Champions-League-Quali

"La Decima": Bullenanlauf geht wieder in die Dose

Salzburg scheiterte an dem kroatischen Vertreter HNK Rijeka

Foto: imago/Pixsell

Salzburg scheiterte an dem kroatischen Vertreter HNK Rijeka

Trauriges Jubiläum für RB Salzburg: Auch im zehnten Anlauf verpasst Österreichs Meister die Qualifikation für die Champions League.

Hamburg. Der zehnte Abflug aus der Champions-League-Qualifikation binnen elf Jahren ließ die Fans von RB Salzburg zu Zynikern mutieren. "RB verleiht eben Flügel" - diese sarkastische Assoziation verbreitete sich binnen Minuten im Netz. Diesmal war für den millionenschweren Brauseklub der kroatische Verein HNK Rijeka Endstation, nach dem 1:1 vor heimischem Publikum war das torlose Unentschieden im Rückspiel zu wenig.

Eine "La Decima" der hochnotpeinlichen Art, die man beim österreichischen Meister unbedingt verhindern wollte. Aber wieder einmal ging der erhoffte Sprung in die Play-offs für die Gruppenphase der Königsklasse in die Dose. Auch weil ein Tor des ehemaligen Bundesliga-Profis Reinhold Yabo in der 54. Minute fälschlicherweise wegen einer vermeintlichen Abseitsstellung nicht anerkannt wurde.

"Es bringt aber nichts, dem nachzuweinen. Wir hatten noch genug Zeit, ein weiteres Tor zu erzielen", sagte der Mittelfeldspieler, einst als Kapitän U17-Europameister mit dem Nachwuchs des Deutschen Fußball-Bundes. Auch der frühere Mainzer Bundesliga-Profi Marco Rose, seit Saisonbeginn Cheftrainer der Bullen, bemühte sich um Gelassenheit: "Menschen machen Fehler, das passiert im Fußball."

Europa League ist Minimalziel

Clubboss Dietrich Mateschitz dürfte indes wenig interessieren, dass das heimstarke Rijeka gegen seinen Klub zum 44. Mal in Folge im eigenen Stadion ungeschlagen blieb. Der finanzielle Verlust von 14,7 Millionen Euro wegen des Verpassens der Gruppenphase ist selbst für RB unangenehm. Der 40-Jährige Rose muss Salzburg nun via Play-offs wenigstens in die Europa League führen, auch um seinen Job in Schatten der Festung Hohensalzburg abzusichern.

Dieses Minimalziel, stellte auch Geschäftsführer Stephan Reiter klar, muss unbedingt erreicht werden: "Das ist das sportliche Szenario, das wir brauchen, um auch die jungen internationalen Talente nach Salzburg zu bringen."

Die werden nun tatenlos mitansehen müssen, wie sich der deutsche Vize-Meister und Bruderklub RB Leipzig inmitten der 32 besten europäischen Vereine schlägt. Die Sachsen qualifizierten sich in ihrem ersten Bundesligajahr auf Anhieb und direkt für die Gruppenphase.

Immerhin: Auf der nach unten offenen Peinlichkeits-Skala der Salzburger datiert der Tiefpunkt weiterhin aus dem Jahr 2013. Seinerzeit scheiterte der haushohe Favorit bereits in der zweiten Qualifikationsrunde an F91 Düdelingen, damaliger und aktueller Meister der Fußball-"Großmacht" Luxemburg.

© Hamburger Abendblatt 2017 – Alle Rechte vorbehalten.