NRV plant die Meisterfeier, MSC den Abstiegskampf

Für den Gastgeber wird das Finale der Segelbundesliga auf der Alster zum Schaulaufen

Hamburg. Als Johannes Polgar am Mittwochabend in Hamburg eintraf, atmete er erst einmal durch. Die Heimatluft vermisst der frühere Starboot-Europameister doch etwas, seit es ihn beruflich nach München verschlagen hat. An diesem Wochenende soll es ihm daran nicht fehlen. Beim Saisonfinale der Segelbundesliga tritt Polgar, 37, als Steuermann für seinen Norddeutschen Regatta-Verein auf der heimatlichen Außenalster an, und er mag dabei außer dem Wind keinerlei Druck verspüren. In den vorangegangenen fünf Regatten hat sich der NRV einen so großen Vorsprung herausgefahren, dass ihm die deutsche Vereinsmeisterschaft wie schon im Vorjahr nicht zu nehmen ist.

„Wir können das selbst kaum glauben, weil das sportliche Niveau im Vergleich zur Premierensaison noch einmal enorm angezogen hat“, sagt Polgar. Alle 18 Clubs haben das Training intensiviert, je nach Revier und Bedingungen werden spezialisierte, hochkarätige Crews zu den Regatten entsandt. So bietet der Yachtclub Berlin-Grünau am Wochenende wieder den dreimaligen Olympiasieger Jochen Schümann auf.

Der Aufwand ist längst mehr als eine Prestigesache. Konnten sich die Vereine für 2013 noch schlicht anmelden, wurden in diesem Frühjahr die fünf freien Startplätze unter 58 Bewerbern ausgesegelt. Und so bezieht dieses Finalwochenende seine Spannung vor allem aus dem Abstiegskampf. Als Tabellenletzter hofft etwa der Mühlenberger SC sich noch in die Relegation zu retten, in der es eine Woche später unter anderem gegen den Hamburger SC ginge.

Beim NRV kann man sich derweil mit den Vorbereitungen zur Meisterfeier am Sonnabendabend in den Clubräumen an der Schönen Aussicht beschäftigen. „Dieses Jahr hat einfach alles gepasst für uns“, sagt Geschäftsführer Klaus Lahme, der die Besatzungen zusammenstellt. Bei der Premiere der Champions League vor Kopenhagen vor zwei Wochen etwa durfte Carsten Kemmling an die Pinne. Für 2015 ist der NRV als Meister schon qualifiziert. Das Format, das wie die Bundesliga von der Hamburger Agentur Konzeptwerft entwickelt wurde, kam offenbar an. In mehreren Ländern Europas und in Übersee sind nationale Ligen mit Einheitsbootsklassen in Planung.

Das Saisonfinale wird auf www.segelbundesliga.de am Freitag von 14.30 Uhr, am Sonnabend und Sonntag von 11.45 Uhr an live übertragen. Ein Public Viewing wird auf der Hanseboot-Messe angeboten.