Rio de Janeiro

Fußballfrauen verabschieden Silvia Neid mit Gold

Deutschland besiegt im letzten Spiel der Bundestrainerin im Olympiafinale Schweden mit 2:1

Rio de Janeiro. Zauberfüßchen Dzsenifer Marozsan (24) hat die deutschen Fußballerinnen in einer magischen Nacht im Maracanã erstmals auf den Olymp geführt. 768 Tage nach dem WM-Triumph der Männer im legendären Fußballtempel von Rio de Janeiro bekam Bundestrainerin Silvia Neid (52) beim 2:1 (0:0) gegen Schweden den erhofften goldenen Handschlag.

Mittelfeldspielerin Marozsan von Olympique Lyon traf zunächst von der Strafraumgrenze mit einem Traumtor in den Winkel (48.). Das 2:0 per Eigentor der Schwedin Linda Sembrant (62.) erzwang sie mit einem ihrer gefürchteten Freistöße, der an den linken Pfosten klatschte. Der schwedische Anschlusstreffer von Stina Blackstenius (67.) brachte dann noch einmal Spannung ins Spiel. Die DFB-Elf verlor fortan ihre Souveränität, doch den Skandinavierinnen nutzten ihre Chancen nicht. Für die ganz in Rot spielenden DFB-Frauen war es nach dreimal Bronze (2000, 2004, 2008) der erste ganz große Coup.

Vor rund 65.000 Zuschauern, darunter der eigens eingeflogene DFB-Präsident Reinhard Grindel, wurden Kapitänin Saskia Bartusiak und Co. ihrer Favoritenrolle letztlich gerecht. Die überraschend offensiven Schwedinnen hatten zwar den besseren Start. Doch die deutsche Mannschaft übernahm bald das Kommando und belohnte sich für eine zumindest 70 Minuten lang starke Vorstellung mit der Goldmedaille.

Schweden riegelte bei deutschem Ballbesitz wie bei den beiden vorangegangenen K.-o.-Spielen, bei denen sich die Blau-Gelben zweimal ins Elfmeterschießen gemauert hatten, mit einer Vierer- und einer Fünferkette ab. Die klareren Chancen besaß aber die DFB-Elf - auch noch nach dem Anschlusstreffer der Skandinavierinnen. Melanie Leupolz (68.) und Alexandra Popp (69.) hatten die Vorentscheidung auf dem Fuß.

Neid verfolgte das Geschehen lange Zeit sichtlich angespannt im Stehen. Erst beim Treffer zum 2:0 fiel etwas Druck von ihr ab, und sie herzte ihre Assistenten. Die letzten Spielmitnuten tigerte sie aufgeregt durch die Coachingzone. „Es ist ein wunderbarer Moment und das perfekte Abschiedsge-schenk für unsere Trainerin“, sagte Marozsan nach dem Abpfiff, „ich bin stolz, Mitglied dieser Mannschaft zu sein.“