Amateurfussball

Altona 93 überrennt den SC Victoria im Derby

Du kannst mich nicht stoppen! Altonas Hischem Metidji (l.) umdribbelt Victorias Yannick Siemsen und leitet so das 3:0 von Vincent Boock ein.

Du kannst mich nicht stoppen! Altonas Hischem Metidji (l.) umdribbelt Victorias Yannick Siemsen und leitet so das 3:0 von Vincent Boock ein.

Foto: Andre Matz

Klassiker an der Adolf-Jäger-Kampfbahn. Ostermann aktiviert Dittrich. Panne stoppt den HSV. Pinneberg holt den ersten Sieg.

Boock vertippt sich. Ein weiteres großartiges Kapitel schrieb das traditionsreiche Hamburger Derby zwischen Altona 93 und dem SC Victoria. Zu Anpfiff gab es noch lange Warteschlangen an den Kassen, sodass viele Fans die ersten Minuten gar nicht mitbekamen. Insgesamt 1272 Zuschauer sahen zwar eine langweilige erste Halbzeit ohne Torchancen, dafür aus Altonaer Sicht eine tolle zweite.

Mit Onur Saglams 1:0 brachen schließlich alle Dämme für den AFC. Marco Schultz legte das 2:0 und das 4:0 vom Elfmeterpunkt nach, und Vincent Boock traf nach toller Vorarbeit von Hischem Metidji zum 3:0. Boock, der selbst noch vor einigen Jahren für die Blau-Gelben auflief, hatte kein Mitleid mit seiner Ex-Mannschaft und war vom 4:0 begeistert: „Es ist schon etwas Besonderes, dieses Spiel zu gewinnen.“ Doch ein Makel blieb: Ich habe 3:0 für uns getippt, deshalb ist der Sieg vielleicht ein Tor zu hoch ausgefallen.“


„Maximster“ wieder glücklich. Drei Vorlagen – drei Tore! Dassendorfs linker Mittelfeldspieler Maximilian Ditt­rich servierte seinen Mitspielern Mattia Magio (6.) und Marcel von Wals­leben-Schied (89., 90.+2) den hoch- verdienten Sieg im Topspiel beim TSV Sasel mit blitzsauberen Flanken auf dem Silbertablett. Dabei kam der in der vergangenen Spielzeit überragende Dittrich, Spitzname „Maximster“, in dieser Saison bislang nicht in Tritt.

Doch nun schritt sein Coach Elard Ostermann ein. „Der Trainer hat mich am vergangenen Freitag zur Seite genommen und mir viel Taktisches erklärt. Die Aussprache hat mir Selbstvertrauen gegeben. Wir haben alle Probleme aus der Welt geschafft“, pustete Ditt­rich durch. Ostermann: „Mir ist wichtig, dass Maxi die Außenbahn besetzt und nicht auf Höhe des Zehners steht. Nutzt er die Räume so gut wie heute, kann er mit Tempo auf den Gegner zulaufen. Dann hält ihn keiner auf.“

Überraschender Fakt am Rande: Sasels Trainer Danny Zankl vergaß auf der Pressekonferenz in seiner Spielanalyse den obligatorischen Glückwunsch an den Gegner zum Sieg, was die sichtlich irritierten TuS-Verantwortlichen offiziell jedoch nicht kommentierten.


Licht aus, HSV-Sieg weg. Die Stadtmeisterschaft gegen den FC St. Pauli steht für den HSV in dieser Saison unter keinem guten Stern. 0:0 in der Zweiten Liga, 0:1 beim Duell der „Zweiten“ in der Regionalliga Nord – und nun erwies sich am Dienstagabend die 4:2-Führung des Außenseiters HSV IV (Kreisliga 6) gegen den Favoriten FC St. Pauli IV (Bezirksliga Süd) im Heino-Gerstenberg-Pokal vier Minuten vor dem Abpfiff als nutzlos. Um 22 Uhr schaltete sich das Flutlicht auf den Paul-Hauenschild-Plätzen ab. Da es nicht wieder in Gang gebracht werden konnte, blieb Schiedsrichter Torbjörn Niedorf nur der Abbruch.

„St. Pauli kam leider mit weißen Trikots ohne Ausweichkluft. So mussten sie in Leibchen spielen. Deshalb und durch den langen Weg von den Kabinen zum Platz hatten wir circa eine Viertelstunde Verspätung auf den offiziellen Anpfiff um 20 Uhr. Da zudem wohl niemand die Zeitschaltuhr auf Winterzeit umgestellt hatte, ging das Licht aus. Sehr traurig für uns“, sagte HSV-IV-Trainer Basti Mahnke. Denn was St. Paulis Liga-Obmann Oliver Wolff aussprach, wird wohl Realität werden: „Wir gehen von einer Neuansetzung der Partie aus.“ Dann darf der HSV IV erneut versuchen, die Derbybilanz der Rothosen aufzuhübschen­ ...


Erst die Kinder, dann das Team. „Irgendwann holen wir die ersten Punkte in dieser Oberligasaison, und die werden wir dann feiern wie sonst was“, sagte Pinnebergs Trainer Florian Bethke nach dem 0:6 in Sasel am Sonntag. Und tatsächlich: Gegen den HEBC holte der VfL ein 4:2, ist den Vergleich mit dem legendär schlechten SV Lurup (ein Punkt und 13:252 Tore in der Saison 2015/16) erst einmal los.

Kurios: Pinnebergs Alexandros Ignatiadis vergab per Elfmeter das mögliche 2:0 (38.), traf mit der letzten Aktion zum 4:2 (90.+4), zog daraufhin vor Freude sein Trikot aus und hielt es dem HEBC-Torwart Tino Nennhaus, von dem er sich beim Strafstoß provoziert gefühlt hatte, unter die Nase. Konsequenz: Gelb (fürs Trikotausziehen) und Gelb-Rot (für die Provokation von Nennhaus). Und die große Sause? Coach Bethke nach dem Spiel: „Die große Party gibt es Freitag nach dem Training. Ich muss schnell heim, um mit meinen Kindern Halloween zu feiern.“

Erstaunlich ruhig blieb übrigens HEBC-Coach Jörn Großkopf, der sonst nach Pleiten auch mal harsche Worte findet: „Wir hatten nicht die richtige Einstellung, zu viele Ausfälle. Das werden wir in Ruhe analysieren.“