Volleyball

Wie die Spielführerin die Krise meistern will

Außenangreiferin Saskia Radzuweit (26) ist beim

Außenangreiferin Saskia Radzuweit (26) ist beim

Foto: Andreas Laible / HA

Saskia Radzuweit erörtert die Lage beim Volleyball-Team Hamburg. „Uns fehlt es an Konstanz“, sagt die Außenangreiferin.

Hamburg.  Auch einige Tage nach dem 3:2-Sieg bei der SV Bad Laer ist das Wort, das die Gefühlswelt der Zweitligafrauen des Volleyball-Teams Hamburg am besten beschreibt, noch immer: Erleichterung. „Es war immens wichtig, dass wir dort gewonnen haben“, sagt Spielführerin Saskia Radzuweit an­gesichts des Endes einer sechs Partien andauernden­ Niederlagenserie, die die Auswahl von Cheftrainer Jan Maier in den Abstiegskampf hineingerissen hatte. Zu glauben, mit dem Zittersieg nach 2:0-Satzführung beim direkten Tabellennachbarn sei die Wende zum Guten geschafft, fiele Radzuweit dennoch nicht ein. „Das Spiel war ein Abbild der Achterbahnfahrt, die diese Saison für uns ist“, sagt die Außenangreiferin, „uns fehlt es an der Konstanz, unser System über ein gesamtes Match durchzuziehen.“

Schwächen in der Annahme und die Probleme, einfache Punkte zu machen, seien Gründe dafür, die Unerfahrenheit des jungen Teams ein anderer. „Wir haben einige Spielerinnen, die unsicher werden, wenn sie Druck verspüren. Die Zeit, das zu lernen, sollten wir ihnen geben“, sagt sie. Deshalb habe in der Krise genau dasselbe Rezept geholfen wie zu Saisonbeginn, als man mit sechs Siegen aus acht Spielen Tabellendritter war: Ruhe bewahren. „Wir wissen, dass wir aus dem Abstiegskampf herauskommen, wenn wir intensiv arbeiten. Grundsätzlich haben wir das Potenzial, um einen gesicherten Mittelfeldplatz erreichen zu können“, sagt die 26-Jährige.

Radzuweit glaubt nicht an Zusatz-Belastung

Weiß man um das nach dem im Sommer 2016 aus finanziellen Gründen erfolgten Zwangsabstieg ausgegebene Dreijahresziel, Rückkehr in die Bundesliga, ist eine gewisse Nervosität im Umfeld allerdings verständlich. Präsident und Hauptgeldgeber Volker Stuhrmann hatte in der vergangenen Woche die Fortführung des Spielbetriebs als unsicher bezeichnet, da wegen des Ausstiegs der Alexander-Otto-Sportstiftung ein Viertel des 200.000-Euro-Etats wegzubrechen drohe. „Natürlich kennen wir dieses Problem, aber es ist im täglichen Training nicht präsent, deshalb glaube ich nicht, dass es uns zusätzlich belastet“, sagt Saskia Radzuweit.

Die Mannschaft wisse um den Anspruch, der an sie gestellt werde. „Wir müssen unsere sportliche Bestleistung bringen, damit wir die Saison so positiv wie möglich abschließen können. Alles Weitere liegt nicht in unserer Hand“, sagt sie. Vielleicht kommt der Besuch von Bayer Leverkusen am Sonntag (16 Uhr, CU-Arena) deshalb zum richtigen Zeitpunkt. Gegen den Tabellenzweiten erwartet niemand einen Sieg. „Wir können befreit aufspielen. Vielleicht setzt das Kraft frei, um die Überraschung zu schaffen.“