Handball

Liga-Kracher gewonnen: Kiel besiegt Löwen im Verfolgerduell

Nationalspieler unter sich: Kiels Hendrik Pekeler (r.) und Jannik Kohlbacher

Nationalspieler unter sich: Kiels Hendrik Pekeler (r.) und Jannik Kohlbacher

Foto: Frank Molter / dpa

Die Meisterschaft bleibt spannend: Kiel verabschiedete sich mit dem 15. Ligasieg in Folge als Tabellenzweiter in die WM-Pause.

Kiel. Liga-Kracher gewonnen, WM-Lust geschürt: Der deutsche Handball-Rekordmeister THW Kiel hat im Bundesliga-Spitzenspiel gegen die Rhein-Neckar Löwen ein Ausrufezeichen gesetzt. Die Mannschaft von Trainer Alfred Gislason besiegte in einem hochklassigen Verfolgerduell den Vizemeister mit 31:28 (16:15) und verabschiedete sich mit dem 15. Ligaerfolg in Serie als Tabellenzweiter in die sechswöchige WM-Pause.

Bester Kieler Torschütze war Harald Reinkind mit sieben Treffern. Aufseiten der Löwen traf Linksaußen Gudjon Valur Sigurdsson (9/2) am häufigsten. Der THW wird dank des hart erkämpften Sieges mit nun 34:4-Zählern als aussichtsreichster Verfolger des verlustpunktfreien Spitzenreiters SG Flensburg-Handewitt in die zweite Saisonhälfte ab Februar starten.

Der Abstand der drittplatzierten Löwen (31:7) auf die Spitze beträgt nach 19 Spieltagen nun schon sieben Punkte. Der Vizemeister, der kurz vor Weihnachten den Traum von der Titelverteidigung im Pokal begraben musste, hatte bereits das Hinspiel gegen Kiel verloren.

Topspiel schürt WM-Lust

Der Abpfiff am Donnerstagabend war zugleich auch Startschuss für die heiße Phase der WM-Vorbereitung. Denn anstatt in den Silvesterurlaub geht es für die deutschen Nationalspieler am Freitag nach Barsinghausen. Im Sporthotel Fuchsbachtal zieht Bundestrainer Christian Prokop sein 18-köpfiges Aufgebot noch einmal bis Sonntag zusammen, um das Team auf das bevorstehende Turnier im eigenen Land einzuschwören.

Die Spieler können die WM trotz der immensen Belastung kaum erwarten. Kiels Keeper Andreas Wolff und Co. zählen zwei Wochen vor dem Eröffnungsspiel in Berlin gegen Korea am 10. Januar bereits die Tage. „Du kommst jetzt wieder in den Turniertunnel, die ganze Welt da draußen ist abgeschnitten, und du denkst nur an das nächste Spiel, an das nächste Training“, sagte Wolff.

Letzte Formchecks für das DHB-Team sind dann die beiden Testspiele gegen Tschechien (4. Januar in Hannover) und Argentinien (6. Januar in Kiel), ehe es in der Hauptstadt ernst wird.

Nationalspieler Wiencek läuft heiß

Einen Vorgeschmack auf die WM in Deutschland und Dänemark lieferten die beiden mit etlichen Topstars gespickten Teams am Donnerstagabend beim Kracher in Kiel. 14 Tage vor dem Turnierstart schenkten sich beide Mannschaften vor 10.285 Zuschauern in der ausverkauften Sparkassen-Arena nichts und lieferten sich lange Zeit ein hitzig-hochklassiges Duell auf Augenhöhe.

Während mit den Kielern Wolff und Steffen Weinhold sowie Steffen Fäth bei den Löwen drei Schlüsselspieler von DHB-Coach Prokop weitgehend draußen saßen, lief THW-Kreisläufer Patrick Wiencek in der entscheidenden Phase heiß.

Auch dank der Treffer des Nationalspielers setzten sich die Hausherren angetrieben von ihren heißblütigen Fans von 21:21 (41.) auf 27:23 (52.) ab. Als Wolff dann einen Siebenmeter von Sigurdsson entschärfte und Wiencek vorn erneut traf, war die Partie praktisch entschieden.