Sport

Schmerzhafte Vereinsliebe

Es gibt da ganz bezaubernde Kunstwerke zu besichtigen. Auf dem breiten Rücken, vollflächig. Oder fett im Stiernacken. Auch über den Bauch tätowiert hat man es schon gesehen: das Vereinsemblem von Manchester City. Ein goldener Adler, vor sich das eigentliche Wappenschild. Farbig eingetackert in die bleiche, englische Haut. Ein authentisches Zeichen wahrer Vereinsliebe, unzerstörbar, lebenslang.

Aber das muss jetzt weg.

Marketingexperten der „City Football Group“, der der Club gehört, haben nun ein neues, angeblich besser zu vermarktendes Logo kreiert. Kreisrund. Noch vor Weihnachten soll es vorgestellt werden. Das ist dann ein schönes Geschenk: das neue Trikot am ersten Feiertag unter dem Kamin, den Schal, den Teddy, die Mütze. Da strahlen die Kinderaugen, und so mancher Anhänger wird voller Glück nach „White Christmas“ spontan das Vereinslied „Blue Moon“ anstimmen.

Und für die wandelnden Wappen auf und unter der Haut der treuesten (oder verrücktesten?) Anhänger hat der Verein auch schon eine Lösung. Er bietet ein kostenfreies Entfernen des alten Tattoos mittels Laserbehandlung und gleichzeitiges Neumachen an. Das frischt dann auch die Farbe noch mal kräftig auf, Rücken, Nacken, Wanst sind auf dem neuesten Stand.

Allerdings ist dieses Weglasern eine äußerst schmerzhafte Sache. Doch Fußballfreunde sind bereit, so einiges für ihren Herzensclub zu ertragen. Die Hamburger Lösung erscheint dennoch die bessere: Die Raute bleibt auf ewig unverändert, gelitten wird höchstens im Abstiegskampf. Dann aber richtig.