Partyflug im Schlafanzug nach Finaleinzug

Die deutschen Tennisdamen stehen erstmals seit 1992 wieder im Fedcup-Endspiel

Brisbane. Die deutsche Pyjamaparty auf dem Emirates-Flug EK 435 von Brisbane nach Dubai hatte gerade mit dem ersten Glas Champagner begonnen, als die Glückwünsche von Steffi Graf eingingen. „Das deutsche Federation-Cup-Team ist im Finale!!! Was für ein Riesenerfolg. Was für ein tolles Team!!! Gratulation one more to go Germany!!!“, schrieb die 22-malige Grand-Slam-Turniersiegerin nach dem 3:1-Sieg der deutschen Tennisdamen im Fedcup-Halbfinale in Australien auf ihrer Facebook-Seite. Dass die in den USA lebende Tennislegende derart öffentlich Anteil nimmt am größten Erfolg der deutschen Damen seit 22 Jahren, unterstreicht die bemerkenswerte Dimension des Osterwochenendes 2014.

Als der Fedcup noch Federation Cup hieß, durfte sich letztmals eine Auswahl des Deutschen Tennis-Bundes in die Siegerliste eintragen. 1992 holten Graf, Anke Huber, Sabine Hack und die heutige Bundestrainerin Barbara Rittner in Frankfurt durch einen Finalsieg gegen Spanien die Trophäe. Nun darf eine neue Generation von diesem Coup träumen. Am 8./9. November tritt die DTB-Équipe zum Endspiel bei den starken Tschechinnen vermutlich in Prag an. „Wir werden alles geben, um den Pott nach Hause zu holen“, sagte Andrea Petkovic, die mit ihrem 6:1, 7:6 (9:7)-Erfolg über Australiens Topspielerin Samantha Stosur den Grundstein für den Finaleinzug legte. Angelique Kerber holte mit Siegen gegen Stosur (4:6, 6:0, 6:4) und Casey Dellacqua (6:1, 6:0) die weiteren zwei Punkte.

Kurz vor dem Abheben Richtung Dubai twitterten die Spielerinnen noch fröhliche Bilder in die Welt. Ob Petkovic, Kerber, Julia Görges und Anna-Lena Grönefeld, die das Doppel gegen Dellacqua und Ashleigh Barty 2:6, 7:6 (7:5), 2:10 verloren hatten, oder Rittner – alle trugen ihre karierten Schlafanzughosen, die sie von den Australierinnen beim Teamdinner als Gastgeschenk erhalten hatten. Vom Frankfurter Flughafen aus brachte ein Fahrservice die Spielerinnen am Montag in Minivans nach Stuttgart, wo sie frühestens am Mittwoch in das Turniergeschehen beim Porsche-Cup eingreifen werden.

„Es dauert sicher ein paar Tage, bis uns bewusst wird, was wir erreicht haben. Wir haben nun Zeit, das zu genießen. Ich glaube, dass dieser Erfolg den Spielerinnen für ihre Karrieren Kraft geben kann“, sagte Rittner. „Ich habe stets an dieses Team geglaubt. Die Mädels hätten den Titel verdient.“