Es geht doch: Hamburgs Curler siegen bei der WM

Das Team um Skip John Jahr gewinnt bei seinem letzten Turnier die ersten drei Spiele

Peking. Es ist dasselbe Team, es sind die gleichen Gegner – und doch ist bisher alles ganz anders. Peking ist eben nicht Sotschi, eine WM ist nicht Olympia. Das Eis ist anders, das Ereignis sportlich ebenfalls enorm wertvoll, aber viel weniger im Blickpunkt der Öffentlichkeit. Und Skip John Jahr und Co. haben aus dem enttäuschenden letzten Platz bei Olympia offenbar die richtigen Lehren gezogen. Zum Auftakt der Curling-WM führte das Hamburger Team nach drei Siegen aus den ersten Spielen das elf Teilnehmer starke Feld an.

Es begann schon am Sonnabend optimal mit einem 11:5-Erfolg über Gastgeber China, dem sie ein 9:5 gegen Russland folgen ließen. Gegen beide hatten sie in Sotschi noch verloren. Am Sonntag bezwangen die Deutschen bei ihrem letzten gemeinsamen Auftritt auch noch Schweden mit 7:5. „Im Moment läuft es in der wichtigen Phase auch mal gut für uns“, kommentierte Second Christopher Bartsch, „wir spielen eigentlich gar nicht so viel besser als bei Olympia, aber wir haben im richtigen Moment auch mal das Quäntchen Glück auf unserer Seite.“

Wie gegen die Schweden am Sonntag, die zuvor ebenfalls ungeschlagen waren. „Wir konnten uns diesmal aus einigen Situationen rausschlawinern“, sagte Bartsch. Mit 5:5 ging es ins neunte End, in dem die Schweden ständig Druck aufbauten. John Jahr und Felix Schulze behielten bei schwierigen Take-outs aber die Nerven, und im Extra End vollendete Schulze einen Draw zum Sieg. „Wenn es brenzlig wurde, hatten wir immer noch ein Mittel, um den Kopf aus der Schlinge zu ziehen“, freute sich Bartsch.

Doch das ist es nicht allein. Gemeinsam mit Bundestrainer Martin Beiser wurden offenbar auch die richtigen Schlüsse aus der Olympiaanalyse gezogen. „Es hat sich ausgezahlt, dass wir in die Spiele aggressiver reingegangen sind als noch bei Olympia, und dass wir keine Angst davor hatten, die schwierigen Steine zu spielen, wenn wir wussten, dass es in der Situation die richtigen sind“, sagte Peter Rickmers. Der etatmäßige Ersatzspieler ist auch immer für das Prüfen des Eises vor den Partien zuständig und hat dabei bisher offenbar einen tollen Job gemacht. „Hier sind sehr viele Spuren im Eis, die man sehr genau beobachten muss, damit man weiß, wo welcher Stein möglich ist“, erklärte Rickmers, „wir sind mit dem für WM-Verhältnisse schwierigen Eis bisher besser zurechtgekommen als die anderen Teams.“

An diesem Montagmorgen standen für die Hamburger die Partien gegen Dänemark und die USA an.