Rio de Janeiro

Kanu: Vier deutsche Boote im Finale am Sonnabend

Der Canadier-Zweier und der Kajak-Vierer gelten als Favoriten auf die Goldmedaille

Rio de Janeiro.  Kanu-König Sebastian Brendel kämpft erneut um Gold, und auch der Rest der deutschen Flotte paddelt zum Abschluss der olympischen Regatta an diesem Sonnabend um die Medaillen. Vier Boote des Deutschen Kanu-Verbandes (DKV) stehen in den Finals. „Die Stimmung ist super, und wir haben noch einmal vier Chancen“, sagte Cheftrainer Reiner Kießler.

Zwei Gold- und eine Silbermedaille haben die deutschen Rennsport-Kanuten bisher am Lagoa Rodrigo gewonnen, die Bilanz soll noch deutlich verbessert werden. „Wir haben unser Minimalziel erreicht. Wir greifen noch einmal an. Mal sehen, was dabei herauskommt“, sagte Brendel nach dem souveränen Vorlaufsieg mit Jan Vandrey (beide Potsdam) im Canadier-Zweier über 1000 Meter. Am Dienstag hatte Brendel im C1 über seine 1000-m-Paradestrecke seinen Olympiasieg von London wiederholt.

Als äußerst chancenreich geht auch der Kajak-Vierer der Männer mit den K2-Olympiasiegern Max Rendschmidt/Marcus Groß (Essen/Berlin) an den Start. Im Vorlauf verwies das Flaggschiff Weltmeister Slowakei auf Rang zwei. „Eine Medaille wäre schön, aber jeder weiß, was ich mir erträume“, sagte Max Hoff (Essen) nach dem Rennen über 1000 m. Tom Liebscher (Dresden) komplettiert das Quartett. „Wir haben gemerkt, was für ein Potenzial im Boot steckt“, sagte Groß, der nach seinem Olympiasieg seine Goldmedaille mit ins Bett genommen hatte.

So weit will Ronald Rauhe noch nicht denken. Der 34 Jahre alte Routinier überraschte im Kajak-Zweier über 200 m mit Platz zwei im Halbfinale. „Ich bin gut drauf. Das gibt mir Auftrieb für das Finale“, sagte Rauhe, der im Zweier über die Sprintdistanz in Rio de Janeiro mit Liebscher Fünfter geworden war. Eine Medaille im Einer wäre der krönende Abschluss seiner olympischen Karriere.

Schnell war auch der Kajak-Vierer der Frauen beim Halbfinalsieg über 500 m. Das Boot mit Sabrina Hering (Hannover), Franziska Weber (Potsdam), Steffi Kriegerstein (Dresden) und Tina Dietze (Leipzig) geht zwar nicht als Top-Favorit ins Rennen, eine Medaille soll es aber werden. Weber und Dietze haben schon Silber im K2 gewonnen.