Hamburg. Es ist die Idealvorstellung jedes Proficlubs, seine eigenen talentierten Jugendspieler so auszubilden, dass sie später Stammspieler in der Lizenzmannschaft werden. Beim FC St. Pauli hat dies in den vergangenen Jahren nicht sonderlich gut funktioniert. Zuletzt wurde Offensivspieler Maurice Litka (22), der seit 2006 dem Club angehört, an den KFC Uerdingen verliehen, um Spielpraxis zu erhalten.
Um dem Ziel künftig näher zu kommen, hat St. Pauli jetzt die Personalstruktur seiner Trainer im Nachwuchsleistungsbereich neu geordnet. Prominenteste Änderung ist zweifellos, dass nun Ex-Profi Timo Schultz (129 Profispiele für St. Pauli) statt für die U-17-Mannschft für das U-19-Bundesligateam verantwortlich ist. „Wir wollen unsere Trainer begleiten und weiterentwickeln. Bestimmte Trainer sind für bestimmte Jahrgänge besonders gut geeignet und für andere Jahrgänge etwas weniger. Es kommt darauf an, hier die beste Zuordnung zu finden“, sagt Roger Stilz, der Leiter des Nachwuchsleistungszentrums (NLZ) des FC St. Pauli.
An Timo Schultz schätzt Stilz dessen „klare Ansprache und Meinung“ besonders. „Er hat sich bezüglich der Kreativität im Training und taktischer Kniffe durch seinen erfolgreich absolvierten Fußballlehrerlehrgang noch einmal weiterentwickelt. Es ist folgerichtig, dass er in die U19 aufrückt“, sagt Stilz. Dort wird er den starken 2000er-Jahrgang unter seinen Fittichen haben. Diesem gehören auch Finn Ole Becker und Jakob Münzner an, die bereits Profiverträge erhalten haben.
Neuer Trainer des U-17-Teams ist Malte Schlichtkrull. Er war zuvor für die U16 verantwortlich. Diese übernimmt Benjamin Olde, der bisher acht Jahre lang noch jüngere Nachwuchsteams geführt hatte. „Für ihn ist es Zeit, diesen Schritt zu machen“, sagt Stilz. Baris Tuncay behält die U15 ebenso wie Joachim Philipkowski die U23 in der Regionalliga Nord. Diese Mannschaft soll es auch weiterhin geben. „Sie darf nicht zu einem Selbstzweck werden, sondern muss einen sportlichen und auch persönlichen Entwicklungsschritt ermöglichen“, sagt Stilz. „Die jüngsten Erfahrungen haben aber gezeigt, dass es derzeit so ist.“
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