Pyeongchang

Auch Nico Ihle kann Eisschnelllaufbilanz nicht retten

Pyeongchang.  Nico Ihle horchte in seinen Körper und suchte vergeblich nach dem Schmerz. „Ich erwarte, dass die Beine tot sind, richtig brennen und ich kaum noch atmen kann“, sagte der beste deutsche Eissprinter nach dem neuerlichen Fehlschlag in Pyeongchang: „Das war hier nicht so.“ Statt brennender Beine spürte Ihle die Enttäuschung über die verpasste letzte Medaillenchance. „Das war es irgendwie nicht“, sagte er. Nur Achter über 1000 Meter – wie schon über 500 Meter rief der 32-Jährige sein Potenzial im entscheidenden Moment nicht ab. „Für den achten Platz kann ich mir gar nichts kaufen. Das Ziel war ein Top-drei-Ergebnis, das gebe ich ganz ehrlich zu“, sagte Ihle.

In 1:08,93 Minuten trennte den Chemnitzer fast eine Sekunde von Kjeld Nuis (1:07,95), der den Niederlanden das siebte Eisschnelllaufgold bescherte. Im Sprintbereich sind das Welten. Auch von 500-m-Olympiasieger Havard Lorentzen (Norwegen/1:07,99) auf Rang zwei und Bronzegewinner Kim Tae Yun (Südkorea/1:08,22) war Ihle abgehängt worden. „Du musst bei Olympia auf den Punkt da sein. Das haben wir durch die Bank weg nicht geschafft. Aber das Leben geht weiter, ich lasse deswegen den Kopf nicht hängen“, sagte Ihle.

Frustriert nahmen die Verantwortlichen der Deutschen Eisschnelllauf-Gemeinschaft (DESG) das Ergebnis zur Kenntnis. Die DESG steht nach dem Debakel von Sotschi 2014 unmittelbar vor der nächsten Nullrunde. Ihle war der letzte Medaillenaspirant des einst so erfolgreichen Verbandes, der auch wegen der überwiegend schwachen Auftritte seiner Athleten nun mit einer schlechten Verhandlungsbasis in die Gespräche um Fördergelder gehen muss. Die fünfmalige Olympiasiegerin Claudia Pechstein besitzt im abschließenden Massenstart am Sonnabend (13.30 Uhr MEZ) allenfalls Außenseiterchancen.