Fußball-Ticker

FC Bayern München sagt Trainer Arsène Wenger ab

Aktuelle Meldungen, heiße Gerüchte, scharfe Zitate, Verletzungen und Transfergeflüster. Der Fußball-Ticker hält Sie auf dem Laufenden.

Der Fußball-Ticker am Donnerstag, den 7. November 2019:

Frankfurt und Wolfsburg verlieren – Gladbach siegt

Bundesligist Eintracht Frankfurt hat in der Europa League den großen Schritt Richtung Zwischenrunde verpasst. Die Hessen verloren am Donnerstag bei Standard Lüttich durch ein Last-Minute-Gegentor mit 1:2 (0:0) und sind in den verbleibenden beiden Gruppenspielen beim FC Arsenal und gegen Vitória Guimarães weiter unter Zugzwang, um sicher im Sechzehntelfinale dabei zu sein. Zinho Vanheusden (56.) und Maxime Lestienne (90.+4) trafen vor 18 526 Zuschauern im Stade Maurice-Dufrasne für Lüttich, Filip Kostic (65.) gelang der zwischenzeitliche Ausgleich.

Der VfL Wolfsburg hat im Kampf um den Einzug in die K.o.-Phase der Europa League trotz 1:0-Führung eine bittere Heimniederlage kassiert. Die Mannschaft von Trainer Oliver Glasner unterlag der KAA Gent am Donnerstagabend mit 1:3 (1:0). Damit liegt der VfL in Gruppe I nun drei Punkte hinter den Belgiern, kann den für das Weiterkommen nötigen zweiten Platz aber immer noch aus eigener Kraft erreichen.

Der Bann ist gebrochen: Dank eines späten Treffers von Marcus Thuram (90.+4) liegen die Überflieger von Borussia Mönchengladbach auch in der Europa League wieder auf Kurs. Der Bundesliga-Tabellenführer holte durch ein hart erkämpftes 2:1 (1:0) gegen den italienischen Topklub AS Rom den ersehnten ersten Sieg der Gruppenphase und darf wieder vom Einzug in die K.o.-Runde träumen.

FC Bayern sagt Trainer Wenger ab

Arsène Wenger wird nicht neuer Trainer bei Bayern München. Wie "Sport1" und die "Bild" übereinstimmend berichten, hat der Rekordmeister dem 70 Jahre alten Franzosen abgesagt. Wenger galt zuvor als Topkandidat auf die Nachfolge von Niko Kovac.

„Arsene Wenger hat Karl-Heinz Rummenigge am Mittwochnachmittag angerufen und grundsätzlich Interesse am Trainerposten beim FC Bayern signalisiert. Der FC Bayern schätzt Arsene Wenger für seine Arbeit als Trainer bei Arsenal London sehr, aber er ist keine Option als Trainer beim FC Bayern München", zitiert die "Bild" einen Clubsprecher.

Wenger schwärmt vom FC Bayern

Zuvor hatte der langjährige Arsenal-Trainer Interesse am Job beim FC Bayern signalisiert. „Ich würde mich niemals weigern, mit Bayern München zu sprechen“, sagte Wenger beim TV-Sender "beIN Sports", für den Wenger als Kommentator arbeitet. „Denn ich kenne diese Leute, die den Verein führen, seit 30 Jahren. Ich wäre ja vor langer Zeit beinahe mal zu Bayern gegangen. Das ist momentan alles, was ich dazu sagen kann.“

Wenger schwärmte bereits von seinem möglichen neuen Arbeitgeber: „Was ich an ihnen bewundere ist, dass sie immer nach vorne spielen, immer den Ball haben, immer das Spiel dominieren wollen. Die Geschichte des Klubs ist es, attraktiven Fußball zu spielen."

Tönnies bricht Schweigen nach Rassismus-Eklat

Clemens Tönnies hat sein Schweigen gebrochen. Am ersten Tag seiner Rückkehr in die Amtsgeschäfte als Schalker Aufsichtsratsvorsitzender bezeichnete der 63 Jahre alte Fleisch-Unternehmer aus Rheda-Wiedenbrück seine vielfach als rassistisch eingestuften Äußerungen als „Fehler“. „Ich war von der Wucht der Reaktion total erschlagen. Es hätte mir nicht passieren dürfen. Es ist voll in die Hose gegangen. Wenn sich jemand verletzt gefühlt hat, bitte ich ihn aufrichtig um Entschuldigung“, sagte Tönnies dem clubeigenen Schalke TV.

