Premiere für Lasershow am Hang

Im TV ist die virtuelle Linie etabliert. Jetzt ist sie auch für Stadionzuschauer und Skispringer sichtbar

Oberstdorf. Vorhang auf für die Lasershow am Hang: Beim Auftaktspringen der Vierschanzentournee in Oberstdorf (Qualifikation am Sonnabend, 16:20 Uhr, 1. und 2. Durchgang, Sonntag, 16:15 Uhr, ARD und Eurosport live) erlebt die aus dem Fernsehen bekannte virtuelle Führungslinie ihre Stadionpremiere. „Ich sehe das als notwendigen und überfälligen Schritt. Skispringen ist als Liveevent extrem wertvoll. Die Leute vor Ort haben es verdient zu wissen, was vorgeht“, begrüßte Bundestrainer Werner Schuster die technische Neuheit.

Nach mehreren Tests außerhalb von Wettkämpfen hat der Weltverband FIS grünes Licht für den Einsatz im Weltcup gegeben. „Die Linie hat sich im TV zu einem unverzichtbaren Hilfsmittel für die Kommentatoren und die Zuseher entwickelt“, erklärte FIS-Renndirektor Walter Hofer. „Ich freue mich sehr, dass es uns jetzt gelungen ist, dieses Hilfsmittel in Form einer Laserlinie auch direkt an die Schanze zu bringen, damit auch die Fans im Stadion davon profitieren.“ Der Einsatz der neuen Technik bei den anderen drei Tourneewettbewerben in Garmisch-Partenkirchen, Innsbruck und Bischofshofen ist allerdings nicht geplant.

Dass die neue Technologie ausgerechnet in Oberstdorf ihre Premiere erlebt, kommt nicht von ungefähr. Bereits vor drei Jahren hatte die Marktgemeinde im Allgäu als erster Weltcuport der Welt die zur Führung nötige Weite mit einem LED-Licht an der Bande markiert. „Mit der Laserlinie haben wir jetzt eine deutliche Weiterentwicklung und bieten sozusagen Best-to-beat 2.0 an“, sagte Stefan Huber, Geschäftsführer der Vierschanzentournee. Dort kommt auch ein LED-Startbalken erstmals zum Einsatz. Dieser zeigt den Zuschauern im Stadion das Signal der Startampel am Anlauf an und macht den kompletten Sprungablauf somit transparent.

Schuster hält diese Entwicklung für zwangsläufig, weil der Sport für die Livezuschauer durch die Einführung der Wind- und Gate-Regel kaum noch nachvollziehbar ist. „Zuletzt war es doch so, dass sich der Athlet nach der Landung nicht getraut hat zu jubeln – und die Zuschauer auch nicht –, weil keiner wusste, ob er vielleicht noch zehn Windpunkte abgezogen bekommt. Wenn jetzt eine Linie da ist, wo ich sehe, ich führe oder eben auch nicht, können die Leute anders mitfiebern“, sagte der deutsche Chefcoach.

Bei Gregor Schlierenzauer hält sich diese noch in Grenzen. Der zweimalige Tourneegewinner bezeichnet die Technikrevolution zwar als „guten Schritt für die Fans“, der für mehr Objektivität sorgen könnte. „Aber ich weiß nicht, ob man das braucht. Schau’n wir mal, wie die Lasershow wird.“