Fußball-Ticker

Polizeikosten: Werder Bremen droht der DFL mit Klage

Werder Bremen muss als einziger Proficlub die Polizeikosten von Hochrisikospielen tragen.

Werder Bremen muss als einziger Proficlub die Polizeikosten von Hochrisikospielen tragen.

Foto: Carmen Jaspersen / dpa

Aktuelle Meldungen, heiße Gerüchte, scharfe Zitate, Verletzungen und Transfergeflüster. Der Fußball-Ticker hält Sie auf dem Laufenden.

Der Fußball-Ticker am Dienstag, den 3. Dezember 2019:

Polizeikosten: Werder droht DFL mit Klage

Werder Bremen hat der DFL mit juristischen Konsequenzen gedroht, weil der Verein nach einem Beschluss der DFL-Mitgliederversammlung in Zukunft allein für zusätzliche Polizeikosten bei sogenannten Hochrisikospielen im Weser-Stadion aufkommen soll. „Um die Interessen von Werder zu vertreten, wird uns wohl nichts anderes übrig bleiben, als den Rechtsweg zu beschreiten. Wir hätten diese Situation gerne vermieden. Aber wir müssen alles dafür tun, dass der Schaden, den das Land Bremen uns aufbürdet, so gering wie möglich ausfällt“, sagte Geschäftsführer Klaus Filbry.

Auch Werder-Präsident Hubertus Hess-Grunewald meinte: „Wir können und werden eine hundertprozentige Weitergabe der Kosten nicht akzeptieren. Der faire Wettbewerb bekommt hier einige Kratzer, außerdem wird die Entscheidung negative Auswirkungen auf das Binnenverhältnis der Clubs in der Bundesliga haben.“

Bremen ist bislang das einzige Bundesland, dass der DFL die Kosten für zusätzliche Polizeimaßnahmen bei Hochsicherheitsspielen in Rechnung stellt. Die Stadt Hamburg denkt allerdings über eine ähnliche Maßnahme nach – zum Leidwesen des HSV und FC St. Pauli. Die 36 Vereine der beiden deutschen Profiligen entschieden mehrheitlich, dass diese Kosten allein auf Werder umgelegt werden sollen. Der Club selbst hatte den Antrag gestellt, einen Solidarfonds einzurichten, in den alle Vereine einzahlen.

Ballon d'Or: Messis Söhne rangeln bei Ehrung

Lionel Messi gewinnt zum sechsten Mal den Ballon d'Or als weltbester Fußballer – für die lustigen Momente sorgen aber seine Söhne Thiago und Mateo. Als der argentinische Superstar bei der Preisverleihung auf die Bühne geht, umarmt der siebenjährige Thiago seinen kleinen Bruder überschwänglich. Nur leider so doll, dass sich der Vierjährige schmerzhaft ans rechte Ohr fasst, einen kleinen Brüller loslässt und seinen Bruder zurückstößt.

Ob Thiago seinen Bruder vielleicht sogar ins Ohr gezwickt hat, blieb offen. Denn Thiago Messi ist Fan von Portugals Superstar Cristiano Ronaldo. Der Profi von Juventus Turin war aber gar nicht da, wurde nur Dritter und in Italien zum „Fußballer des Jahres“ ausgezeichnet.

Zwei Spiele Sperre für Leverkusens Tah

Das DFB-Sportgericht hat Leverkusens Nationalspieler Jonathan Tah nach seiner Roten Karte beim 2:1-Sieg bei Bayern München für zwei Spiele gesperrt. Der Ex-HSV-Profi war am Sonnabend in der 81. Minute von Schiedsrichter Guido Winkmann (Kerken) nach einer Notbremse gegen Coutinho des Feldes verwiesen worden.

Auch Frankfurts Kohr für zwei Spiele gesperrt

Derweil ist Frankfurts Dominik Kohr vom DFB ebenfalls für zwei Spiele wegen einer Notbremse gesperrt worden. Der Mittelfeldspieler wird daher die kommenden beiden Ligaspiele gegen Hertha und Schalke verpassen. Kohr war am Montagabend im Derby bei Mainz in der 44. Minute von Referee Manuel Gräfe (Berlin) wegen einer Notbremse des Feldes verwiesen worden.

Gladbach verlängert mit Kramer

Tabellenführer Gladbach setzt seine Serie wichtiger Vertragsverlängerungen fort: Der 2014er-Weltmeister Christoph Kramer hat seinen Kontrakt langfristig bis 2023 verlängert. „Er hat sich zu einem der Köpfe unserer Mannschaft entwickelt. Als Fußballer wie auch als meinungsfreudiger Typ in der Kabine ist er für uns enorm wichtig“, sagt Sportdirektor Max Eberl. Zuvor hatte Gladbach die Verträge mit Florian Neuhaus (2024), Laszlo Benes (2024) und Yann Sommer (2023) verlängert.

