FC Arsenal

Wenger kann sich Wechsel von Podolski nun doch vorstellen

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Ohne den verletzten Podolski hat der FC Arsenal das Fußball-Jahr 2015 mit einer 0:2-Pleite gegen Southampton eingeleitet. Der deutsche Nationalspieler war schon vor der Partie wütend.

London. Teammanager Arsène Wenger hat einen Abgang von Weltmeister Lukas Podolski beim FC Arsenal nicht mehr ausgeschlossen. „Der erste Vorschlag war eine Farce, danach wurde es ein bisschen ernster. Wir werden sehen, was passiert. Es ist schwer zu sagen“, sagte Wenger mit Blick auf das große Interesse von Inter Mailand am deutschen Nationalspieler.

Podolski hatte sich mehrfach über zu wenig Einsatzzeiten bei den Gunners beklagt. Wenger hatte aber zuletzt immer wieder betont, den Offensivspieler behalten zu wollen. Die Begegnung am Neujahrstag beim FC Southampton (0:2) verpasste der 29-Jährige aufgrund einer Leistenverletzung.

Im Vorfeld der Partie hatte sich Podolski verärgert zu den Spekulationen englischer Medien, dass der Transferstreit zwischen ihm und seinem Klub eskaliere und der Ex-Kölner wutentbrannt das Trainingsgelände der Gunners verlassen habe, geäußert.

„Ich versuche, keine Zeitungsartikel zu kommentieren. Aber wenn ich etwas lese, dass meine Liebe zum Klub in Frage stellt, muss ich mich wehren. Der 'Mirror' hat versucht, eine Story aus dem Nichts zu kreieren. Ich finde es unglaublich, dass es Zeitungen erlaubt ist, Lügen zu verbreiten, um die Aufmerksamkeit der Leute zu erregen. Um vom Platz 'stürmen' zu können, muss man zuerst auf dem Platz gewesen sein. Ich habe die gesamt Einheit drinnen bei der medizinischen Abteilung verbracht“, schrieb er bei Twitter.

Wenger bezeichnet Interesse als „Witz“

Der wechselwillige Podolski, der unter Trainer Arsène Wenger kaum noch zum Einsatz kommt, ist frustriert darüber, dass die Engländer ihn wohl erneut nicht ziehen lassen wollen. Wenger bezeichnete das Interesse des ehemaligen Champions-League-Siegers Inter Mailand am deutschen Nationalspieler zuletzt „als Witz“. Das sei nicht ernsthaft, sagte der Franzose: „Das ist alles nur Gerede. Podolski ist ein Spieler von Arsenal. Und ich will ihn behalten.“

Zuvor hatte die italienische Gazzetta dello Sport berichtet, dass beide Klubs um die Ablösesumme feilschen würden. Arsenal fordere zwei Millionen Euro für eine Ausleihe bis Saisonende, Inters Sportdirektor Piero Ausilio habe bisher aber nur 1,7 Millionen Euro geboten.

Ein Wechsel wäre die logische Konsequenz einer bisher für Podolski mehr als durchwachsen verlaufenen Saison. Der 2012 für angeblich rund 13 Millionen Euro von Köln nach London gewechselte Publikumsliebling kam bisher kaum zum Zug. Ganze sieben Ligaspiele absolvierte er – in allen wurde er erst in der Schlussphase eingewechselt. Lediglich in der Champions League deutete er seine Klasse an.

Zuletzt hatte Podolski immer wieder seine Unzufriedenheit betont. Beim einstigen italienischen Spitzenklub Inter Mailand dürften seine Einsatzchancen unter Trainer Roberto Mancini im 4-2-3-1-System deutlich höher liegen als in London.

Chelsea verliert ManCity siegt

Der FC Chelsea muss sich die Tabellenführung in der englischen Premier-League nach dem 20. Spieltag mit Manchester City teilen. Am Neujahrstag verloren die Blues im Londoner Derby bei Tottenham Hotspur 3:5 (1:3) und sind mit jeweils 46 Punkten und 44:19 Toren nun gleichauf mit dem Meister.

Torjäger Diego Costa brachte den Favoriten in der 18. Spielminute in Führung. Doch Harry Kane (30.), Danny Rose (44.) und Andros Townsend per Elfmeter (45.+4) drehten die Partie noch vor der Pause. Nach dem Wechsel erhöhte Kane sogar auf 4:1 für Tottenham. Eden Hazard (61.) gelang zwar der Anschluss, doch Nacer Chadli machte mit dem 5:2 alles klar (78.). Den Schlusspunkt setzte John Terry (87.). Für Tottenham war es erst der vierte Sieg gegen Chelsea in 45 Liga-Duellen. Die Blues hatten in den bisherigen 19 Liga-Spielen insgesamt nur 14 Gegentore hinnehmen müssen. Erst zum zweiten Mal unter Trainer José Mourinho gab es in einem Pflichtspiel fünf Gegentore.

Der deutsche Nationalspieler André Schürrle gehörte bei der zweiten Saison-Niederlage der Blues nicht zum Kader. Beim 1:1 beim FC Southampton am vergangenen Sonntag war der Weltmeister in der Pause ausgewechselt worden. Nur fünfmal stand er in dieser Saison in einem Ligaspiel in der Startformation.

Manchester City löste seine Pflichtaufgabe gegen den AFC Sunderland mit einem 3:2 (0:0). Yaya Touré (57.) und Stevan Jovetic (66.) trafen für die Citizens, ehe Jack Rodwell (68.) und Adam Johnson (71.) für den Ausgleich der „Black Cats“ sorgten. Doch Frank Lampard war einen Tag nach seiner Vertragsverlängerung in Manchester nur 95 Sekunden später mit Siegtor zur Stelle.

Auf dem dritten Rang folgt Manchester United. Die Mannschaft des ehemaligen Bayern-Trainers Louis van Gaal kam bei Stoke City nicht über ein 1:1 (1:1) hinaus und hat im Titelkampf erneut Punkte liegengelassen. Nach dem frühen Rückstand durch Ryan Shawcross (2.) gelang dem kolumbianischen Superstar Falcao lediglich der Ausgleich (26.). Für United war es bereits das siebte Unentschieden in dieser Saison. In der Tabelle hat sich der Rückstand des Rekordmeisters (37) auf Stadtrivale City und Chelsea vergrößert.

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