Wimbledon

Aus gegen Dijas: Petkovic weint und schnauzt ihr Team an

Konnte die Tränen während des Spiels nicht zurückhalten: Andrea Petkovic

Konnte die Tränen während des Spiels nicht zurückhalten: Andrea Petkovic

Foto: Andy Rain / dpa

Andrea Petkovic verpasste erneut ihr erstes Wimbledon-Achtelfinale. In der dritten Runde verlor sie gegen die Kasachin Sarina Dijas.

Andrea Petkovic und der grüne Rasen - das passt einfach nicht zusammen. In Wimbledon scheiterte die Darmstädterin völlig verzweifelt erneut vor dem Achtelfinale, gegen die Kasachin Sarina Dijas liefen Petkovic bereits während des Matches Tränen übers Gesicht. Nach 1:50 Stunden Spielzeit verlor sie 5:7, 4:6 und verabschiedete sich beim bedeutendsten Tennisturnier wie 2011 und 2014 in der dritten Runde.

Damit bleiben Petkovics Grand-Slam-Auftritte in dieser Saison eine Enttäuschung: In Melbourne flog sie in Runde eins raus, in Paris verlor sie in Runde drei. Am Samstag haben ihre Fed-Cup-Kolleginnen Angelique Kerber (Kiel/Nr. 10), Sabine Lisicki (Berlin/Nr. 18) sowie Tatjana Maria (Bad Saulgau) und Überraschungssieger Dustin Brown (Winsen/Aller) die Chance aufs Achtelfinale.

Von Beginn an war Petkovic unzufrieden mit ihrem Spiel gegen die Weltranglisten-34. Dijas. „Ich bin so raus aus dem Rhythmus“, klagte sie nach wenigen Minuten. Dennoch entwickelte sich ein ausgeglichenes Duell, ähnlich wie die beiden Aufeinandertreffen zu Beginn des Jahres. In Dubai hatte Dijas gewonnen, in Doha Petkovic knapp die Oberhand behalten.

Bis zum 5:5 im ersten Satz hielten beide ihre Aufschläge, Petkovic vergab dabei fünf Breakbälle, die 21 Jahre junge Dijas nutzte ihren zweiten und gewann den Durchgang. Petkovic ließ ihren Frust an ihrem Team auf der Tribüne aus. „Warum guckt ihr in die andere Richtung, wenn ich Eure Unterstützung brauche?“, greinte die 27-Jährige.

Petkovic verließ den Platz, kam zurück, verlor ihren Aufschlag und fing an zu weinen. Der emotionale Ausbruch brachte sie völlig aus dem Konzept, erst bei 1:4 stemmte sie sich wieder gegen die Niederlage, allerdings zu spät. Bei 2:5 kamen ihr erneut die Tränen, Petkovic wehrte noch zwei Matchbälle ab, dann war ihr Aus besiegelt.

Dabei war sie nach ihren Auftakterfolgen so zuversichtlich ins Match gegangen. Ihre Beziehung zum Rasen, sagte sie nach der zweiten Runde, habe sich entwickelt. „Mittlerweile habe ich gerafft: Ich brauche länger, um mich auf Rasen einzustellen. Ich weiß nicht, ob es je mein Lieblingsbelag wird, aber ich schließe nichts mehr aus.“ Die Pleite gegen Dijas war dafür bestimmt kein Schritt in die richtige Richtung.

Djokovic und Wawrinka locker weiter

Ein deutlich besseres Verhältnis zum Rasentennis besitzen Titelverteidiger Novak Djokovic (Serbien) und French-Open-Champion Stan Wawrinka (Schweiz). Die Paris-Finalisten stehen bereits im Achtelfinale und haben dabei keinen Satz abgegeben. Djokovic ließ dem Australier Bernard Tomic beim 6:3, 6:3, 6:3 keine Chance, Wawrinka gewann gegen Fernando Verdasco aus Spanien 6:4, 6:3, 6:4.

Beide haben nun zwei Tage Pause, da der erste Sonntag im All England Club traditionell spielfrei ist. Djokovic trifft am Montag auf Kevin Anderson aus Südafrika. Wawrinka bekommt es mit dem Belgier David Goffin zu tun.

Williams-Schwestern treffen sich im Achtelfinale

Top-Favoritin Serena Williams hat ihr Wimbledon-Aus in der dritten Runde gerade noch verhindert und darf weiter vom vierten Grand-Slam-Triumph nacheinander träumen. Die fünfmalige Titelträgerin aus den USA bezwang die Britin Heather Watson nach 2:14 Stunden Spielzeit 6:2, 4:6, 7:5. Im dritten Satz hatte Williams bereits 0:3 in Rückstand gelegen, bei 4:5 war sie nur noch zwei Punkte vom Ausscheiden entfernt.

"Das war mein härtestes Match. Heather hätte vielleicht gewinnen müssen. Sie hat so gut gespielt", sagte Williams.

Im Achtelfinale am Montag trifft die 33-Jährige auf ihre ältere Schwester Venus (35), die gegen Aleksandra Krunic aus Serbien 6:3, 6:2 gewann. Es ist der 26. Sister Act, Serena führt im direkten Vergleich 14:11. Das letzte Duell hatte im vergangenen Jahr in Montreal allerdings Venus, die ebenfalls fünfmal in Wimbledon gewonnen hat, für sich entschieden. "Sie ist aktuell in besserer Verfassung als ich", sagte Serena Williams.

(sid)