Nachspiel

Rebensburg tritt das schwere Erbe von Hölf-Riesch an

Ein Kommentar von Carsten Harms

Wenn an diesem Dienstag die besten alpinen Skifahrerinnen bei der WM in den USA im ersten Wettbewerb die Piste herunterrasen, wird ein Name wie schon bei den Weltcup-Rennen dieser Saison fehlen – Maria Höfl-Riesch. Die dreimalige Olympiasiegerin und zweimalige Weltmeisterin trug mehr als zehn Jahre lang die Hoffnungen der deutschen Ski-Fans, und zwar in fast allen Wettbewerben. Sie schaffte es, eine Nation mitfiebern, mitjubeln oder auch bei Stürzen oder Missgeschicken mitleiden zu lassen. Sie war die Grand Dame des deutschen Skisports, auch weil sie sich bei Niederlagen den Reportern stellte.

Es wäre unfair, von den aktuellen deutschen Hoffnungsträgerinnen, allen voran Viktoria Rebensburg, solche Erfolge und eine ähnliche Ausstrahlung zu verlangen. Es liegt in der Natur der Sache, dass eine Ausnahmesportlerin mit ihrem Karriereende ein schweres Erbe hinterlässt. Dies wird auch bei den Amerikanerinnen so kommen, wenn die jetzt bei der WM als Lokalmatadorin umschwärmte Lindsey Vonn die Bühne verlässt.

Auch wenn Skifahren in Deutschland populär ist, hat nur ein minimaler Bruchteil der Jugendlichen die Chance, dieses Urlaubshobby als Leistungssport zu betreiben. Daher ist es nicht selbstverständlich, dass es deutsche Fahrerinnen und -Fahrer in die Weltklasse schaffen. Umso erfreulicher ist es, dass es bei den Männern mit Felix Neureuther und Fritz Dopfer ernsthafte Medaillenanwärter sowie noch weitere potenzielle Top-Ten-Fahrer gibt. Dieser Aufschwung war vor wenigen Jahren nicht erwartbar.