Hamburg

Vier Medaillen für starke Hamburger Schwimmer

Heidtmann, Wolters und Claussen überzeugten bei den deutschen Meisterschaften

Hamburg. Im seinem letzten Rennen bei den deutschen Meisterschaften in Berlin hat Jacob Heidtmann vom Swim-Team Stadtwerke Elmshorn seine dritte Medaille um drei Hundertstel verpasst. Nach seinem Sieg über 400 Meter Lagen und Platz drei über 400 Meter Freistil schlug der 20 Jahre alte Student über 200 Meter Freistil in 1:48,33 Minuten als Vierter an. Ex-Weltmeister Paul Biedermann (Halle/Saale) gewann in neuer Weltjahresbestzeit von 1:45,60 Minuten. „Schade, aber dennoch war ich mit meinen Leistungen in Berlin sehr zufrieden“, zog Heidtmann Bilanz.

Seine Siegerzeit von 4:13,28 Minuten über 400 Meter Lagen, mit der er knapp am deutschen Rekord vorbeischrammte, erstaunte selbst seine Trainerin. „Das war schneller als erwartet. Aber wir wissen erst im Sommer, was die Zeit wert ist“, sagte Petra Wolfram im Blick auf die WM im August im russischen Kasan. Bei Olympia 2012 in London hätte Heidtmann mit dieser Zeit Platz sechs belegt.

Neben Heidtmann überraschte Maxine Wolters von der SG Bille Hamburg. In neuem deutschen Altersklassenrekord schwamm die 15 Jahre alte Schülerin in 2:13,98 Minuten zu Silber über 200 Meter Lagen. Wolters qualifizierte sich damit souverän für die European Games im Juni in Baku (Aserbaidschan). Dort könne sie weit vorne landen, glaubt Wolfram. Max Claussen, 21, von der HT 16 schwamm ebenfalls in Berlin aufs Podest. In 2:00,69 Minuten wurde er über 200 Meter Rücken Dritter. Bitterer Beigeschmack: Er verpasste die Normzeit für die Studenten-WM in Gwangju (Südkorea) um neun Hundertstel. Neben den Medaillengewinnern sorgten auch andere Hamburger Schwimmer für gute Resultate. So gelang Freistilschwimmer Alexander Lohmar, 18, ebenfalls die Qualifikation für die European Games.

Auf einen Start in Berlin musste Steffen Deibler aufgrund eines Infekts verzichten. Bruder Markus hatte im Dezember seine Karriere beendet und kam als Zuschauer nach Berlin. „Ich habe meinen Rücktritt noch keinen Tag bereut, ich bin auch ohne Schwimmen glücklich“, sagte der 25-Jährige. „Ich treibe jetzt nur noch etwas Ausdauersport, weil ich abtrainieren muss. Sonst würde ich gar nichts machen.“ Seine Eisdiele auf St. Pauli mache ihm „megaviel Arbeit“. Ein weiterer prominenter Fan unterstützte die Hamburger Schwimmer in Berlin. Sportsenator Michael Neumann stand am Sonntagmorgen schon um acht Uhr auf der Tribüne und beobachtete die Vorläufe.