Hamburg

„TuS Dassendorf spielt eigentlich außer Konkurrenz“

Konkurrent HSV Barmbek-Uhlenhorst gratuliert dem Oberligameister zum Hattrick

Hamburg. Zum guten Schluss wollte es keiner so richtig gewesen sein. „Es ist seine Meisterschaft“, verwies der im Winter verpflichtete Dassendorfer Trainer Peter Martens nach dem Titelgewinn durch das 4:1 beim USC Paloma auf Sportchef Jan Schönteich. Dieser wollte den Ruhm nicht für sich in Anspruch nehmen und erklärte stattdessen fröhlich „nie mehr Trainer sein zu wollen“, bis Dassendorfs neben Peter Martens gleichberechtigter Coach Thomas Hoffmann den Erfolg kurzerhand als „Meisterschaft der Mannschaft“ titulierte. Wie dem auch sei, Fakt ist: Die TuS Dassendorf ist zum dritten Mal in Folge Meister der Oberliga Hamburg geworden.

Die angesprochene Personalrochade mit Schönteich und Martens in der Winterpause konnte die Titelchancen letztlich ebenso wenig schmälern wie Konkurrent HSV Barmbek-Uhlenhorst. Dieser ließ in seinen Nachholspielen zu viele Punkte liegen. „Wir haben eine überragende Saison gespielt. Trotzdem natürlich schade, dass wir unsere Chance nicht genutzt haben“, sagte Barmbeks Trainer Frank Pieper nach dem munteren 4:1 zum Saisonabschluss gegen den Buxtehuder SV. Pieper gratulierte den Dassendorfern fair zum Titel und bemühte seinen schon häufig angeführten Satz: „Die TuS Dassendorf spielt als Team eigentlich außerhalb der Konkurrenz.“

Trotz der Aufrüstung durch gewichtige Transfers wäre der Titelgewinn den Dassendorfern in dieser Saison jedoch fast nicht gelungen. Doch im Endspurt fanden eigentliche Leistungsträger wie zum Beispiel der abwandernde Torjäger Eric Agyemang wieder zu ihrer Form. Die Mannschaft trotzte ihrem Verletzungspech und profitierte von ihrer eigenen Stärke und Barmbeks massiver Nervosität in deren entscheidenden Spielen wie beim 1:1 in Rugenbergen.

Das „Modell Dassendorf“, sich erneut mit dem Rückhalt des seit Jahrzehnten verlässlichen Gönners Michael Funk als Basis den Oberliga-Titel zu sichern, aber nicht in die Regionalliga Nord aufsteigen zu wollen, stößt bei anderen Vereinen in Hamburg unter der Hand auf Kritik. Die Dominanz der Dassendorfer, heißt es, sei langweilig.

Ihm seien die vielen Titel „nicht langweilig“, sagte Dassendorfs Sportchef Jan Schönteich, bevor die Feier begann. Wie üblich fuhren die Dassendorfer mit dem Roten Doppeldeckerbus über den Kiez, schwenkten die selbstgebastelte Meisterschale. Am Sonnabend ging es auf einer Barkasse weiter, Sonntagfrüh kam das Team auf Mallorca an. Eine Hoffnung, dass die Dassendorfer Dominanz nicht ewig währt, formulierte Barmbeks Trainer Pieper: „Wir haben gezeigt: Auch andere Teams können Meister werden. Es muss viel zusammenkommen, aber es ist möglich.“