Berlin

Juves Altstar Andrea Pirlo träumt vom zweiten Triumph in Berlin

Berlin. Er hat ein eigenes Weingut, ist auf dem Platz mehr Künstler als Sportler und besitzt mehr Lässigkeit als die meisten Hollywood-Schauspieler: Juventus Turins Mittelfeldregisseur Andrea Pirlo ist ein höchst ungewöhnlicher Fußballer. Beim Champions-League-Finale könnte der 36-Jährige mit einem großen Titel von der europäischen Fußball-Bühne abtreten.

„Wenn ich Andrea mit dem Ball sehe, frage ich mich, ob ich mich überhaupt Fußballer nennen darf“, sagte Pirlos ehemaliger Teamkollege Gennaro Gattuso. Juve-Torwart Gianluigi Buffon sah in ihm gar „den Beweis für die Existenz Gottes“. Barcas Andres Iniesta sagte: „Andrea Pirlo ist ein Spieler, der das gegnerische Team mit nur einem Pass zerlegen kann.“ Sowohl im WM-Halbfinale 2006 als auch im EM-Halbfinale 2012 war er einer der Gründe für die deutschen Niederlagen.

Doch nun neigt sich seine Karriere dem Ende zu. Finanzstarke außereuropäische „Operettenligen“ locken. Zuvor aber hat Pirlo noch das eine Ziel: „Für mich wäre es ein Traum, den Champions-League-Titel in Berlin zu gewinnen, in derselben Stadt, in der ich Weltmeister geworden bin.“ Neben Pirlo sowie Buffon kehrt in Andrea Barzagli ein dritter Weltmeister an den Ort des Elfmeterkrimis gegen Frankreich zurück. Die Drei besitzen noch immensen Wert für den italienischen Meister: Mit Buffon, 37, im Tor kassierte Turin nur sieben Tore in dieser Königsklassen-Saison, Innenverteidiger Barzagli, 34, ist eine wichtige Stütze der Abwehr.

Zum Zuschauen verurteilt ist dagegen Verteidiger Giorgio Chiellini, dem damit eine Begegnung mit Beißer Luis Suarez wie bei der WM 2014 erspart bleibt. Der 30-Jährige hat im Training eine Wadenzerrung erlitten. „Zusammen werden wir es schaffen, diesen Traum zu erreichen“, schrieb er optimistisch auf Twitter.