Aurubis verliert trotz guter Leistung

Beim 1:3 gegen Titelfavorit Schwerin weisen die Bundesliga-Volleyballerinnen ihr Potenzial nach

Hamburg. Im VIP-Raum der CU-Arena, wo nach den Heimspielen der Bundesligafrauen des Volleyballteams Aurubis Edelfans und Vertreter aus Politik und Wirtschaft im Süderelberaum angeregt über das Erlebte diskutieren, herrschte am Sonnabendabend eine einhellige Meinung vor. „Wir haben heute sehr gut verloren“, so lautete der Tenor nach der 1:3 (25:21, 18:25, 20:25, 18:25)-Niederlage gegen Tabellenführer Schweriner SC. Und wer die 98 Spielminuten miterlebt hatte, der konnte sich dieser Ansicht anschließen.

1489 Besucher hatten ein Spiel gesehen, das über weite Strecken auf Augenhöhe ausgetragen wurde. Dass der erklärte Titelfavorit in drei der vier Sätze das bessere Ende für sich hatte, lag an der hohen Qualität des Kaders. Während SSC-Trainer Felix Koslowski bei seinen Wechseln keinerlei Niveaueinbußen hinnehmen musste, hatte sein Aurubis-Pendant Dirk Sauermann bis auf Kylin Munoz, mit elf Zählern beste Hamburger Punktesammlerin, keine Außenangreiferin gehobenen Formats zur Verfügung. Das machte sich nicht nur auf den Statistikzetteln bemerkbar, wo Schwerin in allen relevanten Kategorien die Nase knapp vorn hatte, sondern auch in den langen Ballwechseln, die Schwerins Topangriff um die frühere Hamburgerin Lousiane Souza Ziegler (zwölf Zähler) für sich entschied.

„Wenn Schwerin nicht die Fehler macht wie im ersten Satz, wo wir mit unserer Aggressivität für Druck gesorgt haben und von deren Schwäche in der Annahme profitiert haben, dann bringen sie ein solches Spiel aufgrund ihrer Qualität eben nach Hause“, sagte Sauermann, der aus der zweiten Saisonniederlage jedoch eine Menge positiver Aspekte in die Auswärtsspiele im Pokal bei Zweitligist Stralsund Wildcats (Mi, 19 Uhr) und in der Liga in Stuttgart (Sa, 19.30 Uhr) mitnehmen will. „Ich denke, wir haben erneut einen Schritt nach vorn gemacht. Wenn wir nur zehn Prozent mehr abgerufen hätten, hätten wir heute sogar punkten können“, sagte er.

Tatsächlich gab es neben der Erkenntnis, dass im Angriffsspiel bisweilen die Durchschlagskraft fehlt, einiges an Potenzial zu beobachten. Einstellung und Siegeswille der Mannschaft um die zur wertvollsten Spielerin gewählte Spielführerin Alexis Olgard stimmten zu jeder Zeit, Rückschläge wie die Satzverluste warfen das Team nicht zurück, sondern sorgten eher für trotzige Reaktionen. Und mit Zuspielerin Jennifer Lundquist, die nach ihrer Knieblessur ihren Bundesliga-Einstand feierte, haben die Hamburgerinnen auf dieser Schlüsselposition deutlich mehr Qualität als in der vergangenen Saison. „Sie hat noch Trainingsrückstand, aber man konnte schon sehen, was sie kann“, lobte Sauermann. Die Kanadierin selbst sagte: „Es gibt noch viel zu tun, aber auf diesem Spiel kann ich aufbauen.“ Eine Zustandsbeschreibung, die für die gesamte Mannschaft gilt.