Handball

Paukenschlag: Ex-HSV-Torhüter Bitter im deutschen EM-Kader

Noch immer eine große Nummer im deutschen Handball: Johannes Bitter, 35

Foto: Imago/Sportfoto Rudel

Noch immer eine große Nummer im deutschen Handball: Johannes Bitter, 35

Bundestrainer Prokop nominiert den 35 Jahre alten Schlussmann vorläufig. Das letzte Länderspiel bestritt Bitter vor langer Zeit.

Leipzig. Paukenschlag bei den deutschen Handballern: Der frühere Weltmeister Johannes Bitter ist von Bundestrainer Christian Prokop in den vorläufigen EM-Kader berufen worden. Der Keeper steht bei der Mission Titelverteidigung im Januar in Kroatien "für den Notfall bereit".

"Ich habe immer gerne für Deutschland gespielt und verbinde viele positive Erinnerungen mit den großen Turnieren", sagte Bitter dem SID. Der 35-Jährige, WM-Held des Wintermärchens 2007, ist einer von vier Torhütern im 28 Spieler umfassenden Aufgebot des Deutschen Handballbundes (DHB). Die Absprache ist klar: Wenn sich einer der Stammkräfte verletzten sollte, springt Bitter ein.

Hanning lobt Bitters Entscheidung

"Damit hat er sich positioniert. Ich finde das gut und sehr positiv. Das zeigt den hohen Stellenwert der Nationalmannschaft", sagte DHB-Vizepräsident Bob Hanning. Mit Silvio Heinevetter und Andreas Wolff habe das deutsche Team ein "hervorragendes Torhütergespann, das sicherlich gesetzt ist", so der Sportchef. Und mit Bitter und Carsten Lichtlein gebe es nun "zwei exzellente Torhüter dahinter. Was Besseres kann dem deutschen Handball nicht passieren."

Derzeit befindet sich Bitter nach einem Muskelfaserriss im linken Oberschenkel in der Reha. "Ich versuche nun erstmal wieder komplett fit zu werden und stehe für den Notfall bereit", sagte der Schlussmann des Bundesligisten TVB Stuttgart. Grundsätzlich habe man auch ohne ihn "hervorragende Torhüter für die EM".

Bitter holte mit dem HSV die Champions League

Bitter ist noch immer einer der ganz großen Namen in der Branche. In seinen neun Jahren beim HSV Hamburg gewann der 2,05-m-Hüne die deutsche Meisterschaft, den DHB-Pokal und die Champions League, bevor er nach der Insolvenz des Klubs Anfang 2016 nach Stuttgart wechselte.

Und auch in der Nationalmannschaft gehörte Bitter nach seinem Debüt 2002 lange zu den prägenden Gesichtern. Unvergessen ist bis heute das WM-Finale von 2007, als er durch die plötzliche Verletzung von Henning Fritz völlig unvermittelt zwischen die Pfosten musste - und bärenstark hielt.

Bitters Nominierung ist sportlich sinnvoll

Die Nationalmannschaft ließ ihn selbst nach seinem freiwilligen Rückzug im Anschluss an die mit Platz elf enttäuschende WM 2011 in Schweden nicht los. Bekniet vom damaligen Bundestrainer Martin Heuberger, kehrte Bitter im Sommer 2014 noch einmal zurück. Doch auch der Routinier konnte das Aus in den WM-Play-offs gegen Polen nicht verhindern.

Nach insgesamt 144 Länderspielen könnte es nun also zum erneuten Comeback kommen. Und auch wenn die Nominierung Bitters vom Zeitpunkt her überraschend kommt - sportlich macht sie absolut Sinn. Seine Leistungen in der Liga waren in der Hinrunde bislang konstant stark, die Quote gehaltener Bälle lag mit knapp 33 Prozent sogar etwas höher als bei seinen Nationalmannschaftskollegen. "Die nominierten Keeper sind die vier stärksten deutschen Torhüter der Bundesliga", unterstrich Hanning.

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