Erst Gold, dann Drama um Andrea Eskau bei den Paralympics

Sotschi. Dem starken Auftakt des deutschen Teams bei den Paralympics in Sotschi folgte die Sorge um Andrea Eskau: Einen Tag nach ihrem Biathlon-Gold bei den Paralympics zwangen Atemprobleme die 42-Jährige am Sonntag im Langlauf zur Aufgabe. 24 Stunden zuvor hatte die querschnittsgelähmte Ausdauer-Spezialistin noch ebenso über ihr Gold gejubelt wie Anna Schaffelhuber in der Abfahrt. Überschattet wurden die alpinen Wettbewerbe durch spektakuläre Stürze, von denen auch Weltmeister Franz Hanfstingl betroffen war. Am zweiten Tag blieben deutsche Erfolge aus.

„Sie hat sich noch bis dahin gerettet, wo der Arzt war“, berichtete Langlauf-Bundestrainer Ralf Rombach über Eskaus Aufgabe. Schon nach der ersten Runde habe sie gemerkt, dass etwas nicht in Ordnung ist. „Sie hat angedeutet, dass sie Schwierigkeiten hat“, sagte er. Am späten Nachmittag gab Eskau dann nach der medizinischen Versorgung Entwarnung: „Der Ausstieg war die bessere Alternative gegenüber dem Durchquälen“, sagte die gebürtige Thüringerin. Von Dienstag an hat sie fünf weitere Starts geplant. Offenbar hat ihr die hohe Temperatur von 12,7 Grad Celsius in der Höhe von mehr als 1400 Metern zu schaffen gemacht. Andrea Eskau, die im Sommer bereits dreimal Paralympics-Gold mit dem Handbike gewonnen hatte, fuhr anfangs in den Medaillenrängen. Nach und nach aber fiel sie immer weiter zurück. „Sie hat einfach keine Luft mehr bekommen“, erzählte Rombach.

Anna Schaffelhuber bereitet sich am Tag nach ihrer Triumph-Abfahrt auf ihren Start im Super-G an diesem Montag vor. „Für mich ist der ganze Druck jetzt schon weg“, sagte die 21-jährige Monoski-Fahrerin. Ihren Erfolg hatte sie am Vorabend mit ihren Eltern und den Teamkollegen ein wenig gefeiert. Auch im Super-G und den anderen technischen Disziplinen gilt sie wieder als eine Medaillenanwärterin.

Wegen der Stürze strebt der Deutsche Skiverband Reformen im Alpin-Bereich an. Das Internationale Paralympische Komitee (IPC) müsse sich „grundsätzlich überlegen, ob man Monoski-Wettbewerbe in allen Disziplinen auf allen Pisten“ durchführen könne, sagte Beucher. Bei den ersten Monoski-Rennen der Spiele erreichte nur knapp die Hälfte aller angetretenen Athleten regulär das Ziel.

Den Medaillenspiegel dominiert Gastgeber Russland mit fünfmal Gold, siebenmal Silber und fünfmal Bronze vor der Ukraine (2/1/3). Deutschland ist nach zwei Wettkampftagen und zweimal Gold Sechster.