Montréal

DFB-Damen bereit für das vorgezogene Finale

Celia Sasic (l.) wird gegen das Topteam
aus Frankreich gefordert sein

Celia Sasic (l.) wird gegen das Topteam aus Frankreich gefordert sein

Foto: Witters

Bei der Frauen-Fußball-WM wollen die deutschen Frauen gegen Mitfavoriten Frankreich den Halbfinal-Einzug perfekt machen.

Montréal.  Silvia Neid hatte keine Zeit zu verlieren. Gleich nach der Ankunft in Montréal startete die Bundestrainerin auf der Tribüne des Olympiastadions mit dem Notizbuch in der Hand die akribische Vorbereitung auf die endspielwürdige Partie im WM-Viertelfinale. Nach dem Umzug in die Millionenmetropole dreht sich für die deutschen Fußballerinnen alles nur noch um Frankreich.

Beim souveränen 3:0-Sieg von „Les Bleues“ gegen Südkorea schaute Neid mit Assistentin Ulrike Ballweg, Torwarttrainer Michael Fuchs und Nationalmannschaftsmanagerin Doris Fitschen deshalb ganz genau hin. „Frankreich ist eine technisch brillante Mannschaft, die auf allen Positionen hervorragend besetzt ist“, sagte die 51-Jährige mit Blick auf das Kräftemessen am Freitag (22 Uhr/ZDF und Eurosport live): „Ich erwarte ein Spiel zweier gleichwertiger Gegner, die sich nichts schenken werden.“

Die Spielerinnen nahmen ihre Herausforderung auf dem Weg zum dritten Stern am Sonntagabend gemeinsam im Meeting-Raum des Sheraton-Hotels unter die Lupe. „Frankreich ist für mich der Topfavorit“, sagte Spielführerin Nadine Angerer, nachdem die DFB-Auswahl mit einem spielerisch wie kämpferisch überzeugenden 4:1 gegen Schweden am Vortag selbst ihre Titelambitionen untermauert hatte. Das Duell mit der Nummer drei der Welt kommt nicht nur für Fitschen zwei Runden zu früh. „Es ist schade, dass zwei so gute Teams schon im Viertelfinale aufeinandertreffen. Wir hätten gerne im Finale gegen sie gespielt“, sagte die Ex-Nationalspielerin und betonte: „Sie sind für mich eine der allerbesten Mannschaften der Welt.“

Gegen Frankreich konnte Deutschland von bislang 13 Duellen acht gewinnen, dreimal siegte die Équipe Tricolore – zuletzt mit 2:0 im Testspiel im vergangenen Oktober. Wer in der WM-Vorbereitung auch noch die USA, Brasilien und Kanada schlägt, wird zwangsläufig zu einem der heißesten Anwärter auf den Titel. An Selbstbewusstsein mangelt es offenbar nicht. „Deutschland gehört natürlich zu den Favoriten. Aber wir werden immer stärker und werden alles geben. Wir haben keine Angst vor ihnen“, sagte Mittelfeldspielerin Camille Abily.

Eine Umstellung wird die überdachte Arena sein. „Es fühlt sich schon ein bisschen wie Hallenpokal an, aber es ist ein großes und schönes Stadion“, sagte Fitschen. Die Spielerinnen freuen sich nach den Hitzeschlachten bei 40 Grad auf dem Kunstrasen von Ottawa auf Abkühlung.