Hamburg

Horst Kracht stirbt nach langer und schwerer Krankheit

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Dieter Matz erinnert an eine große Trainerlegende des Hamburger Fußballs

Hamburg.  Fußball-Hamburg trauert. Im Alter von 86 Jahren ist Horst Kracht, eine der größten Figuren im Amateurbereich der Stadt, nach langer und schwerer Krankheit verstorben. Nicht nur jene Vereine, für die der großartige und stets faire Sportsmann tätig war, werden tief traurig sein – Horst Kracht war in der Hansestadt überall dort, wo er auftrat, ein gern gesehener Gast. Er war stets geschätzt wegen seiner Menschlichkeit, seiner großen Fußball-Kompetenz, Sachlichkeit und Fairness. Er war bei Spielen, Diskussionen und Treffen mit den Kollegen nie ein Mann, der sich in den Vordergrund gedrängt hat. Im Gegenteil: Meistens trat er ruhig, höflich und bescheiden auf. Ihm ging es um den Fußball. In seiner besten und herrlichsten Form.

Horst Kracht, beruflich überaus erfolgreich, war ein positiv Fußball-Verrückter. Er spielte in der Jugend für den ETV, seine Jungmannen-Mannschaft wurde damals vor dem HSV Hamburger Meister. Der blonde Abwehrspieler mit der schrillen Stimme spielte in der Liga für den SC Victoria, BU und West-Eimsbüttel. Für die „Wespen“ war er sogar (als Spielertrainer) noch als 50-Jähriger der Libero der Liga-Mannschaft – eine phänomenale Leistung, die überall Lob, Respekt und Anerkennung fand.

Er genoss den Ruf des „besten Kumpels“. Sein Rat war gefragt, seine Einschätzungen oft gefordert, seine Klugheit geschätzt, sein Gedächtnis beeindruckend. Horst Kracht, schon zu Lebzeiten eine Legende, schätzte auch Kunst in jeder Form. Sein bester Freund war der frühere HSV-Präsident und Theaterdirektor Rolf Mares (Winterhuder Fährhaus, Oper), mit dem er einst in der ETV-Jugend begonnen hatte.

Horst Kracht kannte jeden, der im Hamburger Fußball etwas vollbracht hatte. Und er verschlang Unmengen von Büchern und Zeitungen. Ein Zimmer in seiner Wohnung am Lattenkamp war vollgestopft mit Fußball-Artikeln. Und er war zuverlässig, sein Wort galt, ihm waren Begriffe wie Arroganz, Neid oder Überheblichkeit fremd.

Sein SC Victoria war die letzte sportliche Station in seinem Fußball-Leben. Als „Vicky“ seine große Zeit mit Trainer Bert Ehm hatte, als in neun Jahren vier Hamburger Meisterschaften sowie zwei Pokaltitel eingefahren wurden, stand Horst Kracht an der Seite von „Macher“ Ehm, beide Männer verband eine großartige Freundschaft, die geprägt war von Respekt und Loyalität.

So war Horst Kracht. Ein großartiger Mensch. Ein Kumpel, ein Freund, ein super Typ. Fußball-Hamburg trauert um ihn und wird ihn nie vergessen.

( ma )

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