Am 6. August hatte der Schalker Ehrenrat nach vielfach als rassistisch eingestuften Äußerungen von Tönnies über Afrikaner und einem anschließenden Gespräch mit dem Clubchef entschieden, dass dieser sein Schalke-Amt drei Monate lang nicht ausüben darf. „Es war eine harte Zeit. Ich hätte nicht erwartet, dass ich ein Stück weit leide, nicht dabei zu sein“, kommentierte Tönnies. „Das hat mir viele Gedanken gebracht, über das, was ich gesagt habe, wie ich es eigentlich gemeint habe und wie es insgesamt aufgenommen wurde.“

Tönnies fühlt sich falsch eingeschätzt: „Ich bin nicht der, der trennt, sondern eher der, der vereint und sagt, das darf auf Schalke keinen Einzug haben. Wir müssen uns in der Gesellschaft viel mehr gegen Rassismus stellen. Ich sehe uns alle in Europa in der Pflicht, was für Afrika zu tun.“

Nach Salut-Jubel: Erdogan unterstellt Uefa Diskriminierung

Türkei-Präsident Recep Tayyip Erdogan sieht in den Ermittlungen der Uefa in Folge des Salut-Jubels der türkischen Nationalmannschaft einen diskriminierenden Akt. „Wir weisen die diskriminierende, ungerechte und politische Einstellung der Uefa gegenüber unserer Nationalmannschaft und den Clubs zurück“, sagte Erdogan.

Die Uefa hatte Disziplinaranhörungen veranlasst, nachdem türkische Spieler während der EM-Qualifikation im Oktober mehrfach öffentlichkeitswirksam salutiert hatten und damit die Offensive türkischer Streitkräfte in Nordsyrien unterstützten. Erdogan hat für die Maßnahmen der Uefa derweil kein Verständnis.

„Sportler, die unser Land im Ausland vertreten, werden Objekt einer Lynch-Kampagne seit dem Start der Operation“, sagte er. Zudem sei es „das natürliche Recht unserer Sportler, unseren Soldaten nach einem Sieg zu salutieren“, so Erdogan weiter.

Hoffenheim in Köln ohne Kramaric

TSG Hoffenheim muss im Punktspiel am Freitag beim 1. FC Köln (20.30 Uhr/DAZN) auf Andrej Kramaric verzichten. „Er braucht noch etwa ein bis zwei Wochen“, sagte Trainer Alfred Schreuder. Kramaric musste sich Ende August einer Arthroskopie im rechten Knie unterziehen. Nach zwei Einsätzen Ende Oktober war der 28-Jährige bei den zurückliegenden beiden Pflichtspielen im DFB-Pokal und der Liga nicht dabei. Das Knie habe „eine Reaktion“ auf die Einsätze gezeigt, hatte Schreuder erklärt.

Droht BVB ein Nachspiel zum Yarmolenko-Transfer?

Der Wechsel von Andrii Yarmolenko im August 2017 von Dynamo Kiew zu Borussia Dortmund hat ein Nachspiel. Wie der „Kicker“ berichtet, droht dem BVB eine Nachzahlung als Solidaritätsabgabe in Höhe von rund 300.000 Euro. Diese Summe fordert eine Fußballschule in der Ukraine und hat deshalb ein Verfahren beim Weltverband Fifa gegen den Revierclub erwirkt. Das bestätigte ein Vereinssprecher, wies aber die Vorwürfe zurück.

Laut Reglement müssen fünf Prozent der in diesem Fall vereinbarten Ablöse von 25 Millionen Euro an die Jugend- und Ausbildungsclubs des Spielers fließen. Bei dem mittlerweile für West Ham United stürmenden Yarmolenko waren sechs Vereine mit einer Gesamtsumme über 1,3 Millionen Euro anspruchsberechtigt.

Die Dortmunder sehen allerdings Dynamo Kiew in der Pflicht. Nach eigener Darstellung hat sich der ukrainische Club bei den damaligen Verhandlungen bereit erklärt, die entsprechenden Zahlungen an die Clubs oder Schulen selbst zu regeln und sei deshalb vom BVB mit zusätzlich 1,3 Millionen Euro bedacht worden.

„Darüber haben wir eine klare vertragliche Regelung“, sagte BVB-Chefjustiziar Robin Steden dem „Kicker“. Fünf Vereine meldeten den ordnungsgemäßen Eingang des Geldes, die Fußball-Schule Yunist jedoch nicht. „Kiew muss eine plausible Erklärung liefern, warum das bisher nicht geklappt hat“, kommentierte Steden.

