Apeldoorn

Turniermodus kommt HSV-Duo Ludwig/Walkenhorst entgegen

Bei der Beachvolleyball-WM gibt es nur ein Spiel am Tag

Apeldoorn. Es ist eine gnadenlose Auslese, die von diesem Sonnabend an auf dem WM-Sand in vier niederländischen Städten weitergeht. Von den vier Top-Teams des deutschen Frauen-Beachvolleyballs werden auf dem Weg zu Olympia 2016 in Rio auf jeden Fall zwei scheitern. „Es war abzusehen, dass es kein Zuckerschlecken wird“, sagt Katrin Holtwick. Die 31-Jährige war mit ihrer zwei Jahre jüngeren Partnerin Ilka Semmler als Deutschlands Team Nummer eins in die laufende Saison gestartet. Vor ihrem vierten gemeinsamen WM-Start sind die Berlinerinnen im internen Verbandsranking allerdings auf Rang vier abgerutscht noch hinter Chantal Laboureur und Julia Sude (Stuttgart/Friedrichshafen).

„Wir glauben weiter an unsere Stärke. Auch im vergangenen Jahr kamen unsere guten Resultate erst in der zweiten Saisonhälfte“, sagt Holtwick. 2014 hatten die für den Seaside Beach Club Essen startenden Holtwick/Semmler als zweites deutsches Frauenteam nach den Hamburgerinnen Laura Ludwig/Kira Walkenhorst (HSV) einen Grand Slam gewonnen. Die WM, bei der es überdurchschnittlich viele Quali-Punkte für Olympia gibt, soll für Holtwick/Semmler wieder die Wende bringen. Ihr langjähriger Trainer Andreas Künkler, der jetzt als Vizepräsident des Deutschen Volleyball-Verbandes für Beach die sportliche Verantwortung für alle Nationalteams trägt, traut ihnen das zu. Das treffe aber auf alle vier deutschen Frauen-Duos zu: „Alle haben das Potenzial, bis ins Halbfinale zu kommen. Und dann ist immer alles möglich“, meint der DVV-Vize.

Der Titel würde das direkte Ticket nach Rio bringen. „Das ist auf jeden Fall ein starker Zusatz. Allein der WM-Titel wäre schon ein großes Ding und dann gleich noch ein Ticket für Olympia zu lösen, das hatten wir noch nie“, sagt Deutschlands Beach-Queen Laura Ludwig. Fünfmal war die 29-Jährige schon nationale Meisterin, dazu zweimal Europameisterin, WM- und Olympiafünfte. Eine WM-Medaille fehlt. „Das wäre der Knaller“, sagt Ludwig: „Wir hatten ein schwere Zeit und sind immer noch nicht ganz auf dem Leistungsniveau wie vor Kiras langer Krankheitspause, aber nah dran.“ Beim Grand Slam in St. Petersburg (Florida) besiegten Ludwig/Walkenhorst vor einer Woche die Weltranglistenersten Larissa/Talita aus Brasilien in einem engen Match mit 2:1-Sätzen. Das folgende Viertelfinale gegen die Vizeweltmeisterinnen Karla Borger/Britta Büthe (Stuttgart) verloren sie dann klar.

Der Turniermodus der WM mit nur einem Spiel am Tag könnte dem HSV-Duo entgegenkommen, weil Walkenhorst noch einige konditionelle Defizite hat. Ludwig/Walkenhorst schlagen zum ersten Mal am Sonntag um 13 Uhr in Apeldoorn gegen Karen Cope/Natalia Alfaro aus Costa Rica auf. (HA)