Hamburg

St. Pauli fürchtet Magdeburger Aufstiegseuphorie

Kiezclub vor Zweitliga-Auftakt gewarnt. Wird ein Niederländer neuer Mittelstürmer?

Hamburg. Endlich ist es bei Marvin Knoll wieder da – dieses Kribbeln, dieses Gefühl, dass wieder drei Punkte auf dem Spiel stehen. Vorbei die quälend lange Vorbereitung auf die neue Zweitligasaison. „Jeder Fußballer freut sich, wenn man wieder um Punkte kämpft. Da bin ich extrem heiß drauf“, erklärt der defensive Mittelfeldspieler des FC St. Pauli vor der Auftaktpartie am Sonntag (13.30 Uhr/Sky) beim 1. FC Magdeburg. Auf besondere Rituale verzichtet der Neuzugang vor der Partie: „Erst wenn es ins Stadion geht, bin ich in meiner eigenen Welt. Dann höre ich Deutsch-Rap, und bin eigentlich nicht mehr ansprechbar“, erklärt der 28-Jährige.

Für die Gastgeber wird es ein historischer Tag. Noch nie hat Magdeburg in seiner Vereinsgeschichte in der zweithöchsten deutschen Spielklasse gespielt. „Am Anfang ist die Aufstiegseuphorie noch da, man kann unbekümmert aufspielen, weil keiner etwas von einem erwartet. Man ist der klare Underdog“, sagt Knoll, der weiß, wie man sich als vermeintlich „kleiner“ Gegner fühlt.

Im vergangenen Jahr war der Defensivallrounder mit Jahn Regensburg selbst Aufsteiger, und ärgerte so manchen Favoriten – gerade zu Saisonbeginn. Daher warnt Knoll eindringlich, die Ostdeutschen zu unterschätzen. „Ich habe schon ein paar Mal in Magdeburg gespielt. Es ist extrem laut, man kann kaum kommunizieren. Das ist kein typischer Aufsteiger. Wir müssen das Publikum dort mit unserem Spiel beeindrucken“, sagt er.

Damit das gelingt, blendet der erfahrene Profi alles aus. Auch Transfergerüchte rund um St. Pauli nimmt Knoll nur bedingt wahr. „Transfers sind eh nicht meine Aufgabe. Wir sind auf jeder Position doppelt besetzt, sind eingespielt. Klar, bekommt man durch die Medien den einen oder anderen Namen mit“, sagt Knoll.

So soll St. Pauli unmittelbar vor einer Verpflichtung von Henk Veerman stehen. Der 27 Jahre alte Mittelstürmer soll für 600.000 Euro vom niederländischen Erstligisten SC Heerenveen ans Millerntor kommen, beim Kiezclub einen Vertrag bis 2021 unterschreiben. In der Eredivisie erzielte Veerman in 95 Spielen 17 Tore. Zuletzt waren auch Ado Den Haag sowie andere deutsche Clubs am 2,01 Meter großen Torjäger interessiert. Nach Informationen von „De Telegraaf“ hat sich Veerman, der in Heerenveen zumeist über eine Jokerrolle nicht hinauskam und deshalb eine neue Herausforderung sucht, aber für St. Pauli entschieden. Einzig die Einigung der beiden Vereine steht noch aus.