Hamburg

Der FC St. Pauli packt die Schienbeinschoner aus

Hamburg.  Die Fußballprofis des FC St. Pauli ahnten beim Blick auf ihre Plätze in der Umkleidekabine am Mittwochmorgen bereits, dass es im Training zur Sache gehen würde. Anders als gewohnt lagen die Schienbeinschoner der Spieler bereit. Nur bei zweikampfintensiven Einheiten sind die Kicker dazu verpflichtet, den Schutz für die Unterbeine zu tragen. „In der Woche hat man gemerkt, dass Aggressivität da ist und wir alle geil auf das Spiel sind. Wir haben zwei Wochen richtig gut gearbeitet und hoffen, dass wir das mit ins Spiel nehmen können“, sagte Abwehrspieler Marc Hornschuh, dessen linkes Schienbein bereits ein großer Kratzer aus einer vorherigen Einheit zierte.

Vor der Partie gegen Arminia Bielefeld am Sonnabend (13 Uhr) ließ Trainer Ewald Lienen vor allem Zweikämpfe und Eins-gegen-eins-Duelle mit Torabschluss üben. Dabei wurde gegrätscht, gezerrt und gekämpft, wie es der 62-Jährige liebt. Die Marschroute für die Partie gegen die Ostwestfalen ist klar definiert. Einen Schönheitspreis gibt es nach drei Niederlagen in Folge zum Saisonstart nicht zu gewinnen. Alles andere als ein Sieg, das weiß auch Hornschuh, würde die Krise nur verschlimmern. „Wir müssen alle aggressiv, kompakt und motiviert sein. Es wird sicher hart zur Sache gehen. Wenn wir unsere Galligkeit mitbringen, habe ich ein gutes Gefühl“, sagte Hornschuh.

Der Weg aus der Krise ist die Rückkehr zu defensiver Stabilität. Neben der Tatsache, dass aufgrund von Krankheit und Verletzungen häufig rotiert werden musste, fehlte es St. Pauli mit Ausnahme der ersten Hälfte beim VfB Stuttgart (1:2) am ersten Spieltag an den Grundtugenden, die den Kiezclub in der vergangenen Saison auszeichneten. „Wir definieren uns über unsere Defensivstärke. Wir haben uns defensiv bisher noch nicht gefunden. Daran haben wir gearbeitet und die Länderspielpause dafür genutzt“, sagte Hornschuh, der mit Neuzugang Vegar Eggen Hedenstad um den Rechtsverteidigerposten kämpft.

Für Hornschuh könnte am Sonnabend seine Körpergröße sprechen. Mit 1,88 Metern wäre der Abwehrspieler die perfekte Wahl gegen die großgewachsenen und wuchtigen Offensivspieler der Bielefelder.