Van Basten wegen Nazi-Gruß aus Fifa20 entfernt

Nach dem TV-Eklat Marco van Basten mit dem Nazi-Gruß „Sieg Heil“ geht der US-amerikanische Anbieter von Fifa20 auf Distanz zu dem ehemaligen niederländischen Nationalspieler. Der Ex-Stürmer werde „bis auf Weiteres“ aus dem Videospiel entfernt. „Wir erwarten, dass unser Engagement für Gleichberechtigung und Vielfalt in allen Bereichen unseres Spiels eingehalten wird“, teilte das Unternehmen EA mit.

Zuvor hatte bereits der US-Sender Fox Sports seine Zusammenarbeit mit Van Basten für eine Woche ausgesetzt. Der 55-Jährige hatte als TV-Experte nach einem Interview des deutschen Trainers Frank Wormuth von Heracles-Almelo im Studio die Worte „Sieg Heil“ gesagt. Wenig später entschuldigte er sich für das Nazi-Vokabular.

Waldschmidt will für FC Bayern spielen

Der momentan verletzte Ex-HSV-Profi Luca Waldschmidt, der inzwischen beim SC Freiburg aktiv ist, kann sich für die Zukunft einen Wechsel zu Bayern München vorstellen: „Das ist der größte und erfolgreichste Club Deutschlands. Für diesen Verein aufzulaufen, wäre etwas ganz Besonderes“, sagte der Angreifer "t-online". „Doch das ist ein Thema, mit dem ich mich bislang nicht allzu sehr befasse.“

Außerhalb der Bundesliga schwärmt der Torschützenkönig der U21-Europameisterschaft vor allem von den Königlichen. „Real Madrid finde ich ziemlich geil“, sagte der 23-Jährige: „Das Stadion, der besondere Status dieses Clubs. Und: Ich mag es, in weißen Fußballschuhen zu spielen und habe grundsätzlich ein Faible für die Farbe Weiß. Außerdem spielt dort Toni Kroos.“ Als nächstes großes Ziel peilt Waldschmidt die EM 2020 an.

Fan-Beschimpfung für Rode eine Bagatelle

Frankfurts Mittelfeldspieler Sebastian Rode hat die Beschimpfung durch die eigenen Fans vor dem Rhein-Main-Derby bei Mainz 05 (1:2) als Bagatelle abgetan. „Ein 'verpiss dich' von ein oder zwei Leuten auf einem Fußballplatz nehme ich nicht als Beleidigung von einer ganzen Fangruppe wahr“, schrieb Rode am Dienstag auf Facebook. „Ich glaube es tut allen gut, hier mal den Ball flach zu halten.“

Kein Verständnis äußerte Rode für das Fehlverhalten einiger Eintracht-Anhänger, die vor dem Anpfiff einen Böller gezündet und Leuchtraketen auf den Rasen gefeuert hatten. „Diese Fans haben dem Verein damit leider einen Bärendienst erwiesen“, kritisierte Rode. Der Ersatzkapitän war vor dem Beginn des Spiels mit seinem Versuch gescheitert, die Krawallmacher zur Ordnung zu rufen.

Wegen der Vorfälle war die Partie am Montagabend zehn Minuten später als geplant angepfiffen worden. Eintracht-Vorstand Axel Hellmann hatte nach dem Spiel heftige Kritik an der beteiligten Fan-Gruppe geäußert.

Covic über Hertha-Trennung: „Schmerzt sehr“

Für Trainer Ante Covic ist die Trennung von Hertha BSC nur schwer zu verkraften. „Ich bin noch dabei, alles zu verarbeiten und noch schmerzt es sehr. Das steht ja völlig außer Frage“, sagte er der „Bild“. „Aber ich bin der Letzte, der an sich denkt. In erster Linie geht es nur darum, dass wir als Verein da unten rauskommen.“ Er drücke seinem Nachfolger Jürgen Klinsmann die Daumen. Die Berliner stehen mit nur elf Punkten nach 13 Spieltagen auf Relegationsplatz 16.

Aus Respekt vor dem ersten Auftritt des ehemaligen Bundestrainers war Covic beim Spiel gegen Dortmund (1:2) nicht im Stadion, wo ihn die Fans mit Sprechchören und Plakaten feierten. „Wenn ich ehrlich bin, muss ich zugeben, dass ich zu Tränen gerührt war“, sagte der 44-Jährige.