Wegen Mbappé: PSG sauer auf Zidane

PSG-Sportchef Leonardo hat kein Verständnis mehr für das andauernde Werben von Real Madrid um Superstar Kylian Mbappé. „Es ist etwas irritierend und nervig“, sagte der Brasilianer nach dem Sieg der Pariser (1:0) in der Champions League gegen den FC Brügge: „Es ist ja nicht das erste Mal, dass so etwas gesagt wurde.“ Leonardo bezog sich damit auf eine Aussage von Madrids Trainer Zinédine Zidane. Der französische Coach hatte behauptet, dass Mbappé „immer gesagt hat, dass es sein Traum ist, für Real Madrid zu spielen“.

Zwei Celtic-Fans in Rom durch Messerstiche verletzt

Zwei Fans von Celtic Glasgow sind in der Nacht auf Donnerstag im römischen Stadtzentrum von Lazio-Hooligans laut Medienberichten durch Messerstiche verletzt worden. Ein 52-jähriger Schotte wurde laut Polizeiangaben nach einer Auseinandersetzung vor einer Kneipe durch den Messerstich an der Seite getroffen. Ein 35-Jähriger wurde in der Nähe ebenfalls angegriffen und verletzt.

Beide Celtic-Fans wurden ins Krankenhaus eingeliefert, sie schweben nicht in Lebensgefahr. Angegriffen wurden sie von einer Gruppe von acht Lazio-Hooligans, die vor Ankunft der Polizei flüchten konnten. Sie werden jetzt von der Polizei gesucht.

9000 Celtic-Fans werden in Rom im Vorfeld des am Donnerstagabend stattfindenden Europa-League-Spiels bei Lazio Rom erwartet. Höchste Sicherheitsvorkehrungen wurden ergriffen. Beim Hinspiel in Glasgow vor einer Woche hatten Celtic-Fans antifaschistische Plakate geschwenkt. Lazio Rom ist wegen der neofaschistischen Sympathien seiner Hooligans bekannt und gefürchtet.

Bayerns Trainersuche: Matthäus fordert Geschlossenheit

Lothar Matthäus rät den drei Bossen des FC Bayern, bei der Suche nach einem neuen Trainer eigene Befindlichkeiten oder Zweifel dem Wohl des Vereins unterzuordnen. Die Münchner brauchen nach dem Aus von Niko Kovac einen Nachfolger. Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge, Präsident Uli Hoeneß und Sportdirektor Hasan Salihamidzic müssten den neuen Coach dann anders als noch Kovac geschlossen unterstützen, findet Matthäus.

„Wichtig ist, dass sie gemeinsam hinter dem Trainer stehen“, sagt der 58-jährige.. Kovac habe von Anfang an gemerkt, dass er nicht die erste Wahl war. „Allen kann man es nicht recht machen“, vermutete Matthäus im Hinblick auf die Präferenzen der drei Bayern-Verantwortlichen. „Aber egal, wer sich auf den Schlips getreten fühlt, man muss gemeinsam hinter der Entscheidung stehen.“

Matthäus meint, der FC Bayern benötige noch etwas Zeit, um zu alter Souveränität zurückzufinden. Er spricht vom „Bayern-Gen, das ein bisschen verloren gegangen ist in den letzten drei Jahren“. Davor hätten Spieler wie Philipp Lahm und Bastian Schweinsteiger mit ihrem Stellenwert und ihrer Klasse dafür gesorgt, „dass jeder dachte: Bayern München, wow!“. „Aber es sind einige weggebrochen und es braucht eine gewisse Zeit, um die Positionen und die Gesichter neu zu finden. Die Qualität ist da, aber es braucht noch den einen oder andern Schritt“, sagt Matthäus.

Kaiserslautern suspendiert Trio um Kapitän

Der 1. FC Kaiserslautern hat auf die sportliche Talfahrt in der Dritten Liga reagiert und ein Spieler-Trio suspendiert. Trainer Boris Schommers ließ vor dem Spiel beim KFC Uerdingen am Sonnabend (14 Uhr) Kapitän Christoph Hemlein, Außenverteidiger Janek Sternberg und Flügelspieler Antonio Jonjic bis auf Weiteres freistellen, wie die Tageszeitung „Die Rheinpfalz“ berichtet. „Wir konnten die dringend benötigte Kontinuität und Stabilität nicht auf den Platz bringen. Nach intensiver Analyse des Kaders werden wir daher Veränderungen im Hinblick auf Hierarchie und Struktur vornehmen“, sagt Schommers.