Deutsches Fed-Cup-Team zieht dank Petkovic ins Halbfinale ein

Stuttgart. Die Formkrise der deutschen Tennisfrauen ist beendet, das Ticket zum Fed-Cup-Halbfinale gebucht: Angeführt von Andrea Petkovic setzte sich das Team des Deutschen Tennis-Bundes in Stuttgart gegen Australien durch. Die Weltranglistenzwölfte gewann gegen Jarmila Gajdosova mit 6:3, 3:6, 8:6 den zweiten Krimi des Wochenendes und holte den entscheidenden Punkt zum 3:1. „Ich war ein bisschen müde von gestern, aber ich habe immer weitergemacht, nur Punkt für Punkt gespielt“, sagte Petkovic und kündigte die erste Tennis-Party des Jahres an: „Ich hoffe, es gibt Champagner, aber Bier wäre auch okay. Wir werden uns auf jeden Fall unter die Fans mischen. Die Atmosphäre hier war unglaublich.“ Das Doppel Julia Görges/Sabine Lisicki besiegte zum Abschluss Casey Dellacqua/Olivia Rogowska 6:7 (2:7), 7:6 (9:7), 10:6. Endstand: 4:1.

Zuvor hatte Angelique Kerber das Vertrauen von Teamchefin Barbara Rittner gerechtfertigt. Die Bundestrainerin stellte ihre Nummer eins trotz der schwachen Leistung gegen Gajdosova (6:4, 2:6, 4:6) ins Spitzeneinzel gegen Samantha Stosur. Kerber gewann 6:2, 6:4 und sprach von einem „hammergeilen Gefühl“. Am 18. und 19. April hat die Auswahl des DTB gegen Russland die Chance, zum zweiten Mal in Folge ins Fed-Cup-Finale einzuziehen.

Die Heldin gegen Australien hieß aber Petkovic, die ohne Saisonsieg nach Stuttgart kam. Ihrem Triumph gegen Stosur über 3:13 Stunden (6:4, 3:6, 12:10) folgte eine weitere klasse Vorstellung. Im dritten Durchgang lag die 27-Jährige bereits 2:4 zurück, drehte die Partie jedoch und verwandelte nach 1:57 Stunden ihren zweiten Matchball.

Die Verunsicherung nach dem schwachen Start ins Jahr schien wie weggeblasen. Noch am Sonnabend hatte Rittner bestätigt: „Ich weiß, dass es den Mädels naheging, dass auch hier die Fragen nach der Krise aufgekommen sind. Das nervt, weil sie Australien abhaken wollten.“ In Melbourne waren Petkovic, Kerber und Sabine Lisicki in der ersten Runde ausgeschieden.

Auch Kerber war die Erleichterung über ihren Sieg gegen Stosur anzusehen. „Ich habe heute gegen mich selbst und Sam gewonnen“, sagte die Weltranglistenzehnte und bedankte sich bei Rittner für die Unterstützung. „Sie hat mir heute auf der Bank sehr geholfen. Ich war froh, dass sie mich wieder hat spielen lassen.“ Kerber sah den Erfolg als Initialzündung für ihr Tennis-Jahr. „Ich glaube, der Knoten ist bei mir auch mit Blick auf die Saison geplatzt“, sagte die 27-Jährige: „Das Team hat mir den entscheidenden Push gegeben.“