Vincenzo Nibalis Klettershow auf Marco Pantanis Spuren

Hautacam. Vincenzo Nibali zeigte immer wieder mit dem Finger auf seine Brust, dann stieß er eine Faust in den wolkenverhangenen Himmel von Hautacam. Wenige Meter weiter setzte sein umstrittener Astana-Teamchef Alexander Winokurow das breiteste Grinsen auf. Spätestens nach der eindrucksvollen Klettershow des Sizilianers zum Pyrenäen-Abschied ist die Frage nach dem Tour-de-France-Sieger 2014 geklärt.

16 Jahre nach dem Sieg von Marco Pantani, den Nibali bei seiner Triumphfahrt auf den bis zu zehn Prozent steilen Rampen auf der 18. Etappe fast schon kopierte, wird wieder ein Italiener im Gelben Trikot nach Paris fahren. „Das ist der Lohn meiner harten Arbeit“, sagte der 29-Jährige, nachdem er als Solist nach 145,5 Kilometern zur 1520 Meter hohen Skistation mit einem Vorsprung von 1:10 Minuten zum zweitplatzierten Thibaut Pinot hinaufgestürmt war.

Sein vierter Etappensieg bei der 101. Tour war der beeindruckendste. Winokurow meinte: „Trotz aller Polemik der Presse hat Vincenzo bewiesen, ein würdiger Patron dieser Tour zu sein.“ Der bisherige Gesamtzweite Alejandro Valverde (Spanien) verlor fast zwei Minuten. In der Gesamtwertung liegt Nibali jetzt 7:10 Minuten vor Pinot. Jean-Christophe Peraud (7:23) ist Dritter, gefolgt von Valverde (7:25).