Auch Petkovic bei den Australian Open in Runde eins gescheitert

Melbourne. Andrea Petkovic kämpfte auf dem Platz mit den Tränen. Die frustrierte Tennis-Bundestrainerin Barbara Rittner sprach von einem „Riesen-Rückschritt“. Nach dem kollektiven Erstrundenscheitern ihres Toptrios bei den Australian Open forderte die Fed-Cup-Teamchefin am Dienstag in Melbourne: „Sie müssen jetzt alle in sich gehen und mit ihren Teams die Fehler besprechen und analysieren.“

Einen Tag nach den Pleiten der Weltranglistenneunten Angelique Kerber und der früheren Wimbledon-Finalistin Sabine Lisicki verabschiedete sich auch Petkovic als Nummer 13 des WTA-Rankings frühzeitig vom ersten Grand Slam des Jahres. „Gestern war schon ernüchternd, das habe ich noch gar nicht so richtig verarbeitet, und dann auch das noch“, sagte Rittner gewohnt offenherzig nach dem 7:5, 6:7 (4:7), 3:6 von Petkovic gegen Madison Brengle (USA).

Zweieinhalb Monate nach dem verkorksten Fed-Cup-Endspiel in Tschechien stehen ihre Führungskräfte vor einer ganz neuen Herausforderung. Die ehrgeizige Lisicki, die vor sieben Jahren just in Australien verkündete, die Nummer eins der Welt werden zu wollen, stagniert seit längerer Zeit und ließ zuletzt nur in Wimbledon, im Doppel, mit ihrem Aufschlag-Weltrekord oder der rekordverdächtigen Zahl an Trainerwechseln aufhorchen. Nun probiert es ihr früherer Mixedpartner Christopher Kas. Im Jahr 2015 ist Lisicki aber ebenso wie Petkovic noch ohne Einzelsieg.

Die 27 Jahre alte Darmstädterin, eine der intelligentesten und sympathischsten Figuren im Tennis-Zirkus, verspielte gegen die Nummer 64 der Welt eine 5:3-Führung im zweiten Satz . Nach dem verlorenen Tiebreak entglitt ihr völlig die Kontrolle über das Spiel. „Mir hat in den entscheidenden Momenten das Selbstbewusstsein gefehlt“, analysierte die Hessin. Bei ihren Trainingseinheiten im Melbourne Park hatte sie bereits angespannt gewirkt. Noch immer wird sie von Vater Zoran gecoacht, obwohl sie seit langem auf der Suche nach ist nach jemandem, an „den oder die ich große Erwartungen habe“.

Bei Kerber bleibt zu hoffen, dass das 4:6, 6:0, 1:6 gegen die Rumänin Irina-Camelia Begu in die Kategorie Ausrutscher einzuordnen ist. Schon Anfang Februar steht in Stuttgart das Fed-Cup-Viertelfinale gegen Australien an – beileibe kein Selbstläufer für Kerber & Co.

Für erfreuliche Ergebnisse aus deutscher Sicht sorgten am zweiten Turniertag Routinier Benjamin Becker, Qualifikant Matthias Bachinger und die Neumünsteranerin Mona Barthel (3:6, 6:4, 6:2 gegen die Kroatin Donna Vekic ) mit ihren Erstrundensiegen. Barthel, 24, trifft nun auf die tschechische Wimbledonsiegerin Petra Kvitova.