Ricardo Nevado will den UHC zur Endrunde schießen

Im Viertelfinale um die Hallenhockey-Meisterschaft geht es gegen Zehlendorf

Hamburg. Doch, doch, so ein Tor, das sei immer etwas Besonderes, sagt Ricardo Nevado, auch wenn man 39 davon geschossen hat in nur zehn Spielen und sich nicht einmal an jedes einzelne erinnern kann. „Aber ich freue mich über jedes Tor. Die wichtigste Aufgabe eines Stürmers ist ja, Tore zu schießen, deshalb bin ich glücklich, wenn ich diese Aufgabe erledige.“ Das sind die Hockeyherren des Uhlenhorster HC auch, denn ohne die Treffer ihres 23 Jahre alten Toptorjägers wären sie kaum in der Lage gewesen, an diesem Sonnabend (16.30 Uhr, Wesselblek) als Nordmeister im Viertelfinale der deutschen Hallenmeisterschaft gegen die Zehlendorfer Wespen anzutreten.

Nevado, den alle nur „Rici“ nennen, gehört im Team von Cheftrainer Kais al Saadi nicht nur wegen seiner Tore zu den Etablierten. Seit er sich vor zwei Jahren aus dem Schatten seines Bruders Carlos, 31, herausspielte, der in der Hallensaison pausiert, hat er sich zum Leistungsträger gemausert. Ein Lautsprecher wird der zurückhaltende Angreifer nie sein, aber seine Dynamik und Pfiffigkeit sind in dem zu dieser Hallenserie eingeführten Spielsystem „Hockey5“, wo es im Überzahlspiel auf Passhärte und -genauigkeit ankommt, mehr gefragt denn je. Der in Frankfurt geborene Sohn einer Spanierin und eines Uruguayers ist auch als Eckenspezialist unverzichtbar. Besser als jeder andere UHC-Akteur versteht es der angehende Kaufmann für Bürokommunikation, die Herausgaben ohne zwischengeschalteten Stopper in einer fließenden Bewegung so aufs Tor zu bringen, dass sie kaum zu verteidigen sind.

Nachdem man dem Titelverteidiger und Stadtrivalen Harvestehuder THC durch einen 13:10-Sieg im direkten Duell am vergangenen Sonntag noch den Nordtitel entreißen konnte, ist das Selbstvertrauen im Lager der „Uhlen“ riesig, auch wenn mit den in Indiens Profiliga HIL engagierten Nationalspielern Moritz Fürste und Nico Jacobi zwei Leistungsträger für den Rest der Hallenserie ausfallen. „Natürlich ist es nicht möglich, die beiden eins zu eins zu ersetzen, aber wir können das als Team auffangen, wenn wir noch enger zusammenrücken“, sagt Nevado, der glücklich darüber ist, dem Viertelfinalduell bei Ostmeister Berliner HC entgangen zu sein, das nun der HTHC austragen muss (Sonnabend, 15.30 Uhr). „Das erhöht unsere Chancen für die Endrundenqualifikation deutlich.“

Diese Endrunde zieht ihren zusätzlichen Reiz daraus, dass sie am 8./9. Februar in der Sporthalle Hamburg ausgetragen wird. „In der eigenen Stadt Meister zu werden ist unser Traum“, sagt Nevado. Am liebsten würde man dann in einem Finale gegen den HTHC die Verhältnisse in der Stadt geraderücken. Und Tore in einem solchen Endspiel, die würde Ricardo Nevado sicherlich niemals vergessen.