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Michael van Gerwen ist zum zweiten Mal Darts-Weltmeister

Der Niederländer Michael van Gerwen jubelt im Finale der Darts-WM gegen den Schotten Anderson

Der Niederländer Michael van Gerwen jubelt im Finale der Darts-WM gegen den Schotten Anderson

Foto: Steven Paston / dpa

Der Niederländer bezwang den Schotten Gary Anderson deutlich in einem packenden Finale. Ein Flitzer stahl indes den WM-Pokal.

London. Der Niederländer Michael van Gerwen hat sich zum zweiten Mal in seiner Karriere zum Darts-Weltmeister gekrönt. Der 27 Jahre alte Weltranglistenerste besiegte im WM-Finale den Schotten Gary Anderson, Titelträger von 2015 und 2016, im Londoner Alexandra Palace deutlich mit 7:3.

Für seinen zweiten Triumph nach 2014 erhält van Gerwen neben der Sid Waddell Trophy einen Siegerscheck über 410.000 Euro.

„Mighty Mike“ zeigte konstantere Leistung

In ihrem ersten WM-Finale gegeneinander zeigte „Mighty Mike“ die deutlich konstantere Leistung. Zwar kam er mit 107,79 Punkten pro Aufnahme nicht an seinen im Halbfinale aufgestellten WM-Rekord (114,05 Punkte) heran, er hielt Anderson (104,93) jedoch über weite Strecken in Schach.

„Ich bin absolut glücklich“, sagte van Gerwen mit Tränen in den Augen bei der Siegerehrung: „Das ist der wichtigste Pokal, das weiß jeder, den will jeder haben. Das bedeutet mir so viel.“ Anderson zollte seinem Gegner Respekt und sagte: „Der Kerl war einfach zu gut.“

Im dritten Durchgang gelang dem Weltranglistenzweiten Anderson, der zuvor 17 WM-Partien am Stück gewonnen hatte und sich mit immerhin 160.000 Pfund (rund 188.000 Euro) trösten kann, das erste Break. Doch van Gerwen kämpfte sich mit fünf Satzgewinnen in Folge mehr als beeindruckend zurück und zeigte, warum er im Jahr 2016 mit 25 Turniersiegen der dominierende Spieler war.

Damit zementierte van Gerwen auch die Machtverhältnisse im direkten Duell. In zuvor 35 Spielen gegeneinander hatte der Niederländer 22 gewonnen, der „Flying Scotsman“ nur 13.

Spieler sorgen für WM-Rekord

Im Endspiel glänzten beide Spieler mit insgesamt 42 Maximums, also perfekten Aufnahmen von 180 Punkten. Das ist ein Rekord in WM-Finals nach Version des Verbandes PDC (seit 1994). Insgesamt konnten die frenetischen Fans im „Ally Pally“ während dieser WM 708 Maximums bejubeln - und damit deutlich mehr als noch im Vorjahr (654).

Im Verlauf des Finales sorgte indes ein Flitzer für Aufsehen. Ein Zuschauer stürmte im vierten Leg des neunten Satzes auf die Bühne, schnappte sich den rund 25 Kilo schweren Pokal und reckte ihn in die Höhe. Sicherheitsleute brachten den Störenfried vor die Tür. Für ihn war das Finale damit beendet.

Max Hopp (Idstein) war als bester Deutscher in der zweiten Runde am Belgier Kim Huybrechts gescheitert. Dragutin Horvat (Kassel) hatte bereits seine Auftaktpartie gegen den Australier Simon Whitlock verloren.