St. Leon-Rot

Profi-Golferinnen Gal und Masson wollen Deutschland begeistern

St. Leon-Rot.  Sandra Gal hat einen Traum. „Ich hoffe, dass unser Sport hierzulande in einem etwas anderen Blickwinkel wahrgenommen wird“, sagt Deutschlands beste Golferin vor dem Start des 14. Solheim Cups in St. Leon-Rot (18. bis 20. September): „Es wird ein Riesenevent, bei dem die Zuschauer auch mal lockerer und lauter sein dürfen.“ Endgültig vorbei sein soll also die Zeit, in der Golf das Klischee der Altherrensportart anhaftete. Denn vor allem da wollen Gal und ihre Landsfrau Caroline Masson zusammen mit dem europäischen Team an diesem Wochenende etwas bewirken. „Natürlich träume ich vom dritten Sieg in Folge für Europa“, sagt Gal. Aber viel wichtiger: „Wir werden garantiert Spaß auf dem Platz haben, und ich hoffe, dass das alle ansteckt!“

Zumindest das männliche Pendant, der Ryder Cup, elektrisiert alle zwei Jahre die Massen, wenn die zwölf besten Golfer aus Europa sich mit der Elite aus den USA duellieren. Martin Kaymer hat schließlich auch wegen seiner drei Ryder-Cup-Triumphe (2010, 2012, 2014) dafür gesorgt, dass (Herren-)Golf nach der Ära von Idol Bernhard Langer in Deutschland wieder an Popularität gewann und in den Medien mehr Präsenz fand. Der 30-jährigen Gal und der vier Jahre jüngeren Masson ist das teilweise schon gelungen – der SWR überträgt an allen drei Tagen live. „Es wird ein großartiges Event, ich bin glücklich, mit dabei sein zu dürfen, und kann es kaum erwarten, vor meinen Freunden und meiner Familie abzuschlagen,“ sagte Masson, die nur dank der Wildcard der Teamkapitänin Carin Koch (Schweden) dabei ist.

Wann Masson und Gal zum ersten Mal die Bälle über die Grüns peitschen werden, ist allerdings ungewiss. Sicher ist nur, dass sie am Sonntag in den zwölf Einzelduellen zum Zuge kommen. Für die insgesamt acht Fourballs und Foursomes am Freitag und Sonnabend müssen die beiden Lokalmatadorinnen aber auf die Gunst von Koch hoffen. „Ich habe ihnen gesagt, dass sie gut spielen müssen“, sagte Koch und erhöhte damit weiter den Druck. Denn gut gespielt haben Gal und Masson bei der Generalprobe nicht. Im französischen Évian-les-Bains scheiterte Masson bereits am Cut, Gal beendete das Turnier nur auf Platz 50.