Tennis

Nadal am Rothenbaum: Mit neuem Schwung zu alter Form

Der spanische Tennisprofi Rafael Nadal spricht in Hamburg bei einer Pressekonferenz

Der spanische Tennisprofi Rafael Nadal spricht in Hamburg bei einer Pressekonferenz

Foto: Axel Heimken / dpa

Nach seiner Zweitrunden-Niederlage in Wimbledon will Superstar Rafael Nadal beim Rothenbaum-Turnier in Hamburg frisches Selbstvertrauen tanken.

Hamburg. Anreise im Billigflieger, hartes Training bei frühherbstlicher Witterung und keinerlei Sightseeing - Rafael Nadal, das verraten auch seine angespannten Gesichtszüge, ist nur zum Arbeiten an den Rothenbaum gekommen. Der Tennis-Superstar sucht sichtlich nach Form und Selbstvertrauen und hat ausschließlich dafür in Hamburg nachgemeldet.

Sieben Jahre lang hat der Spanier das mittlerweile drittklassige Turnier gemieden, jetzt braucht er die Traditionsveranstaltung, um Spielpraxis zu sammeln. Ihm fehlen Matches, denn in Wimbledon scheiterte der 29-Jährige schon in der zweiten Runde an Außenseiter Dustin Brown aus Winsen an der Aller.

Und etwas zögerlich gibt der einstige Weltranglisten-Erste auch zu, dass das frühe Wimbledon-Aus geschmerzt hat: „Ich dachte, ich hätte vorher alles richtig gemacht, und dann habe ich so schlecht gespielt. Aber ich musste es akzeptieren, und irgendwann ging das Leben weiter“, sagte der Sandplatzkönig, der bisher insgesamt 141 Wochen lang an der Spitze der Weltrangliste stand.

Dass er 2015 „öfter als in den vergangenen Jahren“ verloren hat, wurmt Nadal. Aktuell „nur“ Nummer zehn der Weltrangliste, ist der Spanier in der Hansestadt nur deshalb topgesetzt, weil sein Landsmann David Ferrer sich verletzungsbedingt abmelden musste. Nun gilt es, in Hamburg zu punkten - für die US Open im September in New York und die ATP-WM im November in London.

Auch er selbst hatte in der jüngeren Vergangenheit häufig mit Blessuren zu kämpfen. Darauf angesprochen, huschte am Samstag erstmals ein Lächeln über Nadals schmales Gesicht: „Ich fühle mich gut, es gibt keine Probleme.“

Vielleicht hilft es dem Mallorquiner auch, dass ihn mit dem 123 Jahre alten Turnier positive Erinnerungen verbinden. Als weithin unbekannter Newcomer besiegte er vor zwölf Jahren an gleicher Stelle seinen Landsmann und Mentor Carlos Moya. Ein Erfolg, der der noch jungen Karriere des Ausnahmetalents seinerzeit einen mächtigen Schub verlieh.

Und eine Geschichte, die sich in der kommenden Woche wiederholen könnte. Denn nicht nur Nadal selbst, sondern auch sein junger spanischer Landsmann Jaume Munar erhielt von Turnierdirektor Michael Stich eine Wildcard. Je nach Auslosung könnten sich Nadal und Munar in der kommenden Woche im direkten Duell gegenüberstehen. Die Rollen wären eigentlich klar verteilt, denn das 18 Jahre alte Talent ist aktuell die Nummer 683 der Weltrangliste. Doch 2003 war Nadal gegen Moya auch nicht mehr als ein Außenseiter