Wolgograd

Warum Japans Keisuke Honda Chef von Carsten Jancker ist

Wolgograd. Als Keisuke Honda mit sechs Jahren auf einem alten Fernseher Bilder von Pelé sah, begann der Traum des japanischen Fußballidols. „Seitdem ist es mein Ziel, Weltmeister zu werden“, sagte der Mittelfeldspieler der „Blauen Samurai“: „Ich habe das Gefühl, dies ist meine letzte WM. Deshalb lege ich meine gesamte Energie hinein.“

Bisher gelang dies eindrucksvoll, in Russland zählen die Japaner zu den Überraschungen. Im abschließenden Gruppenspiel an diesem Donnerstag (16 Uhr/ARD One) reicht dem Team gegen die bereits ausgeschiedenen Polen ein Unentschieden zum Achtelfinaleinzug. Und Honda hat daran einen erheblichen Anteil, obwohl der einstige Milan-Akteur inzwischen nur noch die Jokerrolle innehat. Beim 2:2 gegen Senegal rettete er mit seinem Treffer sechs Minuten nach der Einwechslung nicht nur die komfortable Ausgangsposition, sondern stellte auch einen Rekord auf: Der 32-Jährige ist nun der einzige Japaner, der bei drei Weltmeisterschaften getroffen hat.

Dabei schienen seine Hoffnungen auf eine WM-Teilnahme noch vor wenigen Monaten äußerst gering. Der damalige Nationaltrainer Vahid Halilhodzic betrachtete den inzwischen in Mexiko spielenden Offensivmann als Auslaufmodell. Erst nachdem der Coach Anfang April überraschend entlassen worden war, kam Honda wieder zum Zug. „Mich der Spielweise von Halilhodzic anzupassen, damit ich nominiert werde, hätte Schande über mich gebracht“, sagte er.

Auch neben dem Fußballfeld ist Honda umtriebig. Mit seinem Familienunternehmen „Honda Estilo“ stieg er 2015 beim österreichischen Drittligisten SV Horn ein. Nach einem Auf- und einem Abstieg kamen Gerüchte über ein Ende des Engagements auf, dennoch schaffte der Club mit dem ehemaligen deutschen Nationalspieler Carsten Jancker als Trainer erneut den Sprung in die Zweitklassigkeit.

Japan: 1 Kawashima – 19 H. Sakai, 22 Yoshida, 3 Shoji, 5 Nagatomo – 17 Hasebe, 7 Shibasaki – 8 Haraguchi, 10 Kagawa, 14 Inui – 15 Osako.Polen: 22 Fabianski – 20 Piszczek, 15 Glik, 5 Bednarek, 13 Rybus – 6 Goralski, 10 Krychowiak – 11 Grosicki, 19 Zielinski, 21 Kurzawa – 9 Lewandowski.Schiedsrichter: Sikazwe (Sambia).