Weltcup in Italien

Silber und Bronze für Hamburgs Ruderer

Noch bis 200 Meter hatte der Deutschland-Achter in Führung gelegen, auf den letzten Zügen musste er den Weltmeister passieren lassen.

Hamburg/Varese.  Der Schreck über die erste Saisonniederlage des Deutschland-Achters währte nur kurz, dann wusste Ralf Holtmeyer, was zu tun ist: „Die Briten sind den besseren Endspurt gefahren, darauf waren wir vielleicht nicht gefasst“, sagte der Ruder-Bundestrainer, „ich denke, dass sie uns bei den Trainingsumfängen einen Schritt voraus sind.“ 35 Hundertstelsekunden hatten seiner Elitecrew beim zweiten Weltcup der Saison auf dem italienischen Lago di Varese zum Sieg gefehlt. Noch bis 200 Meter hatte Holtmeyers Olympiasiegerboot in Führung gelegen, auf den letzten Zügen musste es aber den Weltmeister passieren lassen. Dritter wurden die USA.

Noch beim EM-Sieg vor drei Wochen in Posen hatte der Deutschland-Achter die Briten deutlich auf Distanz gehalten. Bis zur WM auf dem Lac d’Aiguebelette in Frankreich (30. August bis 6. September) bleiben nun gut zwei Monate, um den knappen Rückstand wieder aufzuholen. Zwischenzeiten auf dem Weg dorthin werden bei der Henley Royal Regatta (1. bis 5. Juli) und beim Weltcupfinale in Luzern (10. bis 12. Juli) gestoppt. „Unser Ziel bleibt, bei der WM die Goldmedaille zu gewinnen. Dafür müssen wir hart trainieren“, sagte Olympiasieger Eric Johannesen, 26, vom RC Bergedorf.

Sein Bruder Torben, 20, darf nach dem Weltcup wohl den gleichen Anspruch formulieren – im Hinblick auf die U23-WM Ende Juli in Plowdiw (Bulgarien). Als Schlagmann führte der Bergedorfer den zweiten deutschen Achter in Varese ins Finale. Dort konnte die junge Crew, zu der auch Malte Großmann vom RC Favorite Hammonia und Michael Trebbow vom RV Wandsbek gehören, allerdings nicht mehr überraschen und wurde Sechster.

Das A-Finale hatte sich auch Judith Anlauf vom RC Süderelbe zum Ziel gesetzt. Es kam weit besser: Wie schon bei der EM durfte sie sich wieder über Bronze im Leichtgewichtseiner freuen. An Anlauf, 24, dürften die Bundestrainer nur schwer vorbeizukommen, wenn es um die Besetzung des Doppelzweiers für Olympia 2016 geht. Den einzigen deutschen Sieg in Varese sicherte der Doppelvierer der Frauen.

Den wohl größten Hamburger Erfolg könnte es im Anschluss an die Rennen gegeben haben. Martin Blüthmann von der Agentur Steuermann und Landesverbandsvorstand Werner Glowik präsentierten am Abend dem Weltverband Fisa die Bewerbung um die WM 2019. Sie steht unter dem Motto „Join the spirit“. Einziger Mitbewerber ist Ottensheim (Österreich). Die Entscheidung fällt am 7. September.