Flottbek-Siegerin Eckermann stürzt erneut schwer beim CHIO

Aachen. 40.000 Zuschauern stockte der Atem, sie erlebten die erschreckende Wiederholung eines furchtbaren Sturzes. Die Springreiterin Katrin Eckermann fiel – wie drei Tage zuvor – am Sonntag beim Großen Preis von Aachen an einem Wassergraben. Zunächst stand sie nicht wieder auf. Die 24-Jährige, die Ende Mai furios das Global-Champions-Tour-Springen in Klein Flottbek gewonnen hatte, atmete zunächst nicht. Im Krankenhaus wurde ein Schlüsselbeinbruch diagnostiziert. „Von einer Sekunde auf die andere war alles ruhig“, beschrieb Ludger Beerbaum die Momente des Bangens. Co-Bundestrainer Heiner Engemann, der die junge Münsteranerin im Perspektiv-Team betreut, berichtete: „Es sah im ersten Moment schlimm aus.“

Nebensache war, dass Christin Ahlmann (Marl) das mit einer Million Euro dotierte Springen beim größten Reitturnier der Welt gewann. Wie im Nationenpreis kamen Eckermann und ihr Firth of Lorne nicht passend ans Wasser. Reiterin und Pferd kamen ins Straucheln, überschlugen sich. Eckermann lag am Boden, atemlose Stille herrschte im größten Reitstadion der Welt. Die Menschen zitterten mit der jungen Frau, die mit einem Krankenwagen abtransportiert wurde. Nach einer halben Stunde gab es die erste gute Nachricht. „Sie ist ansprechbar“, sagte Engemann. „Das Problem war, dass sie erst keine Luft bekam. Nur das Schlüsselbein ist gebrochen.“ „Firth" wurde wohl nur leicht verletzt.

Dem Trainer war der Unfall ein Rätsel, denn die Reiterin hatte einen Tag nach dem ersten Sturz den Preis von Nordrhein-Westfalen gewonnen – indes mit einem anderen Pferd. „Vielleicht saß das mental doch tiefer, als wir dachten.“ Vermutlich hat nicht die Reiterin einen psychologische Knacks bekommen, sondern der Hengst.