vorstandschef des Zweitligisten VfB Stuttgart dem Magazin der Deutschen Fußball Liga (DFL).

„Es war und ist möglich, im Profifußball einen Platz zu haben, auch wenn man nicht zum Mainstream zählt. Das hat mir auch auf meinem weiteren Berufsweg Selbstvertrauen gegeben“, ergänzte der 37-Jährige. Hitzlsperger hatte seine Homosexualität nach seinem Karriereende Anfang 2014 öffentlich gemacht.

Seine Bilanz falle heute „durchweg positiv“ aus, meinte Hitzlsperger. Ursprünglich habe er sogar vorgehabt, noch zu seiner aktiven Zeit beim VfL Wolfsburg in der Saison 2011/12 „öffentlich darüber zu sprechen. Im Nachhinein war es aber vielleicht besser, zu warten, mir die Zeit zu nehmen, gut vorbereitet über meine Erfahrungen sowie Vorurteile im Profisport zu sprechen.“

Trainer Julian Nagelsmann von RB Leipzig hatte die Debatte über den Umgang mit homosexuellen Fußballern zuletzt wieder angestoßen. „Sollte ein homosexueller Spieler mir sagen, ich bin nicht frei und kann mich auch in meiner Leistung nicht entwickeln, würde ich ihm sagen: “Oute dich, steh' dazu!'„, hatte er gesagt, aber auch betont: “Der Fußball geht noch immer nicht offen damit um.„

Klopp verzichtet auf Ligapokalspiel

Teammanager Jürgen Klopp verzichtet zugunsten der Club-WM in Katar (11. bis 21. Dezember) auf das Viertelfinalspiel seines FC Liverpool im Ligapokal am 17. Dezember bei Aston Villa. „Wir haben keine andere Wahl“, sagte Klopp am Freitag. Der Grund: Seine Reds müssen keine 24 Stunden nach dem Cup-Duell im Halbfinale der Vereins-WM ran.

Klopp lässt sich in Birmingham von U23-Coach Neil Critchley vertreten. „Ich wäre sehr gerne dabei, um ehrlich zu sein, und wenn Sie so wollen, bin ich auch für dieses Spiel verantwortlich, obwohl ich nicht da bin“, sagte er. Auch all seine Stars werden im Pokal fehlen, sie begleiten ihren Chef zum millionenschweren Titelkampf in die Wüste.

„Wir mussten eine Lösung finden. Diese Lösung ist nicht perfekt, aber wir werden versuchen, sie so perfekt wie möglich zu machen“, sagte Klopp, der bei der Klub-WM den ersten Triumph für Liverpool anstrebt. Die Nachwuchskicker, die bei Aston Villa auflaufen sollen, werden „überhaupt keinen Druck haben“, sagte Klopp: „Sie sollen einfach nur um jeden Zentimeter kämpfen und Spaß haben.“