Jockey Helfenbein nach Sturz beim Hansa-Preis dabei

Trotz eines Schleudertraumas reitet der Kölner am Sonntag beim Galoppmeeting in Horn

Hamburg. Andreas Helfenbein, 46, ist ein Jockey mit Eisenschädel. Sieben Tage nach seinem schweren Sturz auf der Rennbahn in Frankfurt am Main, bei dem er sich Prellungen und ein Schleudertrauma zugezogen hatte, saß er auf der Trainingsanlage des Gestüts Röttgen in Köln-Heumar schon wieder im Sattel. „Andreas hat sich erholt und ist fit“, bestätigte Trainer Markus Klug, 38, am Donnerstag im Hotel Atlantic. Helfenbein ist am 6. Juli Reiter des Derbyfavoriten Sea The Moon.

Am Sonntag, dem Eröffnungsrenntag beim Hamburger Galoppmeeting in Horn, reitet der Jockey-Oldie im Hansa-Preis nicht die Vorjahressiegerin Berlin Berlin, sondern die vierjährige St.-Leger-Siegerin Hey Little Görl, ebenfalls im Training bei „Senkrechtstarter“ Klug (37 Trainer-Siege in diesem Jahr). Berlin Berlin aus dem in der Schorfheide bei Berlin gelegenen Gestüt Görlsdorf unternimmt mit Jockey Martin Seidl ihren zweiten Versuch, denn 2013 war ihr der Sieg im Hansa-Preis wegen Dopings aberkannt worden. Die Stute war positiv auf Omeprazol getestet worden, einem Medikament gegen Magengeschwüre.

Für Markus Klug war es der erste Sieg als Trainer in einem Grupperennen gewesen. „Das war ein schwerer Schlag für mich, der bis heute nachwirkt“, sagte Klug. „Das Medikament, verordnet von einer Tierärztin, hatte sich langsamer abgebaut als vorgeschrieben. Eine bittere Sache, aber das Leben geht weiter.“

Heike Bischoff-Lafrenz, Besitzerin von Berlin Berlin, fährt auf der Homepage des Gestüts Görlsdorf schwere Geschütze auf: „Ein unfähiger, unehrlicher Labormitarbeiter sowie einige verblendete Funktionäre haben ihr den bisher größten Sieg in ihrer Karriere nachträglich geklaut.“

Im Gegensatz zum vergangenen Jahr gehört die fünfjährige Stute, die 2013 zur Quote von 230:10 siegte, zum erweiterten Favoritenkreis, aber an die Klasse von Lucky Speed kommt sie wohl nicht heran. Der Ittlinger Hengst gewann unter Jockey Andrasch Starke im Vorjahr das 144. Deutsche Derby.

Nach diesem Triumph kam Lucky Speed wegen gesundheitlicher Probleme viele Monate nicht mehr an den Start. Sein Jahresdebüt im Großen Preis der Wirtschaft in Baden-Baden endete mit dem dritten Platz. In Hamburg reitet Adrie de Vries den Hengst. Der Spitzenreiter vertritt Andrasch Starke. Starke wurde Ende Mai nach einem Sturz bei einem Rennen in Japan wegen eines Lungenrisses operiert.

Der Hansa-Preis, ein mit 70.000 Euro dotiertes Gruppe-II-Rennen, führt über 2200 Meter. Neun Pferde sind am Start (17.45 Uhr).