Schach-WM

Schach-WM: Carlsen verteidigt Titel im Tiebreak

Der amtierende Schachweltmeister Magnus Carlsen (l) und sein Herausforderer Fabio Caruana

Der amtierende Schachweltmeister Magnus Carlsen (l) und sein Herausforderer Fabio Caruana

Foto: dpa

Der 27-Jährige Norweger gewann am Mittwoch alle drei Schnellschach-Partien gegen seinen Herausforderer Fabiano Caruana.

London. Der Norweger Magnus Carlsen, der am Freitag 28 Jahre alt wird, bleibt Schach-Weltmeister. Nach dem in seinem Londoner WM-Match gegen Herausforderer Fabiano Caruana (26/USA) alle zwölf Partien mit regulärer Bedenkzeit (drei Minuten pro Zug) remis endeten, - das erste Mal in der WM-Geschichte des Schachs -, demonstrierte der Titelverteidiger im Tiebreak wie erwartet seine Stärke im Schnellschach (25 Minuten für die gesamte Partie plus zehn Sekunden pro Zug). Carlsen gewann die auf vier Spiele angesetzte erste Verlängerung souverän mit 3:0, verteidigte zum dritten Mal seinen gegen den Inder Viswanathan Anand (48) 2013 gewonnenen Titel.

Auch 2016 hatte sich Carlsen erst im Tiebreak, damals mit 3:1 Punkten, gegen den Russen Sergej Karjakin (28) durchsetzen können. Caruana, ein eher langsamer Brüter und im Schnellschach nur die Nummer acht der Welt, war in der Matchzugabe chancenlos. Er verlor alle drei Partien, stand in allen drei schon nach der Eröffnungsphase schlechter. „Das ist nun mal nicht meine Spezialdisziplin. Ich habe nicht auf seinem Level spielen können“, meinte der enttäuschte Italo-Amerikaner hinterher. Bereits in der zwölften und letzten regulären Partie, als Carlsen für ihn ungewohnt in klar besserer Position remis anbot, vertraute der Norweger seiner Stärke im Tiebreak. Carlsen ist sowohl in der normalen Weltrangliste (seit 2011), als auch im Schnell- und Blitzschach (Fünf-Minuten-Partien) seit Langem die Nummer eins.

„Es war für mich das bisher härteste Match gegen einen herausragenden Gegner. Ich hätte es in den ersten zwölf Partien auch verlieren können, nachdem ich meine Chancen in der ersten Partie nicht genutzt hatte. Umso glücklicher bin ich, dass ich es noch mal geschafft habe. Die Tiebreakpartien liefen schnell in meine Richtung“, sagte Carlsen nach der Siegerehrung. Er kassiert 550.000 Euro Preisgeld, Caruana 450.000. HA