Watkins wirft Wedels Basketballer zum ersten Sieg gegen Leipzig

Wedel. Thorsten Fechner, 50, hatte sich die Lunge aus dem Leib geschrien, was seine Gesichtsfarbe gegen Ende des Spiels dann doch stark ins Rötliche changieren ließ. Der nimmermüde stimmliche Einsatz des Managers des SC Rist Wedel hatte sich jedoch gelohnt. In einem spannenden Play-off-Viertelfinale der Zweiten Bundesliga Pro B besiegten seine Basketballer vor 750 Zuschauern in der Steinberghalle die Uni-Riesen Leipzig mit 93:81 (76:76, 30:43) nach Verlängerung. Am Sonnabend folgt in der Best-of-three-Serie, zwei Siege sind zum Einzug ins Halbfinale nötig, das Rückspiel in Leipzig. Eine eventuell nötige dritte Begegnung würde am Dienstag, dem 8. April, wieder in Wedel stattfinden.

Mit 8:24 hatte der SC Rist nach sieben Minuten zurückgelegen, „weil wir viel zu passiv agiert und dadurch vorübergehend unser Selbstbewusstsein verloren haben“, wie Trainer Sebastian Gleim, 29, später beklagte. Angeführt von ihrem quirligen Spielmacher Diante Watkins holten die Wedeler trotz wiederholter Rückschläge anschließend aber Punkt um Punkt auf, Power Forward Fabian Böke netzte zwei Minuten vor Schluss den Ball zum 73:72 zur ersten Führung ein. Dass Leipzigs Jorge Schmidt mit der Schlusssirene mit einem Drei-Punkte-Wurf zum 76:76 noch für die Verlängerung sorgte, verzögerte den Erfolg der Wedeler nur um fünf Spielminuten. Die Uni-Riesen hatten in der Overtime nichts zuzusetzen, da ihnen in dieser Phase nur noch fünf Spieler zur Verfügung standen. Spielmacher Christopher Flores und Distanzschütze Eric Vierneisel durften nach ihrem fünften Foul nicht mehr mitmachen, André Spalke hatte sich bei einem Sturz die rechte Hand gebrochen.

„Ich wollte dieses Spiel unbedingt gewinnen, obwohl ich im zweiten Viertel an unserem Sieg gezweifelt hatte“, sagte Watkins, der mit 29 Punkten und zehn Korbvorlagen der beste Spieler auf dem Feld war. Der 1,75 Meter große US-Amerikaner ist genau der Spielmacher, den Wedel sich immer wünschte. „Wir wollten einen schnellen, dribbelstarken Mann auf dieser Position, mit Diante haben wir ihn jetzt“, sagte Fechner, der nach dieser Leistung wie das gesamte Team an den ersten Halbfinaleinzug des Clubs glaubt.

Davey Hopkins (20), Janis Stielow und Christoph Roquette (beide 15) trafen ebenfalls zweistellig.