Tennis in Stuttgart

Mischa Zverev erschwert Roger Federer die Rückkehr

Schwerstarbeit nach Rückkehr: Roger Federer aus der Schweiz zieht sich nach seinem Sieg gegen Zverev aus Deutschland das Stirnband aus

Foto: Marijan Murat / dpa

Schwerstarbeit nach Rückkehr: Roger Federer aus der Schweiz zieht sich nach seinem Sieg gegen Zverev aus Deutschland das Stirnband aus Foto: Marijan Murat / dpa

Der Rekord-Grand-Slam-Sieger steht in Stuttgart nach einer Pause wieder auf dem Platz – und hat den Hamburger nur mit Mühe bezwungen.

Stuttgart. Roger Federer zeigte nach absolvierter Schwerstarbeit die Faust und winkte mit einem breiten Lächeln in die jubelnde Menge. Dem Weltranglistenzweiten war die Erleichterung nach seiner erfolgreichen Rückkehr nach gut zweieinhalb Monaten Tennispause deutlich anzusehen.

Zum Auftakt der Rasensaison schlug der Rekord-Grand-Slam-Sieger am Mittwoch den sechs Jahre jüngeren Mischa Zverev (Hamburg) 3:6, 6:4, 6:2 und trifft am Freitag im Viertelfinale auf Qualifikant Prajnesh Gunneswaran aus Indien oder den Argentinier Guido Pella.

"Es war wie immer in einem Rasenmatch. Ein Return oder eine Netzkante kann den Unterschied ausmachen. Ich musste mich gedulden, aber ich habe mich da rausgekämpft", sagte Federer zu seinen anfänglichen Problemen bei Sky: "Zum Schluss, in den Sätzen zwei und drei, habe ich vier gute Breaks geschafft. Da kann ich zufrieden sein, es hätte viel schlechter laufen können."

Zverev gewinnt ersten Satz gegen Federer

Zverev zog bei eigenem Aufschlag knallhart sein Serve-and-Volley-Spiel durch und ließ seinen Gegner nicht in den gewohnten Rhythmus kommen. Der Hamburger zeigte starke Volleys und gewann nach einem starken Returnspiel schließlich seinen ersten Satz überhaupt gegen Federer.

Mit fortlaufender Dauer des Spiels jedoch setzte sich in einem gutklassigen Match vor vollbesetzter Kulisse die Klasse des Schweizer Maestros immer mehr durch - und das war genau nach dem Geschmack der Zuschauer. Für den älteren Bruder von Alexander Zverev war es im sechsten Duell mit dem Australian-Open-Champion die sechste Niederlage.

Federer peilt bei seinem dritten Start in der baden-württembergischen Landeshauptstadt den ersten Turniersieg an. Bereits mit der Finalteilnahme würde er French-Open-Sieger Rafael Nadal wieder von der Spitze der Weltrangliste verdrängen. Im vergangenen Jahr war der Schweizer im Achtelfinale noch an seinem Freund Tommy Haas gescheitert, gewann seitdem jedoch alle seine 13 Matches auf Rasen. 2016 war Federer im Halbfinale am Österreicher Dominic Thiem gescheitert.

Zuletzt hatte Federer, der wie im vergangenen Jahr freiwillig auf die gesamte Sandplatzsaison verzichtete, vor 81 Tagen bei der überraschenden Auftaktniederlage beim Masters in Miami gegen den Australier Thanasi Kokkinakis auf dem Platz gestanden.

Mayer verpasst Einzug in Runde der letzten Acht

Ebenso wie Zverev verpassten auch Oldie Florian Mayer und Talent Rudolf Molleker den Einzug in die Runde der letzten Acht. Der 34 Jahre alte Bayreuther unterlag Kohlschreiber-Bezwinger Denis Istomin aus Usbekistan 3:6, 4:6. Damit bleibt Mayers Auftakterfolg gegen Lokalmatador Yannick Maden sein einziger Hauptfeldsieg in diesem Jahr.

Das 17 Jahre alte Berliner Molleker unterlag nach seinem ersten Sieg auf der ATP-Tour zum Turnierauftakt dem an Position zwei gesetzten Titelverteidiger Lucas Pouille aus Frankreich 3:6, 4:6.

Der 22 Jahre alte Nürnberger Maximilian Marterer siegte in seiner Erstrundenpartie gegen Lucky Loser Viktor Galovic aus Kroatien 3:6, 6:4, 6:1 und trifft in der Runde der letzten 16 auf Nick Kyrgios aus Australien.

Am Dienstag war die Partie dem stundenlangen Regen zum Opfer gefallen und konnte auch am Mittwoch aufgrund des noch feuchten Rasens auf dem Centre Court erst mit deutlicher Verspätung begonnen werden. Bei den French Open war der Weltranglisten-50. Marterer erst im Achtelfinale an Rafael Nadal gescheitert.

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